Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 12 (24.3.1905)
- Date
- 1905-03-24
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3315709-3316128-3316145--46708-3341567- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 12 „bi* & weit" Nr. 12 (Fflr diese Rubrik ist die Rtdaktioi nicht verantwortlich.) Erster Wiener Jüdischer Turnverein, Wien. Der erste Wiener jüdische Turnverein veranstaltet am 25. d. J. im Baiisaale Ronacher ein Kostümkränzchen (ohne Kostümzwang). Herren Ball- oder Soiree-Toilette. Saaleröffnung 9 Uhr. Einladungen und Karten (Preis K 2) sind im Vereinslokale, Wien, L, Mölkerbastei 5, ferner bei sämtlichen Vereinsmitgliedern, sowie im Cafe de France (Schottenring) und Cafe Donau (Praterstrasse 10) zu haben. * * * Jüdische Toynbee-Halle. Wien, XX., Karajangasse 20. Vortragsordnung : Sonntag, 20. März. H. York-Steiner: Vorlesung eigener Novellen. Montag, 27. März. Dr. H. Kadisch: Bodenreform. Dienstag, 28. März. Diskussion. Mittwoch, 29. März. Professor Dr. L. Königstein: Unser Auge. Donnerstag, 30. März. Dr. A. Jokl: Die Frau im Recht. Freitag, 31. März. Bibelerklärung. Samstag, 1. April. Konzert, * * * Vortragszyklus aus der Geschichte der Juden in Deutschland und Oesterreich. Montag, 27. März 1905, präzise 1,28 Uhr abends, findet im Festsaale des „Ingenieur- und Architektenvereines*, L, Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Dr. Max Grunwald statt. Thema: „Das Ghetto in Frankfurt a. M. und seine Geschichte." Dieser Vortrag ist der letzte im diesjährigen Zyklus. Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei ohne Karten. * jj. * Mitteilungen vom Bureau des Akademischen Zionistischen Vereins „Tchiah" zu Kothen. 1. Lebensverhältnisse in Kothen : Wohnung von 12 bis 18 Mark monatlich mit Morgenkaffe und Bedienung, Mittagstisch von 18 bis 25 Mark monatlich. Es gibt schon Mittagstisch für 12 und 15 Mark (von 40 — 85 Pfg., pro Mittag). 2. Gebühren für die „Ferienkurse für koloniale Technik" : Einschreibegebühren h Mark, Gesamthonorar 10 Mark. (Die Köthener Kommilitonen sind von dem 10 Mark-Honorar dispensiert.) Ueber den Besuch des Ferienkurses kann auf Wunsch ein Zeugnis gegen Entrichtung einer besonderen Gebühr ausgestellt werden. 3. Das Bureau des A. Z. V. „Tchiah" besorgt auf Wunsch Wohnung und bestellt Mittagstisch für die werten Gäste. Verein ,Jüdischer Techniker, Mittweida.1' Der „Verein jüdischer Techniker" in Mittweida" gibt Auskünfte über die Aufnahme im hiesigen Technikum, respektive über die hiesigen Verhältnissen. Es wird gebeten für die Rückantwort eine 10 Hellermarke, respektive 10 Pf.- Briefmaike beizulegen. Adresse des Vereines : Lesehalle und Bibliothek „Verein Jüdischer Techniker- Mittweida in Sachsen. Mit Zionsgruss: J. A. d. V. Ch. Wechsler, Präses. Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, Wien, IX., Grünetorgasse 34. Einladung! Euer Hochwohlgeboren werden hiermit zu dem Freitag den 24. d. M. im Hörsaale 33 der juristischen Fakultät stattfindenden Vortrag des Schriftstellers Herrn Adolf Gelber über „Tausend und eine Nacht" höflichst eingeladen. Beginn präzise 7 Uhr abends, jur. S. Schleuder er med. H. Schlesinger dz. Schriftführer. dz. Präses. * * * An die jüdische Bevölkerung Wiens. In einer äusserst traurigen politischen und wirtschaftlichen Lage befinden sich unsere jüdischen Volksgenossen in Gesamtösterreich und insbesondere in Wien. In sich gespalten, voa heuchlerischen Freunden ausgenützt, stehen sie Gegnern gegenüber, die sie als eine inferiore Rasse, als Ausbeuter politisch und wirtschaftlich bekämpfen, boykottieren und zu Parias im Staate degradieren wollen. Die „Jüdische Vereinigung", die sich vor kurzem mit dem Programme des „Jüdiscnen Volksvereines" konstituiert hat, wird im Sinne dieses Programmes die wirtschaftliche und politische Organisation der Juden auf nationalsozialer Basis anstreben. Sie will energisch fördern die physische, geistige und wirtschaftliche Renaissance aller unserer jüdischen Volksgenossen bis zu dem letzten und ärmsten hinab. Wir wollen stets eingedenk sein unserer Solidarität mit unseren Brüdern im Osten, alles fördern, was zur Erlangung einer Heimstätte für sie geeignet ist. Andrerseits wollen wir die politischen und sozialen Rechte der Juden Oesterreichs wahren und erweitern. Wir wollen, dass die Gleichberechtigung des jüdischen Volkes mit allen übrigen Völkern der Monarchie endlich verwirklicht werde. Niemals aber wird es uns hindern, alle jene Bestrebungen anderer Nationalitäten zu unterstützen, die in den früher aufgestellten Postulaten uns Rechnung tragen und mit uns gemeinsam an dem Aufbau eines völkerversöhnten, wirtschaftlich regenerierten Oesterreich arbeiten wollen. Ihr Juden Oesterreichs, erwacht aus eurer Lethargie, erinnert euch an eure Pflichten, an euch selbst und an euer Volk! Helft uns mitbegründen eine Organisation zur Wahrung eurer politischen, nationalsozialen Interessen! Unsere Parole aber wird allezeit sein: „Alles durch und alles für das jüdische Volk!" Wien, den 14. März 1905. med. Jehuda I r r g a n g Adolf Bojko Schriftführer. Präses. Wien. (Jüdische Vereinigung.) Dienstag den 28. d. M. um 8 Uhr ab«nds findet der zweite Diskussionsabend im Cafe" Neptun, XX., Mathilden platz 8, statt. Tagesordnung: „Die Juden und die österreichische Nationalitätenfrage". Referent: Dr. H. Kadisch. Gäste herzlich willkommen. ftcis de* J£eifre§uf)£* Gedenket des Sohekels! Voranzeigen. Wien. Der Verein „Poale Zion" erlässt hiermit seine Einladung zu der am Samstag den 25. März präzise 7 Uhr abends, im Restaurant Hirschbein, IL, Schiffamtsgasse 20, stattfindenden Purimfeier mit ernsten und heiteren Vorträgen. Entree frei. Gaste willkommen. Wien. „Theodor Herzl" (II. Förstergasse 8). Samstag den 25. d., Herr Dr. Hermann Kadisch: „DieJudenfrage und das soziale Problem*. Mittwoch den 29. d. Herr Doktor Michael Zweig: Thema vorbehalten. Seminarabende wie sonst. Begin J/28 Uhr. Gäste willkommen. Wien. Der Einzelverftin Wien des „Zionu veranstaltet Dienstag, 28. März um 8 Uhr abends im Kongressbureau, IX. Türkenstrasse 9, einen Vortragsabend. Referent Dr. Paul Weisengrün. Thema: „Zionismus und Sozialismus". Wien. Am 29, d. M. findet in Neumanns Restauration* Wien, XIV., Schwendergasse Nr. 1, eine Versammlung des Einzelvereines „Fünfhaus * des „Zion" statt. Auf der Tagesordnung stehen: 1. H. York-Steiner: Vortrag ernster und heiterer Dichtungen. 2. Dr. S. Krenberger: „Dr.Herzls Erbe". Die Namen der Referenten bürgen schon dafür, dass die Versammlung sehr interessant und lehrreich sein wird. Gesinnungsgenossen alier Bezirke und Gäste willkommen. Wien. (Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter.) Laut Beschluss des Ausschusses wird anstatt einer Purimfeier eine Vortragsakademie am Sonntag den 9. April um 3 Uhr nachmittags im Festsaale der Restauration Edelhofer, II. Roten Sterngasse 7a, mit gewähltem Programme stattfinden. Regiebeitrag 50 h. Das Reinerträgnis fliesst dem Bibliotheksfor ds zu. Ein ausführliches Programm wird in der nächsten Woche bekanntgegeben werden. Karten sind im Kongressbureau, im Verlage „Ziona und bei sämtlichen Ausschussmitgliedern zu haben.