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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-12-19 · Heft 52 (19.12.1853) · p. Seite 661

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 52 (19.12.1853)
Date
1853-12-19
Page
Seite 661 (sequence 5)
Language
German
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«61 reit für die Militärschulen auSgehoben und unter diesen wiederum ganz besonders die Söhne des Juden inS Auge gefaßt. Man kennt den Abscheu der Juden gegen den Dienst im Heere und weiß, wie gern sie, wenn sie erst über daS 12. Jahr hinaus find, demselben durch die Auswanderung sich entziehen. Daher diese strenge Maßregel. Doch soll diese (nach der „B. Z.") nur in den Gouvernements Wilna und Kowno mit so furchtbarer Strenge, in den anderen LandeStheilen dagegen weniger streng gehandhabt werden. N. S. So eben erfahre ich, daß am 1. d. M. in der Gemeinde Nakel die feierliche Einweihung des neuerbauten Gotteshauses stattgefunden, zu welchem erst im Mai d. I. der Grundstein war gelegt worden. Wie alle Feierlichkeiten dieser Art, so ist auch die in Rede stehende durch Festzug, Chorgesang, Rede und Mahl begangen worden. Der Regierungspräsident von Bromberg, Freiherr von Schleinitz, zur Feier eingeladen, war zu erscheinen behindert und hatte sich entschuldigen lasten. Sonst haben viele vornehme Gäste auS der Umgegend an der Festlichkeit Theil genommen. Es wäre Ähnlichst zu wünschen, daß der neue Tempel dazu dienen möchte, die Parteien mit einander aus zu söhnen und wieder Ruhe und Friede in die Gemeinde einzusühren! Dies wolle Gott!— DaS Kantorat zu Gnesen bleibt wieder unbesetzt, da der neugewählte Kantor, dessen Wahl auch (obgleich nur Seitens des Gemeindevorstandes allein vorgenommen) von der k. Regierung zu Bromberg bereits genehmigt war — die Stelle abgelehnt und eS vorgezogcn haben soll, in seiner alten Gemeinde (Filehne) noch zu verbleiben. Oesterrerchischer Kaiserstaat. Wien, 5. Dezember. (Eingesandt.) In Nr. 48. Ihres geschätzten Blattes findet sich ein von I)r. Guggenheimer in Teschen Unterzeichneten Aufsatz, den sonntäglichen Gottesdienst für Handwerkslehrlinge in Wien betreffend. Da in demselben unter Anderm die Stelle vorkommt, daß der Verfasser jener Zeilen „mit den Motiven vertraut ist, denen dieser Gottesdienst seine Eristenz zu verdanken hat", welche Bemerkung zu Mißdeutungen Anlaß geben könnte, so erlaubt sich der Vorstand des Vereins zur Beförderung der Handwerke in Wien, eine löbliche Redaktion höflichst zu ersuchen, diesen Zeilen Raum in ihrem geschätzten Blatte zu gestatten, wodurch Dr. Guggenheimer aufgefordert wird, die „Motive", mit denen derselbe vertraut zu. sein vorgiebt, öffentlich bekannt zu geben. Der BereinSvorstand. Wien, 7. Dezember. Die „Boss. Z." enthalt Folgendes: Im Ministerium deS Innern ist ein Gesetzentwurf auSgearbeitet, welcher über die Verhältnisse der Juden in den österreichischen Staaten bestimmte Gesichtspunkte aufstellt und Grundsätzen Ausdruck geben soll, welche eine endliche Regelung in jener vielfach streitigen Angelegenheit nicht mehr zweifelhaft lassen. Von gut unterrichteter Seite kommt die Angabe, daß für die verschiedenen Statthaltereien deS Reiches die Wiedereinführung von veralteten Judengesetzen auf höhere Weisung als unthunlich bezeichnet worden und den Statthaltern darüber eine Richtschnur gegeben sei. —. Da daS angebliche, durch die „deutsche Volkshalle" veröffentlichte Dekret der böhmischen Statthalterci, das Halten christlicher Dienstboten von Seiten der Juden, so wie daS Beilegen gewisser Heiligennamcn an israelitische Kinder, vieles Aufsehen in den öffentlichen Blättern erregt hat, so dürfte die verläßliche Aufklärung deS Sachverhaltes von Interesse sein, daß ein solches Dekret allerdings vor längerer Zeit erlassen, aber schon vom Kaiser Ferdinand aufgehoben worden ist. Wie», 5. Dezember. (Privatmitth.) Zu den Petitionen der verschiedenen Kronländer von Seiten der Israeliten in Betreff der Verordnung vom 2. Oktober d. I. ist jetzt auch die der lombardischen Juden hinzugekommen. Sie führen darin ihre Verfassung in der vor-napoleonischen Periode, während der napoleonischen Herrschaft und jetzt, wo sie wieder österreichisch sind, an. Unter allen diesen Perioden waren sie entweder ganz emanzipirt oder nur mit einigen wenigen Ausnahmsgesetzen bedacht, und sie bitten daher, daß daS neue Gesetz sie nicht ärger stellen möge, als sie früher waren. Die mährisch-schlesischen Juden haben ihre Petitionen bei der Statthalterei eingereicht. Haben Sie daS Geschrei' der katholischen Blätter intra et extra gelesen, weil die Juden, die gekrümmten, sich wehren wollen? ES ist wahrlich zu bemitleiden. In allen Blättern wird ein Geschrei erhoben

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