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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-12-16 · Heft 51 (16.12.1844) · p. Seite 749

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 51 (16.12.1844)
Date
1844-12-16
Page
Seite 749 (sequence 17)
Language
German
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749 Helten, zeigt uns aber auch, wie jede Besserung und - Ausgleichung selbst wieder Vebelstände erzeugt, auf deren Ausgleichung die Zukunft verweist, .und unterhalb der besten Zustande das Individuum Ln seiner Schlechtigkeiverharren kann. — Wir wollen die zweite Frage über den persönlichen Messias hier nicht weitläufig erörtern: jedenfalls sagt aber der Verf. zu viel, daß nirgends Ln der Bibel das Messiasreich durch ein Individuum herbeigeführt bezeichnet werde. Denn sobald man das vb mit dem Nachsatz muttan 'm yp ‘p« sobald man das!ro» ‘ntan am mit dem sofort verknüpften 'tn IBM ü* aaT “un und dem 'w W y->an naVw — liefet, kann man nicht leugnen, daß das Eintreten des Messiasreiches an diesen davidischen Sprößling geknüpft ist. Wir können hier nur herauskommen, wenn wir die Verkündigung des Messiasreiches von der des Messias bei Jeschajah trennen, indem Jesch. das Messiasreich allerdings an diesen Stellen an den jungen Chiskijahu knüpft, da er das Messiasreich gleich nach der Vernichtung der Assyrer setzt. Die Talmudisten haben dies wohl gefühlt, und sprachen es auch Sanhedr. 94, 1 aus. — In der Form sind diese Predigten sehr einfach, an Sprache und Einkleidung kunstlos, jene vom Gegenstände getragen.— Predigt zur Uebergabe einer Thora, am Sabbat, dem 2ten Tage des Wochenfestes 5604 gehalten von Rabb. Dr, Wassermann (ohne Druckort), bespricht warm über Ps. 119, 129. 1) die Herrlichkeit der göttlichen Lehre, 2) Israelis unerschütterliche Anhänglichkeit an derselben. — Die wahrhaftigen Forderungen der Religion. Predigt am Sab. Ekeb in seiner Filialgemeinde Quedlinburg gehalten von Rabb. Dr. L u dw. Philippson. (Auf Vieler Wunsch.) Quedlinburg, 1844. Nachdem über die ursprüngliche Einfachheit alles Religiösen gesprochen worden, werden die Forderungen der Religion nach 5. Mos. 10, 12 festgestellt, und nach Jes. 50, 5 — 7 die Forderungen, durch welche wir geneigt werden, diesen Forderungen der Religion zu genügen. — Gottesdienstliche Vortrage, gehalten von Dr. Elias Grünebaum, Rabb. Karlsruhe, 1844. Die Tüchtigkeit, mit welcher die jüdische Homiletik sich jetzt nach allen Seiten hin durcharbeitet, so daß sie langst das einseitige Gebiet der Wohlrednerei verlassen und sich angeschickt har, zur Bildung der neuern jüdischen Theologie ein Wesentliches, ein Positives beizutragen, dessen ein schöner Beitrag und ein werthvolles Zeugniß sind auch die vorliegenden Reden eines unserer tüchtigsten -jungen Rabbinen. Der Derf. sagt von ihnen selbst: „Sie bewegen sich sämmt!ich auf dem Gebiete des positiv Gegebenen. Deshalb haben wir auch überall die Aussprüche^ÄKse.rer alten Lehrer benutzt und angeführt, an deren oft tiefer Wahrheit wir uns immer noch erbauen, und um deren Sinn es uns auch zu thun sein muß, wenn wir von dem Geiste der Geschichte nicht abfatten wollen, der nach dem Schluffe der unmittelbaren göttlichen Offenbarung keineswegs zu wirken aufgehört hat. Auch das religiöse Bewußtsein der Glaubensgemeinde hat seine besondere Offenbarung, die niemals ihr Ende erreicht, deren Aussprüche daher, so lange sie als lebensvoll sich bekunden, alle Anerkenntniß fordern und als authentische Quelle der Religionserkenntniß angesehen werden müssen. Darin liegt die innere positive Begründung und Nöthigung für die Tradition und das mündliche Gesetz/' Ferner: „Die Vergangenheit muß die Unterlage der Gegenwart bilden, wenn diese segensreich und stichhaltig für die Zukunft bilden soll." Und fügen wir dem hinzu, was er in der ersten Predigt S. 3 sagt: „Ja, meine Brüder, die Gottesoffenbarung widerspricht auch der Vernunft nicht: darum ist sie möglich; die Gottesoffenbarung ist geschichtliche Thatsache, erhärtet durch das Zeugniß unsrer Vater: darum ist sie eine Wahrheit, die unsers Beweises nicht bedarf; die Gottesoffenbarung ist in ihrem ganzen Inhalte selbst übereinstimmend mit der Vernunft: darum trägt sie ihren Beweis in sich" — sohaben wir den Standpunkt des Verfassers deutlich gezeichnet. — Die vorliegenden Vortrage, (die vier ersten über die ersten fünf der Zehngebote; Licht und Warme in der Religion; der Frieden; die Reinigung des Heiligthums; Religion und Fortschritt; der öffentliche Gottesdienst; eine Standrede;) si'ndsammtdogmatischer Tendenz, ernst gediegen-, voll Forschung; ihre Anlage ist einfach, ungefucht, streng logisch. Hingegen fehlt diesen Predigten die Erfindung, Originalität der Form, Schwung der Sprache, und eine eindringliche Wärme. Jedenfalls sind sie diejenigen gottesdienstlichen Vortrage neuerer Zeit, die als Predigten am meisten den Stoff unsrer altern Literatur heranziehen, ohne überladen zu sein, und die Tagesfragen besprechen, ohne Kontroverspredigten zu sein. (Fortsetzung folgt.) 51 **

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