Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 106)
- Language
- German
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43 dass die Erwerbsquellen der letzteren durch die gleichzeitige, seit neun [Monaten andauernde polnische Kevolution, die den Boden aller geschäftlichen Beziehungen mit dem Nachbarlande völlig brach legte, verschlossen waren. Infolgedessen sah sich R. Akiba Eger veranlasst, wie öfters in früheren Zeiten, zu Gunsten seiner Gemeinde, in einem, in klassischem Hebräisch abgefassten Sendschreiben, an das Wohlwollen des Auslandes, naiuentlieh der Grossgemeinden Hamburg, London und Amsterdam, zu appellieren ,37). Um diese Zeit hatte R. Akiba Eger auch die Gründung einer dauernden, frommen und wohltätigen Stiftung veranlasst, deren Einrichtung und Verwaltung ihm jedoch statt Anerkennung Anfechtung eintrug, ja ihn zu einem energischen Kampf gegen die Vertretung seiner eigenen Gemeinde herausforderte und wesentlich dazu beitrug, die letzten Lebensjahre dieses edlen Greises zu trüben. Da nämlich einerseits die Posener Gemeinde (und Provinz) seit dem grossen Brande 1803 ein Krankenhaus entbehrte, andererseits die Räume des alten, von ihm fundierten Beth-Hamidrasch in der Judenstrasse bei der stets wachsenden Schar seiner Schüler sich immer mehr als unzureichend erwiesen, bestimmte er den Salomon Benjamin Latz, ein reiches und frommes Mitglied seiner Gemeinde, kurz vor dessen ״rode, ein Legat von 6000 Tlrn. für eine diesen beiden Bedürfnissen genügende Anstalt letztwillig festzusetzen138). In dem Testament vom 2. Januar (mit einem Nachtrag vom 4. Januar) 1829, hatte der Stifter, der mit dem Vorstand seiner Gemeinde in Uneinigkeit gelebt hatte, ausdrücklich erklärt, dass er R. Akiba Eger ״im Vertrauen auf seine grosse Frömmigkeit, Rechtschaffenheit und Wissenschaft, welche Art der Errichtung und Einrichtung der wohltätigen Anstalt näher zur Seligkeit führt, überlasse, die Art und Weise der Einrichtung und ihre feinere Verwaltung für die Zukunft nach seiner Ansicht zu bestimmen. Nur was 137) S. Anhang VIII. Ueber eine ähnliche Sammlung für Posen im Jahre 1717 siehe Monatsschrift XIV S. 133, Anm. 4; über eine andere vom Jahre 1742 siehe ebend. S. 171. Ein Sendschreiben der Posener Gemeinde vom Jahre 1738 hat Prof. Dr. Berliner ebend. XVII S. 174 veröffentlicht m) Die folgende Darstellung stützt sich auf die umfangreichen Akten des Posener Staatsarchivs C. XV1I1 57. — Ueber S. B. Latz vergl. auch oben Anm. 27.