Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 85)
- Language
- German
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22 riker vielfach verdiente und fruchtbare Dr.Saul I s a k K ä mp f, Prediger und Professor der semitischen Sprachen in Prag, zu dessen Erstlingswerken die erste Biographie des ihn begeisternden Lehrers R. Akiba Eger gehörte, gestorben 189276); der in Glogau 1804 geborene, seinem Lehrer an Gelehrsamkeit wie an Charakter treu nacheifernde Joseph ben Jonathan Zedner, Lehrer der jüdischen Gemeindeschule in Strelitz-Mecklenburg, später in London Kustos am British Museum, verfasste ausser mehreren Editionen ״Über den Wortton der hebräischen Sprache“, ״Auswahl historischer Stücke aus hebräischen Schriftstellern vom 2. Jahrhundert bis auf die Gegenwart“, und vor allem den ausgezeichneten ״Catalogue of the Hebew Books in the Library of the British Museum“, starb 1871 in Berlin77); vorübergehend war auch der in Zerkow gebürtige, Prof. Dr. Julius Fürst (1805—1873), der erste jüdische Universitätslehrer in Sachsen78), wie auch der seinem Lehrer am meisten entfremdete, der radikalsten Reform huldigende Rabbiner zu Kosten und Oppeln, Dr. Aron Wiener, gestorben 1895, Schüler des R. A. Eger79). Von nicht geringer Bedeutung für seine begeisternde, segensreiche Wirksamkeit in Posen war es, dass neben diesen und anderen, in einflussreicher, führender Stellung wirkenden Männern auch eine grosse Anzahl von Privatgelehrten in der Hochschule des R. Akiba Eger ihre Ausbildung suchten und dann als Zierden ihrer Gemeinden inmitten ihrer weltlichen Berufsarbeit, leider im Gegen-?ö) Bei Lippe ebendaselbst S. 218,219,615, 616 sind seine Werke aufgezählt; s. auch Lewin, Lissa, S 275 ff. und Kayserling, Bibliothek jüdischer Kanzelredner II S. 310. 77) ״Auf der Talmudschule zu Posen, zu den Füssen des ebenso milden wie tiefdringenden R. Akiba Eger, der gleichsam die Abendröte des erlöschenden klassischen Talmudstudiums für Deutschland darstellt, fand Zedner bald Gelegenheit, eine sichere und dauerkräftige Grundlage jüdischen Wissens fürs Leben zu erwerben. Von hier nahm er aber auch durch das voranleuchtende Beispiel seines Meisters, in seinen Anlagen noch gefestigt, demütige Bescheidenheit und selbstlose, nur der Sache gewidmete Hingebung als feste, unverlierbare Eigenschaften für seine Laufbahn mit.“ David Kaufmann in ״Allgemeine Deutsche Biographie“. 78) Mitteilung seines Sohnes, des Geheimen Medizinalrates Dr. Livius Fürst. Siehe auch Zeitung des Judentums, Mai 1905. 79) Siehe Kayserling a. a. O. II S. 306. %