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Die Welt · 1904-12-23 · 52 (23.12.1904) · page 11

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Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
52 (23.12.1904)
Date
1904-12-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 52 „bis £ W$lt" Seite 11 Abraham Reisen. Hoffentlich wird der Erfolg dieses Abends das Komitee zu weiteren Veranstaltungen anspornen und uns Gelegenheit geben, den Jargon nicht nur achten, sondern auch lieben zu lernen. Arno Brandt' Wien. (Verbindung jüdischnationaler Hochschüler aus der Bukowina „Herzlonia" in Wien.) Wir erlauben uds hiermit höflichst die Konstituierung der Verbicdung jüdischnationaler Hochschüler aus der Bukowina „Herzloniatt in Wien anzuzeigen und teilen gleichzeitig das Ergebnis der Chargen wahl«n für das laufende Semester mit: Präses Exp,- Akad. B. Deinner, Vizepräses stud. med. J. Schärf, Schriftführer cand. ing. A. Trichter. Wien. Am 3. Dezember fandhier ein Abend zu Ehren des hebräischen Schriftstellers D. S. Silberbusch statt. Zur Eröffnung hielt Herr M. Berkowicz eine kurze Rede im Namen des Komitees und überreichte dem Jubilar ein Ehrengeschenk, das ihm von seinen Freunden gespendet wurde. Es sprachen ferner die Herren Dr. Mehr er, L ubetzky, Kupfer und der Jerusalemer Gelehrte Luncz. Dann sprachen die Vertreter der S*udentenvereine. Zum Schlüsse besprach Herr Dr. Wachstein einige Vorzüge von Silberbusch' belletristischen Arbeiten. Mit Absingung einiger nationaler Lieder durch die Studentenschaft schloss der schöne Abend. K—g. Wien. Am Sonntag abend nach dem Mairevgebete fand die Gedenkfeier nach dem vor Kurzem im Alter von 35, Jahren verstorbenen Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Mich. Rappaport im Betlokale des Vereines „Bne Brith" in der Traunfelsgasse bei zahlreicher Beteiligung statt. Es erschien der Gesamtvorstand, ferner die Witwe Frau Emilie Rappaport mit zwei Söhnen, Major Bar dach und Andere. Obmann Bernh. Ober begrüsste mit einigen herzlichen Worten die Anwesenden und stattete besonderen Dank ab der Familie des Verewigten für die sie selbst ehrende pietätvolle Widmung einer silbernen Menora, ebenso für die Gedenktafel, die aus diesem Anlasse eingeweiht wurden. Rabb. Dr. Bach betonte in seiner inhaltreichen Festrede den Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Zukunft des Judentums, namentlich zur religiösen Erziehung der Jugend in warmer Begeisterung ermahnend. Kantor Schor von Fünfhaus übernahm mit seinem Chore die gesangliche Fraktion, die den besten Eindruck hervorrief. Wien. Im Betiokale der sogenannten Spiegelschul (Hammer Purgstallstrasse) wurde am Sonntag abend nach dem Mairev-Gebete ein „Hesped" abgehalten nach dem kürzlich verstorbenen Rabbiner Markus Liebmann. Die Trauerrede hielt Rabbiner Leop. Abel es in würdiger, erhebender Weise, die grosse Gelehrsamkeit, Bescheidenheit und wahre Frömmigkeit des Verewigten hervorhebend und die Mitglieder der Synagoge ermahnend, in seinem Geiste fortzuleben und so sein Andenken am schönsten in Ehren zu halten. Rabbiner Liebmann war ein gebürtiger Kajeteiner und durch sechs Jahre in der Jeschiba des sei. Rabbi Moses Sofer in Pressburg, einer seiner hervorragendsten Schüler, den sein Lehrer besonders an eiferte. Sein Andenken sei gesegnet! —n— Wien. Die jüdisch-akademische Verbindung „Unitas" macht hierdurch die geziemende Mitteilung, dass ihr 1. a. H. Ing. Julius Fürst am Samstag, 17. Dezember, im Festsaale der k. k> technischen Hochschule in Wien zum Doktor der technischen Wissenschaften promovieren wild. Wien. Verein „Bar Giora". Wahlen für das VI. Semester. Präses: techn. F. Rosenzweig; Vizepräses: techn. A. Löwy; Schriftführer: med. J. Fröhlich und med. K. F e k e t e; Kassier : jur, R. Sal om. Wien. Der literarische Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria" entwickelt eine rege Tätigkeit und hat im Laufe weniger Wochen mehrere sehr gelungene literarische Nachmittage veranstaltet. Am 14. November Herr Dr. V. Kurrein Heyerman's Werke „Judenstreich* und „Ghetto". 27. November M. Berkowitz „Die Frau in der taimudischen Literatur". Schriftsteller Herr Heinrich Glücksmann hat am 11. Dezember über „Das Judentum in der lyrischen Poesie" glänzend gesprochen. Rezitation der angeführten Dichtungen. Nationalfondssammlungen. B. H. Wien. Verein jüdischer Hochschüler aus Rumänien „Erez Israel". Wahlen : Präses med. D. Nussbaum, Schriftführer med. J. Weinfeld, Kassier phil. C. Wolfshaut. Prag. Am 27. November veranstaltete der Jüdische Volksverein in Prag einen Diskussionsabend woselbst ganz allein über den Wahlzensus der Prager Kultusgemeinde debattiert wurde. Das Referat erstattete Herr Philipp Lebenhart. Derselbe wies an der Band der StatuteL vieler anderer Gemeinden nach, dass die Prager Gemeinde allein von diesen allen einen Wahlzensus statuiert hat. Es ist aber ein Unrecht sondergleichen, in kulturellen Angelegenheiten den minderbesteuerten Juden von der Wahl auszuschliessen. Die Versammlung pflichtete den Ausführungen bei und beschloss, nachdem mehrere Redner das Thema gründlich erörtert hatten, ei je Massenpetition an die Repräsentanz zu richten ,worin der Forderung nach dem allgemeinen Wahlrechte energisch Ausdruck gegeben wird. Teplilz-Schönau. („Jüd. Volksverein Teplitz-Schönau".) Im November d. J. wurde der erste Diskussionsabend in dem Verein veranstaltet. Wir sahen daher dem Ausgang dieses Versuches nicht gerade optimistisch entgegen. Er gelang ausserordentlich. Das Referat erstattete das Vorstandsmitglied Herr Ludwig Steiner. Er sprach in sachlicher und prägnanter Weise über das Thema: „Was hat uns der Zionismus gebracht?" Vielen unserer Mitglieder brachte er Neues, allen jedenfalls Anregung. Daran schloss sich eine Debatte in der Form, dass aus der Versammlung teils mündlich, teils mit Fragezetteln Fragen gestellt wurden, die ebenfalls aus der Versammlung beantwortet wurden. Indem zu mancher Frage oder zu mancher Beantwortung mehrere Redner sprachen, entspann sich eine lebhafte Debatte. Solche Fragen waren : Unsere Haltung zur Deutschen Fortschrittspartei. Wie stellt man sich die Kolonisation in Palästina vor? Ist Palästina fruchtbar genug? Wie soll sich die jüdische Frau im Zionismus verhalten? Wird die Emanzipation durch den Zionismus unterbrochen? Kann man mit Schnorrern ein Reich gründen? In der Debatte wurde von einem Redner auch für die Jüdische Kolonialbank agitiert. Für den N.-F. wurde gesammelt. Befriedigt und angeregt ging man auseinander. Dem gelungenen Versuche sollen bald andere folgen. Jetzt rüsten wir zur Makkabäerfeier. Kolomea. Anlässlich des zehnjährigen Bestandes des Vereines „Beth Israel" fand am 6. d. M. im Vereinslokale eine Jubiläumsfeier statt, welche durch Beteiligung von Vertretern der Kultusgemeinde, der Intelligenz etc., ferner der Gesinnungsgenossen der Vereine „Rachel" und „Zeire Zion* sowie der akademischen Verbindungen „Hasmonaea", „Hazefirah", ,Hebroniaa und „Emunah" aus Czernowitz und vieler anderer sich zu einer imposanten Kundgebung für den Zionismus gestaltete. Nach der Festrede des Präsidenten Herrn Dr. Rosenheck, welcher die Tätigkeit unseres Vereines (Gründung einer Toynbeehalle und Volksbibliothek, Unterstützung jüdischer Abbrändler sowie russischer und rumänischer Emigranten) schilderte und mit einem tiefgefühlten Nachruf auf unseren Führer schloss, fand ein Festbankett statt. Aus dem Reigen der Toaste sind besonders hervorzuheben der Toast des Vertreters der hiesigen Kultusgemeinde Hrn. Dr. Milgram, welcher Worte voller Anerkennung für den Zionismus als Bildner der jüdischen Jugend fand, und der Toast der Frau Hausknecht, welche mit wahrhafter Begeisterung für den Zionismus plaidierte. Um 4 Uhr früh schloss die solenne Feier. Sammlung für den Nationalfonds K 42.—. Resultat der heurigen Ausschusswahl: Präses Dr. Rosenheck, Vizepräses Dr. SaL Singer, Sekretär M. Lachs, Kassier J. Mayer, Ausschussmitglieder W. Adler, A. M. Braun, F. Brecher, S. Fischbach, J. Sokal, S. Hecht. Stanislau. (Verein „Erez Israel".) Das D.-K. Stanislau (Verein „Erez Israel") hat seine Tätigkeit wieder aufgenommen und setzt sich nunmehr aus folgenden Mitgliedern zusammen: Präses Dr. Rüben Jonas, Schekel Dr. Schur, Dr. Braude, Dr. Füllenbaum, Kolooialbank Bacher, N-F. Pfeffer, Freilich, Korrespondenz Magnet, Gold, Frl. Meiler. Geldsendungen für Schekel empfängt Herr Dr. Füllenbaum, Kanzlei des Herrn Advokaten Dr. Fischler, Stanislau. Stryj. Im jüdischen akademischen Vereine „Veritas* wurde folgender Ausschuss für das Wintersemester 1904/5 gewählt: Präses Adv.-Kand. Norbert Schiff, Vizepräses Adv.-Kand. Michael Ringel, Schriftführer stud. jur. Israel Moldauer, Kassier stud. jur. Abraham Herschdörfer, Bibliothekar stud. jur. Heinrich Landesberg. Drohobycz. Chargenwahlen, Verbindung „Makkabea". Präses jur. S. Lustig, Vizepräses jur. Henenfeld, Schriftführer jur. Ch. Sternbach, Bibliothekar jur. N. Sussmann. Nadworna. ,ZionÄ, VIII. ordentlicheGen er al Versammlung am 30. v. M. Eröffnung durch den Vorsitzenden Herrn Josef Mehr, wobei er des grossen Verlustes gedachte, den das gesamte Judentum durch den Tod Dr. H^rzls erlitten hat. Hierauf ergriff Gg. L. Förster das Wort zu einem Nachruf für den grossen Toten. Er feierte in ergreifenden, schwungvollen Worten den glänzenden Juden, Denker und Dichter. Er appellierte in Herzls Geist an die

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