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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 277

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 277)
Language
German
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IRI
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154 uan, woher lernst du es heraus?“ Die daraufhin erteilte Autwort bekämpft R. S. b. L., worauf dann R. Jochanan erwidert: ״ אלא מר מהיכא יליף להWoher lernt es nun der Herr heraus?4 Wer das Verhältnis, das zwischen diesen beiden Lehrern obgewaltet hat, kennt, dem wird die Schwierigkeit nicht entgehen, die in diesen beiden Anreden liegt. R. Lakisch, der Schüler des R. Jochanan, wenn auch zuweilen dessen תלמיד הבר genannt, redet diesen so ohne Umstände an, während R. Jochanan einem Schüler gegenüber das ehrende Epitheton מר anwendet, welches gewöhnlieh nur der Schüler dem Lehrer gegenüber gebraucht. R. Akiba Eger זצ׳יל in seinen Noten zum Talmud scheint diese Schwierigkeit bemerkt zu haben und er sucht sie zu beantworten durch den Hinweis auf Tossaphot Arachin 5a, wo es ebenfalls als ungewohnlich erklärt wird, dass Abbaji zu רבא in der Anrede מר sagen soll und deshalb die Lesart רבה vorgezogen wird. Damit ist aber für unsere Stelle nichts gewonnen und auch die Erklärung, die Tossaphoth dort geben, dass ר׳ יוסף einmal den Abbaji mit מר anredet, passt nicht gut hierher. Rabbinowitz in ד״ס hat noch eine andere Lesart, אלא מר מדדכא ילפת לה. also eine Zusammensetzung zweier Anreden von ״Du“ und ״Herr4, die ganz ungewöhnlich ist. Der Herausgeber der ד״ס bemerkt auch, dass diese Lesart unrichtig ist; entweder solle es heissen מר מזדכא יליף לה oder מהיכא ילפת לה . Meines Erachtens ist gerade diese schwierige Lesart die bessere, sie muss nur richtig aufgefasst werden. Noch eine andere Schwierigkeit liegt in unserem Talmudtexte vor, in der Antwort, die R. Lakisch auf diese Frage erteilt. Sie lautet: אמיי מסיני, nicht wie es gewöhlich heisst אמר ליה מסיני. Das Worteben ליה ist auch in der Tat in den neueren Talmudausgaben von einigen hinzugefügt worden. Aus unserer Erklärung wird sich ergeben, dass das nicht notwendig war. Der Unterschied zwischen der Sprache des Babli und der des Jeruschalmi ist bekannt. Vergleicht man eine und dieselbe Halacha, die in beiden Talmuden referiert wird, so muss man notwendig zu dem Resultat kommen, dass die Aussprüche der palästinensischen Lehrer in den babylonischen Schulen gemäss der Aussprache der Babylonier umgemodelt wurden, während andererseits Aussprüche babylonischer Amoräer in Palästina nach der

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