Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 59)
- Language
- German
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55 dem Rabbbiner das Recht eingeräumt, 4 Talmudjünger (Bachurim), denen nötigenfalls Freitische zugesichert wurden, zu halten. — Nach Festsetzung dieses Kontraktes fand die Wahl des Rabbiners durch Lose statt, an der alle 34 Aelteste teilnahmen. Es stimmten 17 für Akiba Eger, während für den Rabbiner von Prenzlau 12, für den von Labischin 4 und für R. Abril Katz aus Dt. Krone nur 2 Stimmen abgegeben wurden. Damit war Akiba Eger am 8. Adarl 1791 zum Rabbiner von Märkisch Friedland gewählt, und bald darauf wurde ihm der Rabbinerbrief in ehrenvoller Weise zugehändigt. In überschwenglicher Begeisterung beglückwünschten ihn seine Freunde, namentlich aus Lissa, zu der Freudenbotschaft seiner neuen Würde und ״Erhebung“. Nach kurzer Zeit hielt der 29 jährige R. Akiba Eger unter grossem Jubel der Gemeinde seinen feierlichen Einzug in Mk. Friedland, wo er am längsten — während der besten Jahre seiner Manneskraft — verweilte, gerade zu einer Zeit, da draussen in der grossen Welt, sowie in der kleineren seiner weiteren Glaubensgemeinde, am politischen wie am religiösen Himmel die folgenschwersten Er- Schütterungen und Veränderungen sich vollzogen oder vorbereiteten. Wenn aber je, so hatte sich damals an ihm das Wort bewährt; ״Nicht der Ort bringt den Mann, sondern der Mann bringt den Ort zu Ehren.“ Die Macht seiner Persönlichkeit zog bald so viele Jünger an, dass ihm auch hier ein Kreis, der ihn verstand, umgab und das in der talmudischen Welt bisher kaum genannte, geschweige gekannte Friedland bald mit der grossen Talmudschule zu Prag wetteifern konnte. Sehr geschätzte Rabbiner und Gelehrte wie der(S.46Anm. 39) erwähnte R. Naphtal i Hirsch Bleichrode, der ausgezeichnete Posener Dajan R a fael MosesLevy, gest. 1848, wie dessen Vater, ferner der sehr angesehene R. Juda Löb Blaschke, Rabbiner in Koschmin und Schönlanke (von 1783—1861), der wohlbekannte jüdische Literat Rafael Fürstental, Verf. des Kommentares zu חיבת הלבבות und zu den סליחות sowie einer rabbinischen Anthologie, der wahrscheinlich schon in Friedland ausgebildete, vorzügliche Schüler (תלמיד מובהק) Juda Aron Lazarus ausFilehne, Vater des Prof. Lazarus, Hirsch Löwinsohn aus Posen, Herausgeber