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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1904-01-01 · II. 1904 - 5665 (1904) · page 54

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
II. 1904 - 5665 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 54)
Language
German
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50 heimatlose R. Akiba gar bald liebevolle Aufnahme in der z. Zt. angesehensten Nachbargemeinde, in Rawitsch, wo damals eine stattliche Zahl von Talmud-Lehrern und Jüngern seine Grösse zu schätzen wusste. Damals war es wohl auch, da er zuerst in freundschaftliche Beziehung trat zu dem um die Verbreitung des Talmudstudiums wohlverdienten Rabbinatspräses in Rawitsch, R. Israel Wreschner, der später sowohl als solcher wie auch nach seiner Berufung zum Dajan und Klausrabbiner in Lissa mit ihm correspondierte 51), wie auch zu dem gründlich gelehrten und tief frommen, hochgeschätzten Schwiegersohn des R. Mei'r Posner, R. Juda Löb Naumburg, der gleichfalls ־!":^(Rabbinatspräses) in Rawitsch wurde 52). Dennoch war diese, über ein Jahr währende Zeit der härtesten Entbehrung seiner so jäh heruntergekommenen Familie und seiner schweren Sorgen für ihren tägliehen Bedarf die trübste und drückendste seines ganzen Lebens, bis er endlich mit Erfolg sich um das bisher ihm verhasste Rabbinat bewarb und zwar um dasjenige in der kleinen, ihm bis dahin völlig fernstehenden Gemeinde zu Märkisch-Friedland. R. Akiba Eger in Märkisch-Friedland 1791—1815. Märkisch-Friedland in Westpreussen, dicht an der brandenburgisch-pommerschen Grenze, heute ein Städtchen von etwa 2200 Einwohnern mit noch nicht 40 jüdischen Familien, hatte damals eine ansehnliche, aufblühende jüdische Gemeinde. Die Stadt selbst, 1314 von deutschen Grundherren a.uf deutsches Recht gegründet, gehörte von 1368 bis 1772 zu Polen und kam durch die erste Teilung Polens mit dem Netzedistrikt, der fünf Rabbinersitze, — ausser Fr. Filehne, Krojanke, Schönlanke, Inowrazlaw und Tütz — und über 6200 jüdische Seelen fasste, unter die Herrschaft des um die eifrige Kultivierung und Germanisierung dieses Landesteiles so hochverdienten Friedrich des Grossen. Sie zählte zu den Städten des neugebildeten Deutsch-Kroner Kreises und stand wie dieser unter der Direktion der Kammerdeputation zu Bromberg. Wahrscheinlich weil sie infolge ihrer 51) S. 'ת II 102 und I 152 und Lewin S. 347. 52) S. oben Anm. 22.

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