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Die Welt · 1904-09-30 · 40 (30.9.1904) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
40 (30.9.1904)
Date
1904-09-30
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 „bie £ Weit'1 Nr. 40 üemeinderabbiner Dr. Caro ergriff auch am jüngsten Versöhnungstage die Gelegenheit, um anknüpfend an die Verlesung der Namen, dem unvergesslichen Regenerator des neuzeitlichen Judentums vor der versammelten Gemeinde einen ehrenden Nachruf zu widmen. Wer die Geringschätzung vor Augen hat, mit der man vor einem Jahrzehnt in jüdisch-offiziellen Kreisen dem Zionismus zu begegnen beliebte, der wird den Wandel der Zeiten würdigen und der zielbewussten erfolgreichen Propaganda unserer Führer Dank wissen. Ein erfreulicher Fortschritt darf auch auf gottesdienstlichem Gebiete verzeichnet werden. Unser geschätzter Gesinnungsgenosse Dr. Samuel G u 11 m a n n, der nebst anderen Agenden seit sechs Jahren als Stellvertreter des fortschrittlichen Gemeinderabbiners fungiert, hat an den abgelaufenen hohen Feiertagen über Anordnung der Tempelverwaltung einigemal in polnischer Sprache gepredigt und grossen AEklang gefunden. Treffliche Auswahl und poetische Verwertung entsprechender Schriftstellen, klare Disposition und wahrhaft jüdischer Patriotismus finden sich in diesen Predigten harmonisch vereinigt. Als tüchtiger Exhortant für den Jugendgottesdienst bewährte sich diesmal Gesinnungsgenosse Gymnasialreligionslehrer Meyer Bailab an, der an den Festtagen in der Synagoge des jüdischen Waisenhauses mehrere Ansprachen hielt, die, inhaltsreich und warm empfunden, auf die versammelte Jugend einen nachhaltigen Eindruck übten. ^ribiiiK. (För diese Rubrik ist die Rcdaktioi nicht verantwortlich.) Marken für den Nationalfonds. Folgende Gesinnungsgenossen haben für den Nationalfonds Briefmarken eingesendet: Wien: Rosa Feigenbaum, Dr. Benedikt, Austerlitz, Hans Fischl („Unitas"), „Moriah% Wilh. Lederer, Jakob ChwoJiwilzki, Leo Pinzker, Edith u. Theo, Hedwig Planer. Trebnitz: Dr. Littmann. Heilbronn: M. Pariser. Trautenau: Bertha Goru. Türk a: Leon Rosenblatt. K'arlsbad: „Jung. Zion". Tarnow: „Poale Zion\ Teschen: N. N. Kassel: Dr. Arn. Loewald. Olmütz: Josef Meisel, Julius Spitzer. Delatyn: Chaim Blech, Aba Bloch u. Frau. Hzesz'uw: Salomon Kohn, S e r e t h : Berl Loker. Anvers: Semmi Tolkowsky. Baltimore: Uzziel Mold. Frankfurt a. M. Anna Grünblatt. B r a i 1 a : Adolf Schächter. Tlumacz: Schaje Streit. W iznitz: Zion-Verein, Kalusz: Dr. Josef Rosmarin. M ähr.-Ostrau: Gustav Buchwalder. Kg]. Weinberge: Jul. Steiner. Peterza: Regine Dimant, Ingenieursgattin. Hamburg: Leo Beer. Allen Spendern herzlichen Dank! Werte Gesinnungsgenossen! Der Jüdische Nationalfonds erbittet sich für die Philathelie-Abteilung Briefmarken aller Länder, speziell wären uns erwünscht serbische Krönungsmarken, rumänische Jubiläumsmarken, Levantemarken. Sendungen sind zu richten an die Jüdische Nationalfonds-Kommiesion, Wien, IX., Türkenstrasse 9. Gesinnungsgenossen, sendet Briefmarken! Ziikulare für Geschäft*firmen wegen Ansuchen um Einsendung von Briefmarken stehen auf Wunsch zur Verfügung. * * * . Frankfurter Zionistische Vereinigung. Frankfurt a. M., den 23. September 1904. Verehrliche Redaktion! Wir bitten um gefl. Veröffentlichung folgender Zeilen in der nächsten Nummer Ihres geschätzten Blattes: Die Frankfurter Zionistische Vereinigung hat hier im Grand Cafe Bristol am Schillerplatz, vis-ä-vis der ehemaligen Hauptwache, einen Stammtisch gegründet und macht durchreisende Zionisten darauf aufmerksam, dass sie daselbst vom 1. Oktober ab jeden Dienstag und Donnerstag von 9 Uhr abends Gesinnungsgenossen antreffen werden. Von der Parteipresse liegen im genannten Cafe auf: 1. Das Zentralorgaa „Die Weit", Wien. 2. »Jüdische Rundschau", Berlin. 0. „Generalanzeiger für die gesamten Interessen des Judentums", Berlin. 4. „Frankfurter Israelitisches Familienblatt* und 5. „Ost und West" (Monatschrift), Berlin. Mit Zionsgruss Frankfurter Zionistische Vereinigung. I. A.: Heinrich Kolline r. * * * Sehr geehrte Redaktion! In der jüngsten Nummer der „Welt" hat Herr Sam. Bettelheim eine Erklärung abgegeben, deren Tendenz es sein sollte, meine „Erklärung" im „Frankfurter Isr. Familienbiatt" gegen den Protest der ungarischen Rabbiner und der orth odoxen Landeskanzlei in Ungarn abzuschwächen. Diese beabsichtigte Tendenz bedarf einer kleinen Korrektur. 1. Diesmal dürfte Herr Bettelheim mit seiner Erklärung, „die ungarische Landsmannschaft bei der Misrachikooferenz hätte den Unter fertigem der Erklärung im „Frkf. Isr. Fbl. keinen Auftrag erteilt", eine offene Tür eingerannt haben, weil es den Tatsachen nicht entspricht, dass ich dort behauptet hätte, die in Rede stehende „Erklärung* sei „im Aufti age"a er ungarischenLandsmannschaft verfasst und veröffentlicht worden. 2. Wenn Herr Bettelheim es schon für „taktvoll und politisch klug" befunden hat, einen erprobten und bewährten Gesinnungs- und Kampfesgenossen nur dafür biosssteilen zu wollen, weil dieser zur Abwehr der gegnerischen, nicht sehr delikaten Angriffe auf den Zionismus geschritten ist— sollten doch seine „verwandtschaftlichen Beziehungen" zur orth. Landeskanzlei" — ich habe ja dort nicht von Personen gesprochen — seinen staatsmännischen Blick nicht so weit getrübt haben, um sehen oder einsehen zu sollen, dass „der Staat keine — Tochter hat. 3. Die Entscheidung darüber, ob die von mir verfasste und im „Frkf. Isr. Fbl.u veröffentlichte Erklärung in die Kategorie eines „Pamphletes", einer „Schmähschrift", wie Herr Bettelheim sich ausdrückt, einzureihen ist, überlasse ich getrost der Beurteilung sämtlicher ungarischen Gesinnungsgenossen und auch sonst aller derjenigen, welche mit den Verhältnissen in der jüdischen Orthodoxie in Ungarn vertraut sind. 4. Was den offiziellen oder privaten Charakter der von mir verfassten und im „Frkf. Isr. Fbl." veröffentlichten Erklärung betrifft, kann ich Herrn Bettelheim dahin beruhigen, dass diese „Erklärung" vor ihrem Erscheinen im „Frankfurter Isr. Familienblatt" mehreren zionistischen Vereinen Ungarns vorgelegt und von diesen approbiert und gutgeheissen wurde; dass ich ausserdem dem weitaus grössten Teile nicht nur der ungarischen Zionisten, sondern auch unserer orthodoxen Stammgenossen in Ungarn, aus der Seele gesprochen habe; dass schliesslich ich das Mandat hatte, viel energischer aufzutreten, als ich es in Wirklichkeit getan habe. 5. Ueber die Genesis der von Herrn Bettelheim beanständeten „Erklärung* vor der grossen Oeffentlichkeit zu sprechen, halte ich für inopportun. Es kann durchaus nicht dem Zionismus in Ungarn förderlich und der daselbst noch auf schwachen Füssen stehenden Organisation gedeihlich sein, dies von hier aus zu pertraktiren; es dürfte dies schon kompetenten Ortes und in der richtigen Zeit zur Verhandlung gelangen, wo manches „Unwahre" und „Unbegreifliche" der Klärung nähergebracht werden wird* Derzeit brauchen wir keine Zwietracht — Einigkeit tut uns not! Herrn Bettel he im möchte ich nur noch an ein „Wort" des grössten Ungars, des Grafen Stefan Szechenyi, mahnen : „Wir Ungarn sind noch so wenige, dass wir

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