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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1905-01-01 · III. 1905 - 5666 (1905) · page 120

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
III. 1905 - 5666 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 120)
Language
German
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57 aber, dank welcher der fromme Greis noch einmal das Versohnungsfest unmittelbar vor seinem Hinscheiden feiern konnte, schlug eine bösartige Lungenkrankheit zu, und am 13. Tischri (12. Oktober) 1837 hauchte der als ״Leuchte der GesamtjudenheiP* unvergleichliche R. Akiba Eger im Alter von fast 76 Jahren seine edle jüdische Seele aus und wurde seiner Vereinbarung gemäss neben seiner Gattin beigesetzt. Den Eindruck der Todesnachricht in Posen und der Beerdigung, bei der sich auch neben anderen christlichen Notabilitäten der evangelische Bischof der Provinz beteiligte und die Babbinatsassessoren drei Standreden hielten, veranschaulicht folgender Nachruf der Verwaltungsbeamten der Posener israelitischen Korporation im ״Intelligenzblatt für das Grossherzogtum Posen44 (heute ״Posener Zeitung14) vom 14. Oktober 1837: ״Nach kurz vorher glücklich überstandener, langwieriger Krankheit verschied heute Morgens um 8 Uhr der Ober-Rabbiner Herr Jakob Moses Eger an den Folgen einer Brustkrankheit, was wir seinen Freunden und Verehrern ergebenst anzeigen. Herr Eger, den religiösen Angelegenheiten der hiesigen Korporation seit 1815 vorstehend, hinterlässt das Andenken wahrhaft treuer Anhänglichkeit an die Satzungen unserer weisen Vorfallren, rastlosen Forschens und unermüdeter Förderung der Erkenntnis ihrer Wahrheiten. Obgleich von Körperleiden unausgesetzt heimgesucht, ist sein Geist ihnen doch nie erlegen. Neben ausgebreiteter gelehrter Schriftverbindung, die bis in andere Weltteile reichte, war er stets bemüht, seinen Beruf auszufüllen und durch sein ausgebreitetes Wissen seinen Mitmenschen Vertrauen einzuflössen, wie durch seinen religiösen Sinn Zuversicht auf die Vorsehung. Die Leichenbestattung, während welcher sämtliche jüdische Kauf- und Handelsläden wie schon seit der Sterbestunde geschlossen waren und der, ungeachtet durch die Cholera-Epidemie mancher zurückgehalten wurde, aus allen Ständen eine sehr zahlreiche Versammlung folgte, lieferte den Beweis wahrer Anhänglichkeit und Würdigung seiner Tugenden, die er selbst, zu bescheiden, der Oeffentlichkeit nicht auszustellen bemüht war. Friede seiner Asche. Posen, den 12. Oktober 1837‘65).* Mehr aber noch als durch Nachrufe in flüchtigen Tagesblättern bekundete 1e5) Die Bekanntmachung der!unterbliebenen Kinder siehe in ״Zeitung des Judentums“ 1837 Nr. 95.

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