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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1905-01-01 · III. 1905 - 5666 (1905) · page 99

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
III. 1905 - 5666 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 99)
Language
German
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…/3486266-3486271--0844-3487205
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36 Synagoge überhaupt verschlossen, am Sabbath die Thora in dreijährigem Cyklus ohne Trop, ja, merkwürdigerweise selbst ohne abschliessenden Propheten-Abschnitt, verlesen, di e hebräische Sprache, trotz der ungerechtfertigten Liebhaberei für die portugiesische Aussprache und des Bruches mit der uralten Pietät gegen den vierbuchstabigen Gottesnamen (?), grösstenteils zu Gunsten, der deutschen preisgegeben, die urkräftige, selbst biblische Liturgie (פסוקי תמרה, auch תפלה בלהש) willkürlich durch seichte, deutsche Lieder ersetzt, sondern auch der Grundcharakter der jüdischen Stammgebete durch Ausmerzung der auf die idealen Zukunftshoffnungen Israels und seiner Propheten, auf die Wiederherstellung Zions, seines Tempels und seines Dienstes bezüglichen Stellen grundsätzlich entstellt, — alles Reformen, welche, wie R. Akiba Eger, das Hamburger Rabbinat, der auch hier sehr weitblickende R• Moses S.ofer erkannten, ja, selbst die Vertreter der radikalsten Reform bekannten120), keineswegs durch das ״Verlangen nach Befriedigung eines eigenen, religiösen Bedürfnisses, sondern nach einer gefälligeren Repräsentation des jüdischen Kultus nach aussen121)“, durch subjektiv ästhetische, nicht ethische, geschweige jüdische Motive hervorgerufen waren. Merkwürdig war nur, dass man, obwohl ״die Prediger und Religionslehrer des Tempelvereins die ersten geistlichen Funktionäre im Judentum gewesen sind! die sich ohne Hehl öffentlich von der Beobachtung des Ceremonial- Gesetzes lossagten“, dennoch jene Reformen als harmlose, mit der talmudisch-rabbinischen Tradition in völligem Einklang stehende Einrichtungen sanktionieren wollte. Dazu gab sich jedoch in Deutschland nur der gesinnungslose, gewinnsüchtige, wegen seiner Spielsucht und Lasterhaftigkeit selbst von dem milden R. Akiba Eger verfolgte, und darum in das Lager der Reformpartei, später sogar in das der Christenheit übergetretene Elieser Libermann her122). Dieser unternahm (Ijar 1818) in seinem נגה צדק J2°) S. Ende des erwähnten Anhanges; ה״ס VF 84 in der Anfrage: בל כוונותיהם להדמות להעמיס לילך בנימוסיהם, in der Antwort des R. M. Sofer: הם המחניפים לעמי הארץ לאמר כמונו כמוכם. Geiger, der Hamburger Tempelstreit, S. 34: *Das Prinzip war, das mit der bürgerlichen Stellung in Widerspruch Stehende zu beseitigen.“ Stern, Geschichte des Judentums, dem obiges Citat entstammt, S. 184. 121) Ibid. S. 178. 122) Moses Sofer a. a. O. No. 85: וזה הי׳ כל פרי צמיחת ם׳ נגה צדק של ר׳ ליברמאן שמעיקרא לא אהי' אלא על שהי' נרדף ממו״ח הגאון התחכר להון החוא וחיכו* להם ספר כרצונם להחניף לא

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