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Die Welt · 1904-09-30 · 40 (30.9.1904) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
40 (30.9.1904)
Date
1904-09-30
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 40 „bie weit" Seite 9 selbst einen Vatermörder begnadigen sollten/ Meinte er damit nicht etwa auch uns von allen Seiten bekämpfte Zionisten in Ungarn? Für die Aufnahme dieser, zur Rechtfertigung meines Standpunktes dienenden Zeilen der geehrten Redaktion bestens dankend Hochachtungsvoll Hethärs, 26. September 1904. Hermann Kopp jun. Nachbemerkung der Redaktion: Wir erachten mit dieser Erklärung die ganze Sache für erledigt und schliessen uns der Mahnung nach Einigkeit gerne an. * * * Wien. („Die Oesterreichische Union") veranstaltet Donnerstag den 6. Oktober, präzise halb acht Uhr abends im Festsaale des „ Hotel Savoy", VI., Mariahilferstrasse 81, eine öffentliche Vereinsversammlung mit der Tagesordnung: „Der Kampf gegen diejüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden." Die Diskussion wird von Herrn Gemeinderat Dr. Oskar Hein eingeleitet. Gäste — auch Damen — haben zu dieser Versammlung Zutritt. — Mit Rücksicht auf die Bedeutung des Thema's, welches ja eine Existenzfrage der überwiegenden Mehrzahl unserer Wiener Glaubensgenossen berührt, darf wohl auf zahlreichen Besuch dieser Versammlung gerechnet werden. ffas de* J$e^egui)§. Gedenket des Schäkels! Voranzeigen. Wien« (I. Wiener jüdischer Turnverein.) Herrenturnen: Montag und Donnerstag 7*8—9 Uhr abends. Damenturnen: Mittwoch und Samstag 7- 7^) Uhr abends. Kinderturnen und Fechten ab Oktober. Anmeldungen in den Turnzeiten im Turnlokale I., Mölkerbastei 5. Separate Kurse durch staatlich geprüfte Lehrer. Wien. (Jüdische Toynbee-Halle, XX., Karejangasse 20.) Die unentgeltlichen Kurse nehmen ab 10. Oktober ihren Fortgang und zwar wird Montag der englische, Dienstag der französische, Mittwoch der Handfertigkeitskurs und Donnerstag der Kurs über deutsche Literatur (Schiller) wieder aufgenommen, Buchhaltung und Stenogrephie beginnen wieder Sonntag, 16. Okober. — Die Anmelducgen zu Vorträgen für däs Winterhalbjahr werden an die Adresse: Dr. Siegmund Werner, IX., Nussd orferstrasse 16, erbeten. Wien. Der für tf^lfl rflS^ angekündigte literarische Abend wird erst Samstag den 8. Oktober 7!/2 abends im Restaurant Guth, IL, Stefaniestiasse, stattfinden. Nebst einem Vortrag über die neueste Jargonliteratur gelangen zur Verlesung Dichtungen von Frug, Perez, Reisen, Rosenfeld, Scholem -Aleichem. Karten ä K 1 — (Familienkarten ä K 3-—) sind erhältlich im Kongressbureau IX., Türkenstrasse 9 und „Verlag Zion" IL, Untere Augartenstrasse 9. Das Komitee. Berichte. Wien. (Verein zur Ausspeisung armer jüdischer Schulkinder in den westlichen Bezirken.) Dieser vor zirka zweieinhalb Jahren mit Unterstützung verschiedener Wohltätigkeitsvereine der westlichen Bezirke ins Leben gerufene Verein hat eine neue Etappe zu verzeichnen. Am Vorabende vor dem Laubhüttenfeste wurde im Hause Mariahilferstrasse Nr. 177 ein eigenes Ausspeisungslokal eröffnet. Zu der Feier konnten wegen der beschränkten Räumlichkeiten nur die Vorstandsmitglieder sowie diejenigen des Tempels in der Turnergasse und die Vorstände der humanitären Vereine eingeladen werden. In der Ansprache rühmte Herr- Rabbiner Dr. Max Grunwald das Wirkendes Vereines und legte es den Kindern ans Herz, durch sittliches Betragen ihren Wohltätern sich dankbar zu erweisen. Nachdem eines der Kinder im Namen aller einen in poetische Form gefassten Dank abgestattet hatte, wurde nach Absingung einer Strophe des Kaiserliedes ein Abendessen gereicht und damit die Ausspeisung eröffnet. Aus dem demeächst erscheinenden Rechenschaftsberichte des Vereines möchten wir nur wenige Ziffern hervorheben, die mehr sagen als spaltenlange Lobeseihebungen. Der Verein speiste während der 10 Schulmorate täglich zwischen 50 bis 60 Kinder. Nach Abzug aller Ausgaben für Speise und Bekleidung sowie der vollständigen Einrichtung des Ausspeisungsiokales verbleibt ein Kapital von fast 10.000 Kronen. Wahrlich ein Resultat, auf das die rührige Präsidentin des Vereines Frau R e g in e Land eis und die übrigen ihr zur Seite stehenden Damen und Herren des Vereines mit grösster Befriedigung zurückblicken können. Ausserdem werden in Zukunft jeden Mittwoch nachmittags die Kinder unter Aufsicht einiger Damen, die sich dazu bereit erklärten, Nachhilfe bei ihren Schularbeiten und eine Jause erhalten. Allen unseren Stammesgenossen möchten wir diesen Verein auf das allerherzlichste empfehlen. B. Krems. Donnerstag den 22. d. M. hielt die hiesige zionistische Ortsgruppe eine Versammlung zwecks Konstituierung eines Zionsvereines ab. Den Vorsitz führte Herr Dr. Anton K o 1 b, A. H. der akademischen Verbindung „Ivria", der in einer längeren Rede über die Bedeutung eines solchen Vereines und über die Pflichten der Vereinsmitglieder sprach und reichen Beifall erntete. Die ganze Judenschaft von Krems und Umgebung hatte sich eingefunden und trat freudig dem Vereine bei. Es wurden folgende Herren gewählt: Obmann Ignaz Repha», Obmann- Stellvertreter Samuel K o lb, Kassier Heinrich Rektor, erster Schriftführer Arnold Hirsch, zweiter Schriftführer Siegfried S ch ö n, Bibliothekar Kantor Jakob Kr am er, Revisor Jakob Sachs. Der Schekel wurde von jedem Mitgliede eingehoben und auch eine namhafte Sammlung für den Nationalfonds eingeleitet. Mit begeisterten Hochrufen auf den Zionismus und unter Absingung von Zionsliedern schloss die schöne Versammlung. Znaim. Am Jörn Kippur hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. J. K ah a n in seiner Predigt unserem leider so früh verstorbenen Führer einen warmen Nachruf. Er erläuterte in seinem Thema die drei Ausdrücke des „Saneh taukef: „Useschuwoh usefiloh uzedokoh". Anknüpfend an die Erklärung des Wortes „useschuwoh" (Rückkehr) kam Redner auf den Wahlspruch Herzls zu sprechen: „Der Zionismus bedeutet die Rückkehr zum Judentum/ Herr Rabbiner Dr. Kahan sagte in seiner Fredigt unter anderem: „Meine Andächtigen! Den Gipfelpunkt, die schönste Blüte unserer Religion, bildet die selbstlose Nächstenliebe. Wie müssen wir nun einen Mann ehren der zum Wohle seiner armen Brüder seinen glänzenden* Geist eingesetzt, sein ganzes Vermögen geopfert und schliesslich auch seine Gesundheit und sein Leben? Wie müssen wir einen Mann ehren, der aus Erbarmen mit unseren unglücklichen, grausam verfolgten Brüdern eine Bewegung hervorgerufen, wie sie grossartiger und segensreicher seit Jahrtausenden nicht gewesen, der den jüdischen Namen zu Ehren gebracht bei Nichtjuden und Juden, der für das arme jüdische Volk das Herz von Königen und Fürsten zu erwärmen wusste, der das arme jüdische Volk einer glorreichen Zukunft zuführen wollte und dafür gekämpft und gerungen, bis ihn der Tod so frühzeitig dahingerafft! — Ihrwisst, meine Andächtigen, wen ich meine, den edlen, unvergesslichen Schöpfer des Zioinsmus, Dr. Theodor H e r z 1. Wir werden bald unserer teuren Toten in Liebe und Dankbarkeit gedenken, aber ein Mann wie Herzl verdient es, an der Spitze unserer teuren Heimgegangen genannt zu werden, Er hat das grosse Wort gesprochen: „Der Zionismus bedeutet die Rückkehr zum Judentum." Das war ein Zauberwort für tausende und tausende der jüdischen Intelligenz, die dem Judentum längst entfremdet waren — sie kehrten zum Judentum aurück. Kehren wir auch zum Judentum zurück, von dem wir uns so vielfach entfernt nahen. Das wird die richtige roit^fl sein, die dem ganzen jüdischen Volke zum unendlichen Segen gereichen wird." — Obzwar Znaim für den Zionismus ein sehr unfruchtbarer Boden ist, machte die Rede auf das zahlreiche Publikum dennoch einen sichtlich ergreifenden Eindruck. Osijek (Essegg). Samstag nachmittags versammelten sich über 50 jüdische Mittelschüler der obersten Klassen im Gebäude der hiesigen Oberstädter Kultusgemeinde, um üser Initiative des vom „ersten jüdischen Abiturieuten- Kongresse aus den südslawischen Ländern in Osijek" gewählten Exekutivkomitees über die Gründung von sogenannten „Literarischen Zusammenkünften11 Beschluss zu fassen. Die Versammlung wurde von einem Maturanten e? öffnet, welcher auch den Zweck derselben erklärte und die Gründung von „Literarischen Zusammenkünften" den erschienen Mittelschülern dringend ans Herz legte. Die Statuten der in Zagreb bereits bestehenden literarischen Zusammenkünfte wurden ihrem vollen Inhalt nach verlesen. Es wurde hierauf ein Komitee gewählt, welches alle nötigen Schritte zu unternehmen hat, um die Erlaubnis von den Direktoren der Osijeker Mittelschulen

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