Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3486266-3486269--0368-3486728- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
31 aus Lissa und dann seit 1771 R. Pinchas Hurwitz folgte, den Wissensdurst vieler Tausender der begabtesten, jüdischen Jünglinge. Eine Fülle von bahnbrechenden Werken wie der פני יהושע und הפלאה zur tieferen Erforschung des Talmuds, der אורים וחומים, כרתי ופלחי, פי־י מגדים zur gründlicheren Beleuchtung des Schulchan Aruch, שב יעקב, נודע ביהודה und זכרון יוסף zur Richtschnur für die den neueren Bedürfnissen angepassten, religiös-praktischen Entscheidungen und eine ungewöhnliche Zahl von pfadfindenden genialen Männern — auser den bereits Genannten Elia Gaon zu ,Wilna 1720—1793, Jesaia Pik, Joseph Teomim, Elchananben Schmuei Sanwil 1752—1780 in Danzig, Verfasser des סדרי טהיה, Elasar Flekeles und etwas später Elasar ben Ariel Löb, Verfasser des 1836—1758 ,שמן רוקה und andere — eröffneten auf dem vielbearbeiteten Gebiete der talmudischen Literatur neue, lichtvolle Gesichtspunkte und anregende Methoden. Sich zu diesen Grossen Israels emporzuarbeiten, war das höchste Ideal und Streben der Strebsamsten, wie diese wiederum die grossen Massen zu sich erhoben. Dieser unverdrossene, entsagumrskräftige, Tag und Nacht nicht ruhende Forschungseifer, mit dem die Jünger das talmudische Wissen sich anzueignen und zu vertiefen suchten, machte nicht nur geistesstark, sondern übte auch den segensreichsten Einfluss auf die sittliche Vorstellungswelt und Lebensart der breiteren Volkschichten. ״Wahr ist es,“ — bekennt selbst einer der entschiedensten Feinde und rücksichtslosesten Bekämpfer der damaligen Geistesrichtung 3) — ״von Gott und seinen Eigenschäften haben sie erhabene und richtige Vorstellungen, ihre moralischen Grundsätze sind streng bis zum Stoicismus, ihre Uneigennützigkeit und Wohltätigkeit sind rühmenswert, jedes Versprechen ist heilig, gottergeben sind sie in Leiden, und selbst der kleinste Rabbiner ist Moralist׳, dringt auf tugendhaften Wandel, Bezähmung der Leidenschaften und ist als Richter unbestechlich.“ In dieser geistigen und sittlichen Atmosphäre ist nun Akiba Eger gross geworden, ihr ist er trotz der erschütternden, politischen, sozialen wie kulturellen Veränderungen bis ans Ende treu geblieben, und aus ihr allein ist er zu begreifen. — Wesentlich trug 8) David Friedländer: Ueber die Verbesserung der Israeliten im Königreich Polen 1819 S. 41 u 45.