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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 278

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 278)
Language
German
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IRI
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155 der dort üblichen Redeweise vorgetragen wurden. Es [linden aber Ausnahmen von dieser Kegel statt, indem manchmal Ausspräche palästinensischer Lehrer im Babli mit ihren eigenen Worten mitgeteilt werden. Besonders bei Aussprüchen von K. Jochanan finden wir diesen Fall einige Male, worauf schon Luzzatto, Grammatik des Idioms des babylonischen Talmuds § 9, aufmerksam macht. Es sei hier nur beispielsweise auf Berachoth 5 b hinge weisen, wo im Munde des R. Jochanan ביר für Sohn gebraucht wird, was im Jeruschalmi gewöhnlicher Sprachgebrauch ist, im Babli aber meines Wissens nicht weiter vorkommt. An unserer Stelle, glaube ich, haben wir ein ahnliches Beispiel vor uns. Bei den Verbis פ״א wird im Jeruschalmi häutig das א׳ am Anfang weggelassen, wie im Althebräischen bei den Verbis פ״י. Es heisst daher im Jeruschalmi מרין für אמרין; auch bei Hauptwörtern בא für אבא. Ebenso sagt man im Imperativ מר für אמר. Demnach wird auch das מר an unserer Stelle kein Epitheton sein, sondern ein Imperativ von אמר . R. Jochanan sagt zu R. Lakiscli, der seine Ansicht bekämpft: ״ אלא מר מהיכא ילפת להnun, so sage, woher du es herauslernstu. Darauf passen dann die folgenden Worte: ״ אמר מסיניer entgegnete: von Sinai“, wobei das Wörtchen ליה sinngemäss fehlen durfte. Vgl. Megilla 12 a, wo im Dialog zwischen Lehrer und Schüler ebenfalls eine solche Aufforderung א״ל אמרו אתם vorkommt1). VII. Zu der Mischna Sabbath 140 b גודפ״ן מלפני הפטם ומסלקין לצדדין מפני הרעי bemerkt R. Josef Schaul Nathansohn ז״ל in seinen Noten zum Mischnajoth, es sei ihm eine Erklärung hinterbracht worden, wonach das Wort רעי daselbst nicht, wie von Raschi und Rambam, mit ״Rindermist“, sondern ״Weidevieh“ nach 1. Könige 4, 2S zu übersetzen sei. Wie in dem angeführten Vers neben ״ בריאיםgemästeten Rindern“ (vgl. Kimchi das.) רעי als ״Weidevieh“ erwähnt 9 Es ist mir wohl nicht entgangen, dass auch sonst Schülern gegen׳ über in der Anrede מר gebraucht wird, wie Asulai im יעיר אזן bereits bemerkt. Sogar der Vater dem Sohn gegenüber bedient sich dieser Anrede, Pesachim 104b; an letzterer Stelle, wohl nur ironisch gemeint, vgl. daselbst. Dennoch glaube ich aus den angegebenen Gründen, meine obige Erklärung der angeführten Worte für richtig halten zu dürfen.

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