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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-03-28 · Heft 14 (28.3.1853) · p. Seite 173

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 14 (28.3.1853)
Date
1853-03-28
Page
Seite 173 (sequence 9)
Language
German
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173 weggrund den gedachten Traum angab. Dies wurde dem Schreiber Dieses in seiner Jugend von dem gedachten Synagvgendicner selbst erzählt. — Die Gattin des Baron Eubcschütz war übrigens keine Rabbincrtochtcr, er lernte sic in keinem Badeorte kennen; diese würdige Matrone lebt noch. Ihre Ehe blieb nicht kinderlos, sondern wurde mit 3 Töchtern gesegnet, von denen eine einem ausgezeichneten jüdischen Arzte in Breslau verhcirathet ist. — Baron Eubeschütz hinterließ der hiesigen israelitischen Gemeinde ein Kapital zur Erweiterung des Begräbuißplatzes, welche damals als Bedürfniß sich herausstellie. — Wir glauben diese Bemerkungen im Jntcreffc des gemeinnützigen Unternehmens des Herrn Paschelrs selbst nicht unterdrücken zu dürfen, damit künftig gerundetere Darstellungen darin Platz finden mögen. B. Magdeburg, 18. Marz. Alte Weisheit im neuem Gewände! Dies ist in der ungeheuren Mehrheit der Charakter der jüdischen Literatur, und während des Neuen und Originalen ein Minimum geboten wird, wird das Alte und Längstvorhandene in mannichfaltigen Fornren wieder zu Tage gefördert. Legen wir unS diese Formen zu recht. 1) Tic einfachste ist der bloße Abdruck alter Manuscripte oder Druckwerke. Hierin haben die letzten Jahrzehnte viel geleistet; wir heben hervor in neuester Zeit: Goldenthal, Filipowski, Edelmann, Dukes, Jcllinek. Wir haben vor Kurzem eine Reihe solcher Editionen vermerkt, in den nächsten Nummern werden andere folgen. 2) Gnomologischcs, gesammelt, übersetzt und besprochen. Die Arbeiten von Fürstcnthal (1834) und Dukes (1844) auf diesem Gebiete sind bekannt und ausführlich in diesen Blättern besprochen; wir erinnern auch an Edelmann's ff’ma “p“, vor Kurzem (in Nr. 8) von uns angezeigr. Eine anderweitige -Arbeit ist nun: Zur rabbinischen Sprachkunde. Eine Sammlung rabbinischer Sentenzen, Sprichwörter und sprichwörtlicher Redensarten, herauszegebcn und erläutert von Leopold Dukes, Wien 1851. Es ist dies Schriftchen (S. 97) ein Supplement zu des Verfassers „rabbinischcr Blumenlesc", denn die meisten in der neuen Schrift gegebenen Sprichwörter find ebenfalls aus Talmud und Midrasch , wozu in der Erläuterung auch hebräische Sprüche aus der maurisch-spanischen Periode in Prosa und Versen, so wie Sprüchwörter moderner Sprachen hinzugefüzt find. Sehr reichhallige literar-historische Notizen find überall zerstreut, und in Anhängen, z. D. über hebräische ethische Werke, hinzuzesüzt — obgleich die Erklärung deS Sinnes hie und da noch tiefer geschöpft sein könnte. Für die Besitzer der „rabbinischen Blumenlese" des Verf. empfiehlt sich dieses Supplement von selbst. Wer die erste nicht erwerben kann, dem wird diese kleinere Sammlung schon sehr willkommnc Gabe sein. — 3) De- und lieberarbeitung in metrischer Form, und zwar a) metrische Bearbeitung von Hagadot in kurzem erzählendem Gedicht. Als ein vorzügliches Produkt haben wir hier das jüngste Werk einzuführcn: Stimmen vom Jordan und Euphrat. Ein Buch für's Haus. Von vr. Michael Sachs. Mit Beiträgen von MoritzVeit. Berlin, 1853. Der Titel: ,,Ein Buch für's Haus" ist allerdings LuruS, denn wir wüßten nicht die geringste Beziehung des Buches zum „Haus". Wol aber ist cs für die Schule sehr brauchbar, um sinnigen und schönen, vom Religionslehrer zu besprechenden Stoff durch Vorlesung eines Solchen, eine Sage oder Erzählung enthaltenden Gedichtes zu haben, dann und wann auch ein Solches zum -Auswendiglernen und Vorträge zu geben. In eine ,,Schülerbibliothck" paßt cs weniger, weil die vielen Gedicht nicht im Zusammenhänge durchgelesen werden können; wol aber darf das Buch in keiner Bibliothek eines jüdischen LchrerS fehlen. Doch geben wir vielmehr an, was es enthält. Die erste Abtheilung „Sagen und Erzählungen" ist eine fortlaufende (natürlich nicht zusammenhängende) Bearbeitung von Hagator'in Talmud und Midrasch von der Welrschöpfung an bis in die Zeit der'Abfassung dcr Gemara; die zweite Abtheilung „Betrachtungen, Parabeln und Hymnen" enthält die mannigfaltigste Sammlung von Bearbeitung in Talmud und Mitrasch gegebener sittlicher und religiöser Lehren, entweder in einem Gleichniß oder einer Erzählung veranschaulicht, oder als Betrachtung und Erfahrung ausgesprochen; endlich die dritte „Gedanken und Sprüche", erst längere Betrachtungen, dann kurze Sentenzen, Sprüche, Gnomen, zu denen der Tert zum großen Theil aus DukeS' rabb. Blumenlcse genommen worden. Der Stoff aller der in diesem Buche gegebenen Piecen gehört also dem Talmud und Midrasch an, die Bearbeitung dem vr. Sachs. Daß in so umfangreicher Sammlung Manches nicht ganz glücklich gewählt, daß auch die Bearbeitung bisweilen verfehlt ist, daß namentlich die epigrammatische Schärfe, das Gedrungene und Schlagende — besonders in den Legenden — mehr zur Anschauung hätte kommen können, ist bemerkbar. Abgesehen hiervon ist die gediegene Sprache, der schöne Takt, der Fluß, dem man das 14*

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