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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1905-01-01 · III. 1905 - 5666 (1905) · page 121

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
III. 1905 - 5666 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 121)
Language
German
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IRI
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58 die Gemeinde Posen ihre hohe Verehrung für ihren grossen Seelenhirten und seine 22 jährige, segensreiche Wirksamkeit in ihrer Mitte in den dauernden, pietätvollen Ehrendenkmälern, die sein Andenken bei jeder Gedenkfeier immer von neuem in Erinnerung riefen166), namentlich aber durch die Berufung seines Sohnes Salomo zu seinem Nachfolger167) (1839). Doch nicht nur in der Nähe, auch in der Ferne ertönten, trotz der von ihm selbst angeordneten Schranken, verherrlichende Klagen um den grossen Toten, welche Schüler und Verehrer bald in Poesie, bald in Prosa, in rührender, sinniger Weise anstimmten168.) — Selbst seine Gegner, die an ihm die Einwirkung des Zeitgeistes vermissten, mussten ihn in seiner Geistesgrösse als ״den Ersten“ auf dem Gebiete der jüdisch-rabbinischen Literatur gelten lassen und anerkennen, dass er auch durch seinen Seelenadel ״in ganz Europa und selbst in einem Teile Asiens einen so grossen Ruf sich gesichert hat, dass ihm in dieser Hinsicht kein zweiter Rabbiner der Neuzeit an die Seite gestellt werden kann“. Alle aber, Freund und Feind, mussten an R. Akiba Eger, gerade weil er in seinem ganzen Wesen die ausschliessliehe Frucht des biblisch-talmudischen Judentums, das treueste, jeden nichtjüdischen Einfluss von sich abwehrende Kind seiner Religion war, erkennen, wie er innerhalb dieser selbstgewählten religiös-geistigen Schranken, zu unvergleichlicher Erfüllung der höchsten Forderungen der Religion gereift war, welche der alte Seher in seinem grossen Wort verkündet hat: ״Was verlangt der Ewige von Dir, als dass du Recht übest, Wohltun liebest und in Demut wandelst mit Deinem Gotte!“ 166) Siehe Anhang X und XIV. Die ungewöhnliche Verehrung für R. A. Eger kam auch zum Ausdruck in dem von Libof aus Fraustadt und R. Pinchas angefertigten, danach lithographierten Bilde, welches durch kunstvolle Zusammenstellung der 150 Psalmen die Gestalt des Gaon darstellte. 167) Vorher war Samson Raphael Hirsch als Nachfolger des R. A. Eger in Posen in Aussicht genommen. Siehe Monatsschrift 1904, S. 164. 168) Bald nach seinem Tode verfassten seine Schüler Raphael Fürsten״ thal אבל יחיד, Breslau 1837, S. Kämpf מספד תמרורים, der Prediger Dob Berusch Plahm עין המים, Mordechai Loewenstamm זכר צדיק (übersetzt von J. Samosz), Israel ben Loebusch קול בוכים (Krotoschin), W. J. Eichborn in Posen einen deutschen Nekrolog und Abraham Stawiski רשפי קשת, Königsberg 1852. Vgl. auch den Nachruf in der Zeitung des Judentums a. a. O. Die 3 letztgenannten Klagegedichte und -Reden waren mir trotz Nachforschens unzugänglich.

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