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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-12-19 · Heft 52 (19.12.1853) · p. Seite 660

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 52 (19.12.1853)
Date
1853-12-19
Page
Seite 660 (sequence 4)
Language
German
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660 nicht mitaufgenommen, und doch soll der Gesammtstaat durchgeführt werden! Daß die Petitionen der Juden um Gleichberechtigung von den Ständeversammlungen abschlägig beschicken werden würden, war nach den Antezedentien der Mitglieder dieser Versammlung vorauszusehen, denn die Geistlichkeit und die Ritterschaft der Herzogthümer waren immer gegen die Emanzipirung der Juden und haben von jeher gegen diesen Theil - der Bewohner der Herzogthümer lieblos und ungerecht gehandelt. Es war darum von der holsteinischen Ständeversammlung kein Akt der Gerechtigkeitsliebe, daß sie bei dem Könige beantragte, die Juden von der Militärpflicht zu entbinden, weil sie auch nicht die gleichen Rechte mit den Christen haben, sondern geschah bloS, um den Juden die Rechtsbasis zur Forderung gleicher Rechte zu nehmen. So lange Reventlow-Criminil und Carl Moltke an derSpitze derRegierung der beiden Herzogthümer stehen, ist auch nicht zu erwarten, daß den Juden die Rechte, die sie unter den verschiedenen Zwischenregierungen gehabt, wieder werden würden. Emden, im Dezember. (Privatmitth.) Am 26. hielt der hiesige Landrabbiner dem tra: a-nööasü Bst “pn?:? 'i DO'vjsnrt vont-r ein öffentlichen ivvn, anknüpfend anJechesk 21,11.12. Preußen. Berlin, im Dezember. Aus Anregung des Dirigenten der hiesigen jüdischen Gemeindeknabenschule, Herrn Horwitz, hat sich kürzlich hier ein „jüdischer Lehrerverein" gebildet» welcher am 4. d. M.» Abends 7 Uhr, seine erste Versammlung gehalten. Der zeitige Vorsitzende deS Vereins, Herr Horwitz, erösinete dieselbe mit einer Ansprache, worin er das Ziel deS ausschließlich pädagogische Zwecke verfolgenden Vereins darlegre, worauf der zeitige Schriftführer, Schulvorsteher Herr Piek, über verschiedene Systeme bei dem Unterricht der mathematischen Geographie, unter Vorzeigung dazu gehöriger Modelle, einen Vortrag hielt. Ein heiteres Mahl beschloß den Abend. Der Verein, welcher an jedem Sonntag nach dem Ersten eines jeden MonatS zusammenkommt, zählt gegenwärtig bereits 20 Mitglieder. Posen, im Dezember. (Privatmitth.) Daß während der letzten drei Jahre sich die Zahl unsrer Glaubensgenossen um 2583 Personen vermindert hat, entsteht zwar zum großen Theil auS der Ueberfiedelung in andere Provinzen, noch mehr aber — durch die wachsende Auswanderung über den Ozean. Die Zahl der jüdischen Auswanderer ist in derThat verhältnißmäßig sehr groß, und — in der Regel bessnden sich die Ausgewanderten drüben sehr wohl. Damit nun dies nicht für bloße Redensart ausgegeben werde, fügen wir hinzu, daß sich hierdurch auch Viele der Zurückgebliebenen wohl befinden, denn eS giebt jetzt keine Gemeinde in der Provinz Posen mehr, wo nicht eine Anzahl Familien durch die Gelder eristiren, welche die Ausgewanderten att ihre Verwandte in Posen, namentlich ihre Eltern, senden. Es ist wirklich zu bewundern, wie Jungen, die hinüber gezogen, und sich in einigen Monaten 30, 40 Thlr. mühsam erworben haben, davon 10, 20 Thlr. an ihre Eltern senden. Andere schicken abev 100, ja 1000. Gehet hin, und thut desgleichen! Posen, 7. Dezember. (Privatmitth.) Am Rach-* mittags deS verflossenen Freitags (2. d. M.) hat sich durch die Straßen Posen'S bis zum Friedhofe der dasigen jüdischen Gemeinde ein ungewöhnlich großer Leichenkondukt bewegt. ES waren die irdischen lieber-* reste deS sel. Rabbi Abraham Eger, welche zu Grabe geleitet wurden. Der Verewigte — ein Sohn (und zwar der älteste) deS sel. Rabbi Akiba Eger und Bruder deS im vorigen Jahre entschlafenen Rabbi Salomon Eger, sel. OberrabbinerS von Posen—* halte früher in Rawicz gewohnt, spater aber sein Domizil nach Rogasen verlegt, und hier sowohl alS dort — so wie allenthalben, wo er nur gekannt war — wegen seiner Klugheit nicht minder als wegen seiner Frömmigkeit und seines biedern Sinnes in der größten Achtung gestanden. Er starb zu Rogasen am Letzten v. M.; wie ich höre, in einem Alter von 75 Jahren. Sein letzter Wille war eS, daß seine Leiche nach Posen gebracht und neben der seines in Gott ruhenden VaterS bestattet würde, und dieser Wille ist auch von den Gemeinden Rogasen und Posen geehrt und treu auSgeführt worden. In dem benachbarten Rußland ist, wie man hört, die Branka (Rekrutenaushebung) dieses Jahr ungewöhnlich stärker und strenger denn je. Namentlich werden recht viele Knaben im Alter von 10—12 Iah-'

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