Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1842)
- Date
- 1842-10-08
- Page
- Seite 609 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- Riga 2× ep/1000826
- Hrodna 1× ep/1044655
- Kaunas 1× ep/1000678
- Minsk 1× ep/1000754
- Odesa 1× ep/1000834
- Vilnius 1× ep/1000947
OCR text
609 „ser, auf meine Vorstellung, am 22. Juni Aller- I „höchst zu befehlen geruht: (hier folgt der obenerwähnte Allerhöchste Ukas.) „Die Aeußerung dieses Allerhöchsten Willens, „und die zur Ausführung derselben in Anschlag gebrachten Maßregeln berechtigen zu der Hoffnung, „daß die Bessergesinnten, die wohlrhätige Absicht S. „M. mit Ehrerbietung auffaffen, und von wahrhaft „unterthäniger Ergebenheit durchdrungen, dem ho- „hen Plane Seiner Majestät entgegen zu kommen „sich bemühen werden. „Die großmüthige Sorge um die geistige Bil- „dung der Juden wird ohne Zweifel auch zur Ver- „stärkung jenes Eifers für die Realisirung des Al- „lerhöchsten Wunsches beitragen, welcher sich schon „bei den Bessergesinnten kund giebt, und welcher in „den Herzen MelMer hoffentlich nur dem lauten „Ausspruch des heiligen Willens S. M. entgegen „harrte. — „Nachdem mir von dem dirigirenden Senate we- „gen der Erfüllung dieses Allerhöchsten Befehles ein „Ukas zugegangen ist, halte ich es für Pflicht, mich „an Ew. Exzellenz mit der ergebensten Bitte zu „wenden, diesen Allerhöchsten Willen in seinem gan- „zen oben auscinandcrgesetzten Umfange den Jsrac- „litcn, die in den unter Ihrer Direktion stehenden „Gouvernements wohnen, mitzutheilen, und allen „Ihrerseits möglichen Beistand zur Erfüllung dessel- „ben zu leisten. — „Was die Rabbiner» anbetrifft, welche als Mit- „glieder für die Allerhöchste angeordnete Kommission „zur Bildung der Juden ernannt werden sollen, so „begreife ich die ganze Wichtigkeit dieser Wahl, und „möchte deshalb wenigstens zwei Kandidaten hiezu „vorgestellt sehen, welche mit der allgemeinen Ach- „tung bei den Juden auch jene Eigenschaften ver- „binden sollten, die der Tendenz der Regierung ent- „sprechen. — „Schließlich muß ich Sie auch in Kenntniß setzen, „daß ich, weil ich's für nöthig befunden, vor der „Eröffnung der Kommission die Geistesstimmung der „Juden und die künftige Geschäftsbahn des Mini- Zeriums kennen zu lernen, wie auch die Juden „über die Absicht der Regierung zu beruhigen; daß „ich, sage ich, den mir von der besten Seite persön- „lich bekannten Vorsteher der israelitischen Schulen „zu Riga, Rabbiner und Or. Lilienthal, nach den „von den Juden bewohnten Gouvernements schicke, „damit er jene Gegenden zu oberwähnten Zwecke beweise, und mir von den Resultaten seiner Reise um- „ständlichen Bericht abstatte. „Auf diese Weise hoffe ich wichtige Data und „Grund zu fcrnern Anordnungen zu erlangen, wes- „halb ich Sie auch bitte, den Herrn Lilienthal in „besondern Schutz zu nehmen, und der Obrigkeit der „Ihnen untergeordneten Gouvernements einzuschär- „fen, ihm jede Berathschlagung mit den israelitischen „Gemeinden zu gestatten, und nöthigenfalls jeden „gesetzlichen Vorschuß zu leisten. — „Diese Abordnung des Herrn Lilienthals brachte „ich auch zu gleicher Zeit zur Kenntniß Seiner Majestät." Minister der Volksaufklärung: Uwaroff. Direktor des Departements und Mitminister: Fürst Schirinski-Schichmatoff. Ministerium der „Dem Oberlehrer der Jsraelitenschulen ^Deparremenr"^ Riga, Rabbiner Dr. Lilienthal. Abtheilung Itl. „Indem Sie, im Aufträge des Mini- 22. ^Juli ^842. ,-steriums, eine Reise durch die von No. 7206. „den Juden bewohnten Gouvernements „antreten, ersuche ich Sie folgendes zu berück- „sichtigen: „]) Ihr Weg gehet über Riga, Mietau, Kowno, „Wilna, Minsk, Grodno, Bialystock, Schitomir, „Berditschoff, Kamenethzodolsk, Kischenew, Odessa, „nach Cherson, von dort ziehen Sie in's Kiewsche „Gouvernement, über Umom nach Kiew, und wei- „ter über Zschernigow, Mogilew und Witebsk nach „St. Petersburg. Hier werden übrigens nur die „Hauptpunkte, die Sie zu berühren haben, angege- „ben; es stehet Ihnen aber frei, wenn Sie es für „nöthig finden, auch anderswo unterwegs zu ver- „weilen, ohne jedoch von der bezeichneten Richtung „abzuweichen. „2) Sie sollen eine Freipodoroschne und 600 RS. „zur Bestreitung der Reisekosten erhalten. „3) Sie versäumen nicht an jedem Orte, wo „Sie sich aufhalten werden, sich unverzüglich sowol „bei der Civilwie auch der Schulobrigkeit, welche „von Ihrer Reise schon unterrichtet sind, zu melden, „knüpfen alsbald Verbindungen mit den sich dort „aufhaltendcn Juden an und nehmen Rücksprache „mit den Gemeinden. 4L