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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-10-01 · Heft 40 (1.10.1883) · p. Seite 653

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 40 (1.10.1883)
Date
1883-10-01
Page
Seite 653 (sequence 11)
Language
German
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653 amt mit dem des Cultusbeamten zu vereinigen, dessen jährliches Einkommen außer freier Wohnung sich alsdann aus 1500 Mk. belaufen dürfte. Bad Homburg, 18. Sept. (Privatmitth.) Ich befinde mich in der angenehmen Lage, Ihnen in der jetzigen Zeit, wo Sie in Ihrem werthen Blatte so viel Unangenehmes zu berichten haben, auch etwas Angenehmes, Hocherfreuliches mitthcilen zu können. Bon dem Kammerherrn Ihrer Majestät der Kaiserin erhielt unser Rabbiner Herr Dr. Appel die schriftliche Mittheilung . daß Ihre Majestät denselben im hiesigen Königl. Schlosse Sonntag den 16. d. M. zu sprechen wünsche. Im Laufe der Unterredung äußerte sich Ihre Majestät wiederholt außerordentlich anerkennend über die rege Betheiligung der Israeliten an den Werken der Wohlthätigkeit. Besonders rühmend sprach sich Ihre Majestät über die isr. Wohlthätigkeitsanstälten Berlins und Frankfurts aus. Weiter habe Ihnen zu berichten, daß der Obervorsteher unserer isr. Cultusgemeinde, Herr Wolf Ackermann, nachdem derselbe schon 18 Jahre dem hiesigen Stadtrathe angehört, bei der jüngsten Wahl wiederum auf 6 Jahre gewählt worden. Kurz vorher hatten ihn seine Herren College» in den Bezirksrath gewählt. — Sowohl hier, wie oben bei Herrn Rabb. Dr. A. ist das Wort am Platze: „Ehre, dem Ehre gebührt!" — L. L. Gewiß wird die aus den genannten drei Institutionen hervorgehende neue Anstalt nur dazu geeignet sein, den Ruhm der Wiener Gemeinde zu mehren. Bo» der Donau, 18. Sept. (Privatmitth.) In Maramaros-Sziget, das bis jetzt von antisemitischen Unruhen verschont blieb, herrscht gegenwärtig nichtsdestoweniger eine gewaltige Aufregung unter den Juden in Folge der Rabbiner wähl. Bor einigen Wochen starb nämlich der dortige Rabbiner, ein Sohn des bekannten R. Moses Teitclbaum. Tie Schomre-Hadath hatten nichts eiligeres zu thun, als den Sohn des Verstorbenen, der gegenwärtig Rabbiner in Tecsö ist, zu seinem Nachfolger zu proclamiren. Tiefer Wahl widersetzte sich aber der intelligentere Theil der Gemeinde, der sich auf die von dem Kultusminister noch immer nicht genehmigten Statuten berief und die Hilfe der Behörde anrief. Daraufhin hat der dortige Bürgermeister die bereits getroffene Wahl annullirt und an den Tccsöer Rabbiner folgenden Erlaß gerichtet: „Es ist zu meiner Kenntniß gelangt, daß Sie, entgegen der die Rabbinerwahl untersagenden Ministerial-Berordnung, ohne Rücksicht auf das normalmäßige Vorgehen, die hiesige OberRabbinerstelle anzunehmen beabsichtigen. Insofern diesbezüglich ohne Genehmigung der Statuten eine Wahl und Verfügung nicht erfolgen kann. Sie aber als für diese Stelle nicht qualisicirtes Individuum unter keinen Umständen auf dieselbe rechnen können: weise ich Sie hiemit an und verordne, daß Sie sich als inkompetent in die Angelegenheit der Gemeinde nicht einmischen sollen, da ich sonst gegen Sie, als ein die Ruhe der israelitischen Bewohner und indirekt der Gesammtheit störendes Individuum, das nach meiner Einsicht nothwendige strenge Verfahren einleiten und Ihre Entfernung, als eines in dieser Stadt sich unbefugter Weise Aufhaltenden, veranlagen werde. — M.-Sziget, 13. Sept. O esterrerch-Ungarn. Wien, 20. Sept. (Privatmitth.) Seit dem Jahre 1863 besteht hier das vom Prediger Dr. Adolf Jellinek begründete Bet hamidrasch, welches den Zweck hat, Rabbinatscandidaten und den Freunden jüdischer Wiffenschast Gelegenheit zur Ausbildung zu geben. Die hiesige israelitische Allianz wieder begründete vor zwei Jahren ein Institut zur Heranbildung von jüdischen Religionslehrern. Schließlich: 1883. Anton Szöllössy, Bürgermeister, hat der Gemeindevorstand im Jahre 1878, als der Unter- Pest, 16. Sept. Der „Boß. Ztg." wird von hier gericht der Bibel im Urtexte als obligater Lesegegenstand aus schrieben: Pauler's Schicksal ist besiegelt. Es war das von dem dem Programm für die Schüler der Volks-und Mittelschulen: Augenblicke an, als seine, des Justizministers Frau sich an ausschied eine Hebräische Sprach- und Bibelschule ins Le- : die Spitze der Snbscription für einen Antisemitenball tu den gerufen. Für alle diese Anstalten sind vortreffliche Lehr-^ Badacsonyi stellte, der gegen das freisprcchendc Verdikt von kräfte bestellt und nehmen sie meist unbedeutende Mittel in Nyiregyhaza protestiren sollte. Auf seine Anfrage bei Tisza, Anspruch. Es liegt auf der Hand, daß diese Anstalten zu-j das werde ihn doch nicht geniren? erwiderte dieser: „nich: sammengehören und andererseits ist es begreiflich, daß jede! im geringsten! wenn es Dich nur nicht genirt, daß Deine einzelne Anstalt Opfer bringt, die leichter getragen würden, j Frau als Lady Patroneß bei einem Balle sungirt, den ich wenn sie vereint wären. Um diesen Uebelständen abzuhelfen, hat das vielverdiente durch Panduren auflösen lasse!" Pauler will sich aber den Stein, über den er stolpert, nach Belieben aussnchen und Mitglied des Vorstandes, Herr Emanuel Baumgarten, schon ■ hat deshalb gegen die Einführung des Ausnahmszustandes vor einiger Zeit den Antrag gestellt, diese Anstalten zu ver-, in Kroatien lebhaft Einsprache im Ministerrath erhoben: seine einigen. Thatsächlich wurde auch ein Comite eingesetzt und: förmliche Demission jedoch aus Tisza's Wunsch bis nach der ist es zu hoffen, daß dasselbe bald zu einem gedeihlichen! Budgetdebatte im Reichstage hinausgeschoben. Resultate getragen werde.! Pest, 16. Sept. Der „ Comitatszeugc" im Eszlarer 40*

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