Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 114)
- Language
- German
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51 ihrer hohen Aufgabe und der religionsfreundliehen Bestrebung ihres Königs eingedenk, auch wahrhaftige, gottesfürchtige und den Geineindebedürfnissen gerecht werdende Vorsteher wählen sollten, welche die unverletzliche Wahrung des Religionsgesetzes auch für die Zukunft verbürgen. Er selbst aber, der nach achtzehnjähriger Amtstätigkeit in Posen sich bereits altersschwach fühle, könne nur noch durch die ungetrübte Eintracht seiner Gemeinde, die er herbeiflehte, beglückt werden. Dieser weniger schwungvollen als herzlich seelsorgerischen Rede folgte, ausser dem dieser Feier angepassten Königsgebet, ein deutsches Lied und Psalm 150. Nach der Andacht versammelten sich die Spitzen der Gemeinde mit ihrem Seelsorger in einem Saale, in welchem ein Prachtexemplar des neuen Judengesetzes auf rotem Sammetkissen lag, R. Akiba Eger wie auch den Repräsentanten vom Regierungsrat das Naturalisationspatent überreicht wurde und beim Gabelfrühstück die Gründung einer Anstalt zur Verbesserung des Schulunterrichts und zur Förderung des Handwerks unter den Israeliten Posens beschlossen wurde. Abends erstrahlte die Judenstrasse in glänzender Illumination, an der Synagoge waren sinnige Transparente angebracht, während die Massen sich durch Volksfeste belustigten und die Armen, dem Wunsche des edlen Oberrabbiners gemäss, splendid bewirtet wurden151). Trotz dieser lebhafteren Teilnahme an der Welt und den sie bewegenden Ereignissen musste R. Akiba Eger in bereits vorgerücktem Alter die Leiden, von denen er seit seiner frühesten Jugend selten verschont blieb, in immer stärkerem Masse empfinden. Bald war er augenleidend, bald stellte sich Schwäche der Hände ein, bald plagten ihn bedenkliche Unterleibsbeschwerden, bald kündeten andere Gebrechen und Krankheiten die Abnahme seiner Kräfte an 152). Nichtsdestoweniger entfaltete er gerade in den letzten 151) Eichborn a. a. 0. S. 5 ff. 152) S. *n I, 126 das von den Nachwehen eines schweren Krankenlagers zeugende Schreiben an seinen Sohn Salomon E., vgl. auch ,ת I, 170 und den Brief des infolge einer schweren Unterleibskrankheit bereits aufgegebenen R. A. E. an Moses Sofer, in welchem er ihn um die Fürbitte für seine Wiedergenesung ersucht (in 11 חוט המשולש, S. 49—41) sowie 'ת I, 151. Auch in Aktenstücken des Posener Archivs wird seines Augenleidens öfters gedacht.