Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 52 (19.12.1853)
- Date
- 1853-12-19
- Page
- Seite 659 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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«SS und in Staatliches, O öffentlicher und Allgemeines zu absorbiren. —DaS Judenthum, daö mosaische, wie daS rabbinische, hat das Prinzip: die Gesellschaft auf der Dafis der Familie zu erbauen, erst die Familie, dann der Staat. So erkennet. Juden, daß dies ein eben so theurer und unveräußerlicher Theil unserS Berufes ist, wie das Bekenntniß deS Einig-Einzigen! Mögen wir diesen Beruf als solchen erkennen, hnlig halten, vollführm! An die jüdischen Prinzipale. In neuerer Zeit wird vielfach über die finkende Sittlichkeit unter den jüdischen Kommis (Handlungsdienern) und sogar Lehrburschen Klage geführt. Der Prinzipal meint, waS geht das mich au, bin ich ihr Seelsorger, laffen fie ihre Wege gehen, wenn fie nur ihre Dienste leisten, die fie sollen. Ja, aber woher kommt es denn, daß jetzt so häufig die Kommis und Burschen fich untreu erweisen, daß fie fich nicht bloS fast wie die Feinde des Prinzipals benehmen, sondern ihn bestehlen und betrügen — ach, nein, nicht bloS daß fie für ihren Prinzipal kein Opfer der Liebe, der Treue, der Hingebung bringen, nein! fie befeinden und beuntreuen ihn, wo fie es uncntdcckt und darum unbestraft thun zu können glauben.... so rächt fich dies — allerdings ist der Prinzipal auch Seelsorger seines Kommis und Laufburschen, aber weil er dies nicht zu fein glaubt, weil er den Kommis und Lchrburschen nur als seine Dreschmaschinen, als Spaten und Pflugschaar aufieht, so schlagen fie in'S Gegentheil um und benachtheiligen ihn.... Ja, waS ist die Wurzel des Nebels? Auch die jüdischen Prinzipale gewöhnen fich immer mehr, ihre Kommis und Burschen aus „ihrem Hause zu rhun", fie von ihrem Tisch und Hause zu rrennen, fie nicht zu ihrer Familie zu rechnen, fie mit einer gewiffcn Verachtung von fich entfernt zu halten, Jrreligiofirät systematisch in ihnen zu nähren, indem fie allem Gottesdienste so wie häuslichen religiösen Uebungen fern gehalten werden — da gewöhnen fie fich, Geld auSzugeben, da gerathen fie in böse Gesellschaft, da leckern und lungern fie bei Konditoren und in Kneipen umher, da haben fie Niemanden, vor dem fie fich fürchten, an deffen Achtung ihnen gelegen ist, dte Geschaftssachen sind ein Dienst, ist der abgethan, geht's ihnen nichts mehr an, fie kommen in Verlegenheiten, viel Geld sehen fie im Gefräst vor fich — sie greifen nach ftrmdcm Eigcnthum... > Dies iff' 1>te - traurige Geschichte, an der so viele Knaben und Jünglinge' zw Grunde gehen... Prinzipale, gedenket: auch eure Söhne werden Lehrburschen und Koürmis werden, und eures eigenen Geschäftes Angelegenheiten stehen in genauer Verbindung damit. Behaltet eure Kommis und Burschen in eurem Hause, an eurem Tische, ziehet fie in euer FamAinilehen, haltet sie — ohne Heuchelei — zur Religion an — und ihr werdet euch schützen, und die arme Jugend, und euch Verdienst erwerben. Die Jugend ist gut, sobald daS Alter sie nicht schlecht macht. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Stuttgart, 7. Dezember. Der „Beob." berichtet: „Dem Vernehmen nach hat gestern die staatsrechtliche Kommission in Sachen deS JsraelitengefetzeS mit allen gegen drei Stimmen beschlossen , bei dev Kammer zu beantragen, die Regierung möchte gebeten werden unter Mitwirkung der Ständeverfammluvg die Bersassung dahin abzuändern, daß die Israeliten in ihren staatsbürgerlichen Rechten den Christen gleichgestellt werden, ihnen also Wahlrecht und Wählbarkeit zur Volksvertretung eingeräumt werde." (Bravo! Nimmt die Kammer diesen Antrag an, so hat fie sich allen anderen gegenwärtigen Ständeversammlungen zum Muster gestellt. Re da kt.) Kassel, 7. Dezember. Die heutige „St. Z." veröffentlicht die abgeänderte Gemeindeordnung. Der §. 3. heißt: „Die Bekleidung eines Gemeindeamtes ist bedingt durch das christliche GlaubenSbekenntniß." (ES giedt eine Zeit, wo eS eine wahre Erleichterung ist, kein Amt zu bekleiden. Sonst sagen wir: i:7272 pm V73 1^837') Altona, 27. November. Obwohl wir in vor. Nr. einen aussührlichen Bericht gegeben haben, lesen wohl Viele folgenden Artikel deS „Franks. Jsurn." wegen seiner Ueberstchtlichkeit gern: Während im Königreich Dänemark die Jud en die vollständigen Rechte des Staatsbürgers genießen, hat die Regierung in den den Ständen der Herzoglhümcr vorgelegtcn BerfaffungSentwurf diese Gleichberechtigtmg der Inden mit den christlichen Einwohnern SchleSwig-HolstcinS