Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1881)
- Date
- 1881-02-01
- Page
- Seite 70 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3224737-3227339-3227345--38683-3307933- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
70 stiz"; „die Frauen nach der Bibel und nach dem Talmud", „die Beziehung der Juden zu den Heiden" nach den veschiedensten Seiten hin. Die übersetzten Texte, die in diesem Bande zusammengestellt find, betreffen die Gesetzgebung, die Frauen, die Heiden u. s. w. und sind aus den 26 Tractaten der 3 ersten Sedarim entnommen und mit vielen kritischen Anmerkungen begleitet. Hinzugefügt ist ein nochmaliger Abdruck einer Vergleichung mit dem römischen und dem französischen Recht von Prof. G. Boiffonade nnd ein alphabetisches Verzeichniß der technischen Ausdrücke, die in diesem Bande Vorkommen. Mit dem zu erwartenden 6. Bande wird das ganze umfaffende Werk beendet sein. — Wir schließen Dem am füglich sten Notizen über neue Erscheinungen in der jüdischen periodischen Preffe an. In Berlin wurde eine Probenummer einer Wochenschrift in hebräischer Sprache rwn „Der Seher" für Politik und Literatur, redigirt von Rabb. L. Mahler ausgegeben. Es versieht sich, daß der das Judenthum betreffende Theil der hauptsächliche ist. Im Feuilleton wird eine Geschichte Friedrich Wilhelm III angesangen. — Ebenfalls eine hebräische Zeitschrift, zweimal des Monats erscheint zu Przemysl (Galizien) seit dem December v. I.: irrfoo ~n' idjj zrnNn „Der Patriot", redigirt von S. Petersil, unter Mitwirkung vieler, besonders galizischer Israeliten. Hebräische Gedichte werden gern ausgenommen. — Hierbei gestatte man uns die Notiz, daß die in Jerusalem im 11. Jahrg. erscheinende Zeitschrift rfocn von Nr. 9 an eine meisterhafte hebräische Uebersetzung unseres Lehrgedichts „Das Ich" (zuerst in unsrer „relig. Wochenschrift", dann in einer Separatausgabe bei Baumgärtner erschienen) von dem rühmlichst bekannten Hebraisten, Herrn Simon Bacher in Pest, enthält. — Seit anderthalb Jahren erscheint in Bukarest eine Zeitschrift .. Fraternität ea“, die deni jüdischen Interesse gewidmet ist und dazu dienen soll, die Berhältniffe der Juden bekannt zu machen und ihre Rechte zu vertreten. Daß dieses Blatt hierfür in Rumänien noch einen langen Spielraum, bester gesagt, Kampfplatz haben werde, ist leider nicht zweifelhaft. Das Blatt verdient also möglichste Förderung. — Vom 1. Januar ab erscheinen zu Frankfurt a. Main: „Populärwissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete und Staaten, erscheint als Monatsschrift und liegen uns bereits drei Hefte vor. Die Schrift beginnt mit den Tanaim, insonders mit der Biographie von Simon ben Schetach und geht bereits das dritte Heft bis zu Saad Addaula. Die Darstellung ist ebenso anziehend wie belehrend. (Schluß S. 71.) Hildesheim, 12. Januar. Vom Glauben und Wissen. Saadiah's Emunoth we Deoth. (Einleitung und Kosmologie.) Aus dem Hebräischen des Jehudah ibn Tibbon, mit Benutzung einer älteren hebräischen Paraphrase, übersetzt und erläutert von Di-. Philipp Bloch, Rabbiner der israel. Brüder- Gemeinde in Posen. München, Theodor Ackermann 1879. Eine ganz besondere Regsamkeit herrscht seit einiger Zeit auf dem Gebiete der jüdischen Religionsphilosvphie. Um so auffallender mußte es erscheinen, daß gerade Saadia, der Vater der jüdischen Religionsphilosophie, noch von keinem der auf diesem Gebiete thätigen Forscher einer eingehenderen Behandlung gewürdigt worden sei. Es mag dies wohl mit der Schwierigkeit Zusammenhängen, die das Berständniß des Saadia'schen Werkes durch die knappe und oft nur andeutende Ausdrucksweise des Autors einerseits und andererseits durch die schlechte Textesbeschaffenheit der bisher allein zugänglich gewesenen hebräischen Uebersetzung des Jehudah ibn Tibbon dem Leser bietet. Auch die bereits im Jahre 184b von Julius Fürst veröffentlichte deutsche Uebersetzung (der neun ersten Abschnitte, der zehnte fehlt in dieser Uebersetzung) hat zur besseren Kenntniß dieses überaus wichtigen Werkes nur wenig beigetragen. Mit einer oft geradezu empörenden Leichtfertigkeit gearbeitet, hat dieselbe vielmehr, ohne selber einen wesentlichen Nutzen zu stiften, nur die nachtheilige Wirkung gehabt, einer gründlicheren und gewifsenhafteren Arbeit auf Jahrzehnte hinaus den Weg zu versperren. Um so erfreulicher ist es, daß nun endlich auch dem Werke Saadia's von berufener Seite die ihm gebührende Aufmerksamkeit zu Theil wird. Der Verfasser vorliegender Schrift bietet in derselben eine Uebersetzung der Einleitung und des ersten Abschnittes des Emunoth-we-Deoth, die — für eine Uebersetzung das höchste Lob — mit der treuesten Wiedergabe des Textes durchsichtige Klarheit und Verständlichkeit des deutschen Ausdrucks vereinigt. Dem Umstande, daß dem Berfaffer die Benutzung der in einer Münchener Handaller Confesfionen", herausgegeben von Di-. Adolf Brüll, schrift erhaltenen älteren Paraphrase des Emunoth gegönnt war, — Seit dem November erscheint in St. Louis (Amerika): verdanken wir auch die Aufhellung zahlreicher in der Tib- „Sulamith. Deutsch-Amerikanische Monatsschrift zur Förderung des religiösen Geistes im Judenthum der Gegenwart", redigirt von S. H. Sonne sch ein und W. Spitz. Das Blatt ist der radikalen Reform gewidmet und kommen wir europäische Juden deshalb nicht gut in ihm weg. — Das von uns früher angezeigte „Jüdische Familienbuch" von W. bon'schen Uebersetzung überaus schwieriger Stellen. Dagegen hätten wir den Quellennachweis über die von Saadia besprochenen philosophischen Theorien noch eingehender gewünscht, als es vom Verfasser geschieht; allein auch in dieser Beziehung gewähren die Anmerkungen manche schätzenswerthe Aufklärung. Wir würden den Verfasser bitten, seine Arbeit Ehrentheil (Budapest 1880), enthaltend 160 Lebens- und j in der bisherigen Weise so schnell wie möglich zu Ende zu Charakterbilder aus der jüdischen Geschichte aller Zeitpcrioden führen, wäre nicht inzwischen von Landauer der arabische