Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 281)
- Language
- German
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218 *) Compellimur credere, etiam )udaeos, qui quondam Norimbergaelhabitabant, fuisse ante ceteros tribules perspicacis ingenii et doctrinae singu״ laris. Quippe in praesens usque tempus in eorundem Akademiis, quas Po«־ lonia frequentes habet, Nürnberger vocantur difficiliora Gemarae loca, in quibus, quod prius certum quodammodo erat, fit deinde incertum (?), Wagen׳־ seil, de civitate Norimbergae 157. Darauf bezieht sich Schudt, Jüd. Merk״ Würdigkeiten V, p. 367, wenn er schreibt: ״Es vermuthet und schliesset Herr Wagenseil, dass die Juden so vormals zu Nürnberg gewöhnet, für andere Juden gar scharfsinnig und klug gewesen seyn, indem noch in Polen auf ihren Akademien die schwere Oerter aus der Gemara Nürnberger ge״ nennet werden.“ Aus den Worten Wagenseils ergibt sich, dass er keine rechte Vorstellung von der Sache hatte. 6) ״Adhibens hoc vocabulum (Nurenberger) maxime, si in Gemara quaerens questionem proponat, de licito vel illicito, et respondens dicit esse licitum; et statim idem quaerens ex aliis exoticis probet idem illicitum esse. Ad quam quaestionem (seu objectionem) ergo tuto quaeri, si itaque quaerens (opponens) scivit id illicitum esse, per alia Exotica, non opus habuit antea quaerere, an licitum id sit, vel non, quia utique prodit alteris Exocitis alle״ gatis, se scivisse id licitum esse, unde quod seit, cur antea quaesivit.“ Bas״ huysen, clavis Talm. max. 510. Diese Darstellung ist ganz zutreffend, es ist jedoch keinNürnberger, sondern ein Regensburger, wie imText oben gezeigt wird. Nachträglich fand ich in der Przemysler Ausgabe des יד מלאכי einige Zu״ Sätze am Ende von R. Seligmann Bär Bamberger זצ״ל. Auch er nennt dort diese קושיא einen Nürnberger. Es ist möglich, dass man in späterer Zeit beide קושות mit demselben Namen bezeichnet oder die Namen vertauscht hat. Auffallend bleibt jedoch immerhin, dass Bamberger ebenfalls auf den von mir zitierten מהר״ם שיף in B. Mezia hinweist. Was dort Nürnberger genannt wird, ist doch entschieden etwas ganz anderes und hat mit der קושיא des יד מלאכי z. St nichts zu tun. 7J ״Fraget man die heutigen Juden, was ein Nürnberger heissen soll, so winden und krümmen sie sich hin und her und geben damit zu verstehen, dass sie es selbst nicht recht wissen oder das Wenige, was sie davon wissen, den Christen nicht gern sagen wollen. Ein gelehrter, zu Christo be״ kehrter Mann suchte mir die Sache durch folgendes Exempel deutlich zu machen. Nemlich ein Bauer fährt einen Wagen mit Stroh schwer beladen zu Markt, dem begegnet Ploni und fragt: Bauer was fährst du gen Markt? Diesem antwortet der Bauer: Heu. Ploni erwiderte: Das ist kein Heu, sondern Stroh. Dem gebe dann der Bauer die Abfertigung und sagte: Wenn du es weisst und siehest, warum fragst du dennoch? Wär also nach dieser Meinung der methodus disputandi der Nürnberger Juden darin bestanden, dass die jüdischen Studiosi ihre Lehrer oder auch andere geschickte Leute wider besseres Wissen etwas gefraget und dann gesuchet die erteilten Ant״ Worten immer mit neuen Einwendungen zu betreiben.“ Würfel, Geschichte der Judengemeinde Nürnberg. Man sieht leicht ein, dass er die ihm erteilte Auskunft total missverstanden hat.