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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1924-01-01 · XVI. (1924) · page 63

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVI. (1924)
Date
1924-01-01
Page
– (sequence 63)
Language
German
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26 wie wir im nächsten Abschnitte sehen werden, auch R. Meir aus Rothenburg, haben sich mit aller Gewalt dagegen gesträubt, sich von einem Fürsten zum Oberrabbiner ernennen zu lassen. Wie die Einmischung der Staatsgewalt in seine inneren Angelegenheiten, nicht nur bei der Besetzung eines Rabbinates, sondern sogar bei der Ernennung eines Vorbeters, dem jüdischen Volke verhasst war. illustriert folgende Erklärung, die in den Responsen des R. Meir aus Rothenburg1) berichtet wird: Zur Zeit des R. Elieser b. Joel Halevy hat der Erzbischof von Köln den jüdischen Vorsänger auf Veranlassung eines Juden, der diesem eine Ehre wollte erweisen lassen, in seinem Amte formell bestätigt. Der Beamte aber gab ihm das Baret und sagte :^״Ich habe kein Recht, einen Dienst, den ich vor Gott verrichten soll, von dir anzunehmen״.. Derartige Ereignisse stehen in der jüdischen Geschichte nicht vereinzelt da; man war stets danach bestrebt, die unerwünschte Bevormundung nach Möglichkeit einzuschränken2). Wie verpönt diese fremde Einmischung bei den Juden war, ist auch schon daraus zu entnehmen, dass der von R. Tarn und seinen Genossen erlassene Bann öfters und in verschärfter Weise auf den verschiedenen Rabbiner- und Vierländersynoden erneuert wurde 3). In Deutschland und in Nordfrankreich hielt man sich strikte an der von R. Tarn und seinen Zeitgenossen erlassenen Verordnung. Und so kam es auch, dass trotz der Ernennung von seiten der Regierung die Juden hier nur denjenigen als Rabbiner anerkannten, den sie selbst gewählt haben. Die jüdischen Gelehrten aber, die von der Regierung zum nReichsrabbiner“ ernannt wurden, warfen ihre Ernennungsurkunde in den Korb 4), folgten öfters dem Beispiele des R. Meir aus Rothenburg und dessen Schüler, R. Ascher b. ף Ed. Prag, Nr. 137; Mordechai, Baba Kama, Abschn. 8; Issorlein, Pessakim. Nr. 81, u. R. Moses Sofer, Rga., Ch. M., Nr. 18 -22. 2) Vgl. Güdemann in der MGWJ 1864, S. 104, u. Erziehungswesen, Bd. 3, S. 38-39. 8) Vgl. Harkavy,. qqj לחדשים Beil. z״ Rabbinowitz’ דברי ר^ר לישראל Bd. 8ל s. 13. 4) Vgl. G. Wolf, Zur Geschichte der Juden in Deutschland, in der Zeitschrift für die Gesell, der Juden ih Deutschland, 1889, Bd. 3, S. 165, Giidemann, Erziehungswesen, Bd. 3, S. 37.

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