Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 119)
- Language
- German
- Belongs to
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56 zu lernen, 3) dass man nur an der Begräbnisstätte eine Trauerrede um ihn halten, ihm aber dabei keinerlei Lob nachsagen solle, ausser dass er von seinem fünfzehnten oder sechzehnten Lebensjahre an unter grossen Schmerzen mit Schülern Thora gelernt habe, 4) dass gewisse Vorschriften bei seiner Totenreinigung zu beachten seien (5 ,(עסק ד מיתות ושפיכת ט, קבין) während der Beerdigung Groschen nach der Zahl seines Namens עקיבא an Arme zu verteilen, 6) dass die Grabschrift, jeder Lobeserhebung bar, nur die Worte enthalte: Hier ruht R. Akiba Eger, ein Diener der Diener des Ewigen in Friedland und Posen162), 7) dass vor der Beerdigung bekannt gegeben werden sollte, weder seine Söhne noch seine Töchter noch fremde Kinder sollten seiner Leiche das Geleit geben, 8) dass seine Kinder am Jahrzeitstage nicht fasten, sondern Nacht und Tag ununterbrochen lernen oder andere gegen Sold lernen lassen sollten, 9) dass keiner, der sich rasieren lasse, seine Leiche berühren oder tragen dürfe, es sei denn, dass er sich fortan von dieser Sünde fernhalte, und 10) dass er das gerichtliche Testament aufrecht erhalte und seinen Schwiegersöhnen ihr Erbteil (הלק חצי זכר) auf Wunsch zusichere. Zum Schlüsse bittet er seine älteren Kinder, auf das religiöse und materielle Wohl der minderjährigen und, bei deren Verheiratung, auf eine Verbindung mit geachteten und gottesfürchtigen Familien zu achten163). Auch bei Abfassung dieses Testaments verfügte R. Akiba Eger noch völlig über seine Geisteskräfte164). Eine wesentliehe Verschlimmerung seines Zustandes trat Ellul 1837 ein, als ein Schlaganfall eine Lähmung seiner Glieder und später auch des Sprach Vermögens herbeiführte; nur das Hervorstammeln des Amen auf die wichtigsten Segenssprüche und des Schlussverses von Psalm 145 zeugte von dem regen, inneren Leben des unzerstörbar grossen Geistes. Nach einer vorübergehenden Besserung 162) Seine Grabschrift lautet mit einer kleinen Aenderung durch seine Gemeinde: פ״נ הרב רבינו עקיבא איגד עבד לעבדי ד׳ בק״ק מ, פרידלנר וכלק פוזנא נאסף אל עמיו ביום ה' י״ג תשרי שנת תקצ״ח. 163) Dieses Testament befindet sich in der mir unzugänglichenWarschauer Ausgabe 1875 (zugleich mit dem des R. Jakob Lissa), mir lag ein Abdruck desselben, im Besitze des Familienmitglieds, Herrn SilbersteimBreslau, vor. 164) In dem Vorwort des Testaments: נקרא נקראתי המש אל כבוד רבינז ג״י .ואמר לי דאש איך. זאלל פרטי הדברים שנאמרו כאן אויפצייכנען ער מאד נאך בייא פאלליגעם פערשטאגדע אוגד גוטער אויזשפראכע בע״ה .