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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-02-05 · Heft 6 (5.2.1842) · p. Seite 76

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 6 (5.2.1842)
Date
1842-02-05
Page
Seite 76 (sequence 8)
Language
German
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76 unter erschwerenden Umständen die Strafe bis zu 4 Jahren Korrektionshaus erhöht werden. Art. 196. Wer solche rel. Meinungen oder Lehren verbreitet, durch welche die Verletzung der Gesetze, der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Pflichten für erlaubt, erklärt wird, soll zu Korrektionshausstrafe bis zu 2 Jahren verurtheilt werden. Hat er für die Lehren Anhänger geworben, um deren Befolgung im bürgerlichen Leben zu bewirken, so tritt Korrektionshausstrafe von ein bis vier Jahren ein." Hamburg, 22. Januar. (Eingesandt.) (Nach Ansicht des Artikels Veritas in No. 4. d. 3-1 Si tacuisses!-Also das war Alles, was Veritas uns zu sagen hatte? Alles, was der Mann zu sagen weiß, unter dessen dreißigjährigem Obersyndikat die Hauptsynagoge auch dahin gerathen ist, daß man sich 1839, um dem Conversiren und Herumspazieren zu wehren, auf eine alte Tekana von 5526 beziehen mußte! Daß ein solcher Mgnn sich nicht zu einem geordneten Gottesdienste würde „verlocken" lassen, wer hätte daran gezweifelt? Was die lächerlichen Ausfälle gegen Holdheim betrifft, so überlassen wir ihm selbst die Erwiderung, da er, wie es scheint, bei der völligen „Jsolirtheit" des eigentlichen Gegners, sich mit einem solchen winzigen Knappen wird begnügen müssen. Nur das wollen wir bemerken, daß Herr Veritas das neue Gebetbuch wol ebenso eilfertig durchlaufen haben muß, wie sein gewöhnliches; sonst hätte er sich nicht die Blöße gegeben zu sagen, rrpVa y-öp und pvn's *p» wären ganz daraus fortgestrichen, und die in Bezug auf ni-idra umgeänderten Stellen wären zahllos. Doch ist wol ad notam zu nehmen, daß auch dieser Petrus (Simon) nicht ermangelt, seinen Meister zu verläugnen, da er ganz andre Motive versucht. Aber im Ernste, ihr Herren, haltet ihr denn wirklich eure Sache für so schlecht, daß ihr sie nicht anders vertheidigen zu können glaubt, als durch ganz offenbare Unwahrheiten? „Die Religionsbehörde hat — (und zwar wie man weiß im edelsten, würdigsten Tone —) gewarnt," die 40 Rabbis haben vor 23 Jahren gewarnt!! — Die Rabbinen des ■'•■dt, die alle das neue Gebetbuch mit keinem Auge gesehen haben, bekümmerten sich fast nur um die Frage: ob deutsch zu beten erlaubt, und ob Orgelmusik beim Gottesdienst gestattet sei? Fragen, von denen jetzt, unter Gelehrten wenigstens, nicht mehr die Rede ist, und die selbst die heutige hamburgische „Religionsbehörde" (welch'ein geschmackvoller Ausdruck!) schwerlich öffentlich im Sinne jener Rabbinen beantworten würde. Allein dieser „Religionsbehörde" und ihrem Interdikt haben bis jetzt folgende deutsche „Religionsbehörden" und Theologen Unrecht gegeben und entschieden, in dem „geliebten" neuen Gebetbuche sei in keiner Hinsicht etwas von dem bestehenden Judenthum Abweichendes zu finden, und jeder Israelit könne mit demselben rinin i-p ssv’ rtsn sein; es sind: aus Mecklemburg: der Landesrabbiner Herr vr. Holdheim in Schwerin, aus Preußen: der Geistliche Herr vr. Philippson in Magdeburg, der Prediger und Waisenhausdirektor Herr vr. Auerbach in Berlin, der Rabbiner Herr Gr. Geiger in Breslau, der Landesrabbiner des Herz. Westfalen und der Herrsch. Wittgenstein Herr Friedländer in Brilon, aus Oesterreich der Prediger und erste Religionslehrer Herr Dr. Mannheimer in Wien, der Rabbiner Herr Kohn in Hohenems, aus Württemberg die König!, israel. Oberkirchenbehörde, prasidirt vom Rabbiner Herrn Dr. Mayer, feiner werden noch mehrere erwartet, deren Einsendung bereits annoncirt ist, und eigentlich waren noch die beiden Apologieen der beiden hiesigen Prediger selbst zu erwähnen. Ihr Herren! Zu allen diesen Gutachten (und kein einziges Entgegengesetztes ist erfolgt,) mögt ihr wol die Achseln zucken und sprechen, wie man wol früher von allen Juden sprach: helldenkende Rabbiner sind eigentlich keine Rabbiner! Aber nehmt euch in Acht, wenn einmal das ganze Judenthum, thätlich 'oder wörtlich von Außess angegriffen wird: wer soll dann euch, einschließlich des ganzen Rabbinismus, vertheidigen? Und wenn ihr Bibelübersetzungen und Kommentare und Erbauungsschriften besserer Art gebraucht, wer soll sie euch machen? Alles etwa der einzige Herr Hirsch, den ihr aus eurem Buche streicht, weil auch er ein Paar Zeilen aus dem seinigen gestrichen hat? Philalethes W. G.

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