Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 276)
- Language
- German
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153 nur die entsprechende hebräische Form ist. Die Beispiele liessen sich noch reichlich vermehren. Nach dem Gesagten wird auch die angeführte Stelle aus Berachoth klar werden. In den aramäischen Dialekten heisst אשתא, eine Femininbildung zu ״ ,אשאFieber“; אשתא תדמי heisst daher ״Knochenfieber44. Wollen wir diesen Ausdruck wörtlich ins Hebräische übertragen, so lautet er אש של עצמות. Das ist aber nur eine wörtliche Uebertragung, ein A r a m a i s m u s, ähnlich wie יוצאת חוץ für גביקת ברא, ist aber kein richtiges Hebräisch; ״Fieber44 hat verschiedene Benennungen im Hebräischen, niemals jedoch heisst ״ אשFieber44. Wenn nun die Gemara fragt: מאי אש של עצמות, so ist es nicht deshalb geschehen, weil man die Worte nicht zu übersetzen wusste, wie manche angenommen haben, sondern weil der Sinn der Worte nicht klar war, Wenn man einem alten Hebräer, dessen Muttersprache das Hebräische war, diese Worte vorgelegt hätte, so würde er eher ״ein aus Knochen angerichtetes Feuer״ als ״Knochenfieber44 daraus herausgelesen haben. Abbaji gibt daher die richtige Erklärung und zeigt zugleich den Ursprung der hebräischen Worte, indem er mitteilt, dass es auf Aramäisch אשתא דגרמי heisst. Solche dem Aramäischen nachgebildete Ausdrücke gibt es in der Mischna gar viele, ebenso wie wir heute unzählige Bildüngen aus den abendländischen Sprachen in das Neuhebräische aufgenommen haben. Man muss sich aber hüten, auch darin zu weit zu gehen. Viele Ausdrücke in der Mischna sind echt hebräisch, auch wenn sie im תנ*ך nicht Vorkommen. Es versteht sich von selbst, dass im תנ״ך nicht alle hebräischen Ausdrücke enthalten sind, dass die Sprache bei ihrem Leben viel reicher war. In der Ueberlieferung hat sich viel echt hebräisches Sprachgut erhalten, das teilweise in der Mischna Aufnahme gefunden; vgl. dazu Rappoport תולדות רבינו נתן S. 21. Solche Worte sind meistens an ihrer Bildung zu erkennen. VI. Joma 3 b findet sich eine Controverse zwischen R. Jochanan und R. Simon b. Lakisch über den Grund der Absonderung des Hohepriesters vor dem Versöhnungstage. Dort heisst es: א ל ר״ל ״ לר״י מהיכא קא ילפת להR. Simon b. Lakisch sagte zu R. Jocha-