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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-09-05 · Heft 36 (5.9.1840) · p. Seite 523

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 36 (5.9.1840)
Date
1840-09-05
Page
Seite 523 (sequence 15)
Language
German
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523 thig, sich mit Entwürfen nach Verbesserung zu plagen, seine Aufgabe ist nur. Alles beim Alten zu lassen, oder auf das Alte zurückzuführen. Er hat auf jede Frage im Voraus seine bestimmte Antwort, kein philosophisches Rathset ist ihm zu schwer, kein Wunder der Natur ihm unerklärlich, kein Widerspruch zwischen Vernunft und positiver Satzung bei ihm möglich, der „Wille Gottes" ist die ausreichende Antwort für jede Frage, ist der heilige Deckmantel, der seine Unwissenheit vor den profanen Blicken verhüllt. Wie ganz anders und schwieriger ist der Standpunkt des rationellen Geistlichen, der fein Ideal in der Zukunft und nicht in der Vergangenheit sieht. Welche philosophischen Probleme hat er zu lösen, mit welchen Schwierigkeiten in der Ausführung seiner Verbesserungsentwürfe zu kämpfen. Wahrend dieser in jedem Philosophen, in jedem Dichter einen gefährlichen Concurrenten und scharfen Kritiker erblicken muß, steht jener, gleich den Sybillinischen Priestern, als unfehlbar da, sein heiliger Canon birgt ihn gegen jeden Mißgriff, „ihm ist das Pergament der heilige Brunnen, aus dem ein Trunk den Durst auf ewig stillt," und selbst seine kalten und wässerigen Ermahnungsreden stehen, vermöge ihrer canonischen Würde, über aller Kritik erhaben. — Zwar wurden nichts desto weniger auch die Reden des Hrn. Dr. R. hin und wieder wol bitter getadelt, allein nur, weil man irrigerweise Ln ihnen lediglich Moralpredigten zu erblicken glaubte. Veranlaßt wurde dieser Jrrthum durch die allgemeinen Ausdrücke von „Tugend," „Vervollkommnung" u. dgl., welche sich in den öffentlichen Vorträgen des Hrn. Dr. R. sehr oft wiederholen. Allein dieser Letztre versteht unter Tugend nicht etwa die Uebung des allgemeinen Moratgesetzes, sondern lediglich die Beobachtung göttlicher Gebote und namentlich auch des Eeremom'algesetzes. (Schluß folgt.) _ Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen l Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum ivfgmommen. Die Verlagsha«dlung. So eben ist erschienen, und durch alle Buchhand; langen zu haben: " Worte Gottes, oderG o ttes dl erstlich e Vorträge, gehalten in der Synagoge zu Frankfurt a. d. O. von Or. Samuel Holdheim, Großherzogl. Meklenburg.-Schwerin. Landesrabbine. 3. Heft. 8. br. 16 Gr. Zur Fortsetzung wurde an die Besteller gesendet: Tcllinud in gr. 8. 9rBd. (Sebachim.) Schulchan Arucb, Megine Erez. 3. 4. und 5s Heft. Leipzig, km August 1840. C. L. Fritzsche. Durch uns ist zu beziehen: Dev Sfraelti des neunzehnten Iah rhu rrderts. Ein Monatsblatt für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von Dr. M. Heß. Erster Jahrgang. Preis 1 Thlr. 12 Gr. Wir ziehen vor, anstatt eigener Anpreisung, das öffentliche Urtheil sprechen zu lassen, welches die Vortrefflichkeit dieses Blattes unter Andern, im Frankfurter Conversations - Blatt wie folgt anerkannt: „Von Dr. M. Heß, Landrabbiner im Großherzogthum Weimar, ist eine Zeitschrift unter d. T. der Israelit rc. erschienen. Es herrscht darin eine durchaus entschiedene, kräftige Sprache, und die bündige, populäre Diction laßt erwarten, daß dieses Unternehmen in die weitesten Kreise wohlthatkg eindringen werde. Der mannhafte Freimuth, welcher sich hier, wie auch in den kürzlich erschienen Predigten des Verfassers auf eine glänzende Weise darthut, ist namentlich der traurigen Halbheit anderer jüdischen Theologen gegenüber erfreulich und beachtenswerth. Wir wünschen der neuen Zeitschrift tüchtige Unterstützung.." Alle, welche sich hierzu berufen fühlen, werden um Beiträge und Nachrichten, sowie .diejenigen, welche ihre Schriften beurtheilt wünschen, um portofreie Einsendung derselben ersucht. Anzeigen aller Art werden gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum, ausgenommen. Probeblätter haben wir an alle Buchhandlungen versandt, durch welche auch Bestellungen zu dem oben bemerkten Preis pünktlich ausgeführt werden. Hildburghausen und Meiningen, Juli 1840. Kesselring'sche Hofbuchhandlung.

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