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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1913-01-01 · X. 1912 - 5673 (1913) · page 428

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
X. 1912 - 5673 (1913)
Date
1913-01-01
Page
– (sequence 428)
Language
German
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364 um rückständige Steuern, — sondern weil er sich dem Gemeinde- Vorstände gegenüber ungebührlich benommen hatte1). Uebrigens scheint er gar nicht in Posen ansässig gewesen zu sein, wenn er auch dort ein Haus besass und ihm das Bürgerrecht in der Gemeinde zustand2). Bezüglich des Dr. Sobernheim sen. wäre wohl erwähnenswert, dass er zu den Mitgliedern der Posener Gemeinde gehörte, welche sich 1815 gegen die Aufnahme des B. Akiba Eger als dortigen Oberrabbiner erklärten3). Uebrigens scheint seine ärztliche Autorität in behördlichen und Fachkreisen nicht unbedingt festgestanden zu haben. So wurde ein von ihm bezüglich der Todesursache des JPosener Oberrabbiners Joseph Pinkus4) ausgestelltes Attest seitens des Posener Magistrats als ״nicht glaubwürdig“ erachtet; und das dortige Oolleg. med. war der Meinung, dass die Gründe, die Dr. :Sobernheim zur Unterstützung seines Zeugnisses anführte, ״weder in der Natur liegen noch durch Erfahrung bestätigt werden“ 5). Einer der Nachfolger des Dr. Sobernheim jun. im Amte als Posener Stadtphysikus war Dr. Flies, zugleich Arzt an der Frohnveste, welcher, wie es scheint, 1806 beide Aemter, jedenfalls aber das letztere niederlegte6). Dagegen kann allem Anschein nach der Meseritzer Stadtphysikus Gumpert den jüdischen Aerzten nicht beigezählt werden7). ') Das. 111 Bl. 219a. *) Damals und selbst noch zu Anfang des 19. Jahrhunderts legten viele, die ihre Vaterstadt verliessen, nicht geringen Wert darauf, sich das fieimatsrecht, wenn auch mit mehr oder weniger grossen Geldopfern zu er* halten. Vgl. z. B. das. II Bl. 450b. 3) Staatsarch. Posen: Pos. C. XVIII 50, Bl. 16. 4) Gewöhnlich Joseph ha-Zaddik genannt. *) Pos. Staatsarch.: SPZ. Gen. A I 5, Bl. 42—45. 6) Das. A 1 24. Dieser Arzt ist vielleicht identisch mit dem 1822 ge- *nannten Posener Gemeindemitgliede Dr. Flies, jedenfalls aber ein Verwandter desselben sowie der 1829, 1836 und 1840 erwähnten Posener Doktoren Ludwig und Eduard Flies. Das. Pos. C. XVIII 38, Bl. 159a, XVHI32, vol. 1, Bl. 127b, -XVIli 56, Bl. 100b/101. — Verzeichnis sämtl. naturalisierter Israel, im Grossherzogtum Posen (Bromb. 1836) S. 62. 7) Ohne Zweifel ist dieser Stadtphysikus Gumpert mit dem 1807 als Meseritzer iiedizinalrat bezeichneten Christian Gumpert (Friedländer, Matrikel der Universität Frankfurt a. d. O. II, S. 642) identisch, ein Vorname, den gewiss niemals ein Jude führte.

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