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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-08-23 · Heft 34 (23.8.1901) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 34 (23.8.1901)
Date
1901-08-23
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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el oder derrd bleibt der vielfach kaum Als Beispiel - Rheinland - 20 jüdischen Linie Klein- Brüder z. V. lenn ich nach giltig bestellt zwei Jahren ihre laug ge-? Mühe/ dies ß es so Vorständen. Die die fleißigsten r landtvirthhaben. Sie va^rdern: wo lche, die mit enenzncht be- Bauer nicht raeht herrscht Konfessi ollen st der Ueberche Balier im t bei diesen sch, redet mit ne Feste mit athsort viele änuergesangl. Sie achten ihm geachtet, litischer Giftsere jüdischei; mld, so viel rufen suchen an die Sache :en zu lassen Zmus sillkeil n als durcl l ) O ste r. ruf Kaplans idllnlgsweis Hiuzufüguue ellnng abzu den Stempe Grulld eine an. Brainil ) den Versucl dieselbe vor rartigen An » gelstein. erichtigunge: n; Zeile 30: tatt ärmeren nie 10 v. n. g e b ä n d e s 3 v. u.: zu r. Bacher. Berlin. Jahrgang. Nr. 34. Berlin. 23. Ängust 1901 vertage zur „Allgemeinen Zeitung des Iuöenthums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. 22 Berlin, 19. Anglist. Unsere Gemeinde hat einen schweren, ja unersetzlichen Verlust erlitten: am 17. d. M. ist nach schwerem Leiden Herr Leonhard Sachs im Alter voll 58 Jahren gestorben. Ein Sohn des unvergeßlichen Dr. Michael Sachs, ist der Verstorbene sein ganzes Leben lang auch der würdige Träger dieses großen Ramens gewesen. Er war von tiefer Religiosität erfüllt; selbst konservativ in seinen Anschauungen wie in seiner Lebensführung, war er doch tolerant gegen andere Ansichten und von wahrhaft humaner Gesinnung erfüllt. Seit Jahrzehnten dem Repräsentantenkollegium nlgehörend, hat er sowohl innerhalb dieser Körperschaft wie in zahlreichen Kommissionen für das Wohl der Gemeinde mit einem Eifer und mit einer Hingebung gearbeitet, die gerade an dieser Stelle seinen Verlust zu einem unersetzlichen machen. Die kärgliche Muße, die ihm als Seniorchef der angesehenen Firma Sachs, Meyer «k Comp., die er selbst zn hoher Blüthe brachte, geblieben, verwendete er ausschließlich un Dienste der Gemeinde. Leonhard Sachs gehörte im schönsten Zinne des Wortes zu den Männern, die sich den Angelegenheiten der Gemeinde in Treue widmen, und denen unser Sabbathgebet hierfür ewiges Gedächtniß verheißt. Nehmt alles nur in allem: er war ein Rann und ein Jude, dessen Leben ein Beispiel für unsere aufstrebende sagend sein möge. Das Andenken des vortrefflichen Mannes bleibt in gesegnetes; es wird fortleben in den: weiten Kreise, den sein rastloses Schaffen ansgesüllt und in der Gemeinde, der er den besten Theil seiner Lebensarbeit freudig geweiht hat. 22 Berlin, 18. August. Am Tage der Beisetzung der Kaiserin Friedrich hat in den Baruch Anerbach schenWaisenerziehungs> an stalten, die unter ihrem Protektorat wie vormals unter demjenigen Kaiser Friedrichs seit 1866 gestanden und Zeit ihres Lebens Beweise ihrer Huld erfahren haben, eine würdige Trauerfeier für die edle Fürstill stattgefundeu. Auch eine Kranzspende hat der Vorstand „der edlen hohen Protektorin in unvergänglicher Dankbarkeit" an ihrer Ruhestätte niederlegen lassen. §2 Berlin, 18. August. Ein Familienglied der Londoner Rothschilds ist zur Theilnahme an dem Zoologenkongres; in der Reichshauptstadt eingetroffen. Es ist dies Lord Rothschild, der als Schmetterlingssammler in der wissenschaftlichen Welt sich einen Namen gemacht hat und dank der ihm zur Verfügung stehenden Mittel die kostbarste Sammlung dieser Art besitzt. All dem Fest, das die Stadt Berlin den Kongreßmitgliedern gab, nahm auch Lord Rothschild Theil. Mit den übrigen Theilnehmern machte er, wie jeder andere Nichtmillionär. den Sturm auf die Buffets mit. Der Stadtverordnete Bankier Nelke stellte ihn später Herrn Oberbürgermeister Kirschner vor, der sich längere Zeit lebhaft mit ihm unterhielt. Berlin, 18. August. Die Statistik der Betheiljguug der Buden a nl höheren Schulwesen in Preußen weist nach dem Ratender für das höhere Schulwesen Preußens voll 1901 und nach >em Stande vom 1. November 1900 und des Ergänzungsheftes des Gentralblattes für die gesammte Unterrichtsverwaltung Preußens 3 Oberlehrer jüdischer Konfession auf. Da die Gesammtzahl aller an --en höheren Lehranstalten Preußens gezählten etatsmäßigen Oberlehrertellen sich auf 6624 beläuft, voll welchen 118 vakant waren, so entweicht die Zahl von 73 jüdischen Oberlehrern einem Prozentsatz von l,102. Rechnet man die 18 Oberlehrer ab, welche an den jüdischen Realschulen in Frankfurt a. M. thätig sind, so entspricht die daun noch verbleibende Zahl einem Prozentsatz von etwa 0.83. Unter den 2507 Oberlehrern der staatlichen und der vom Staate verwalteten Anstalten sind nur 8 Juden, das ist ein Prozentsatz voll 0,319. Die 23 Oberlehrerstellen vertheilen sich auf die einzelnen Provinzen wie folgt: Westpreußen 3, Posen 5, Schlesien 8, Brandenburg 1, Berlin 32, wachsen 1 und Hessen-Nassau 23. L. 8. Eydtkrthnen, 12 August. Gestern Vormittag fand die feierliche Grundsteinlegung der neuen Synagoge in Kibarty statt. Es wird in zwei Privatbethäusern dort jetzt die Andacht abgehalten, so daß schon seit Jahren der Wunsch nach einer Gemeindesynagoge oft hervorgetreteu, aber nun erst nach vielen Schwierigkeiten in Erfüllung gegangen ist. Die neue Synagoge wird aus einem den Goldberg'schen Erben gehörigen Gartenlande erbaut und wird 21 Fuß hoch, 105 Fuß lang und 100 Fuß breit werden. Nach dem vorliegenden Plan wird das Gotteshaus sich sehr schön und würdig ausnehmeu. Die Kibartyer Gemeinde erbaut den Tempel aus eigenen Mitteln, und sind sehr namhafte Beträge für denselben gezeichnet. Ist erst die allgemeine Synagoge fertig, dann soll mit Ernst und Eifer eill Friedhof in Kibarty angelegt werden. Diese Begräbuißstätte fehlt dort durchaus, da jetzt die Leichen bis nach dem mehrere Werst entfernt liegenden Wirballener jüdischen Friedhof gefahren oder getragen werden müssen. Eröffnet wurde die gestrige Feier mit der Absinguug der russischen Nationalhymne von den Schülern der jüdischen Schule in Kibarty. Dann sprachen die Herren Rabbiner Law und Lehrer Goldmaun. Elfterer Redner wies an der^Hand biblischer Gleichnisse nach, wie schwer stets Tempelbauten bei den Israeliten ( — und so auch hier) zusammen gekommen seien, ermahnte zum Frieden und Zusammenhalten und allgemeiner Einigkeit. Auch möge über die bestehenden privaten Bethäuser nicht gleich das Vernichtungswort gesprochen werden. Der zweite Redner, Herr Goldman«, sprach kurz, aber sehr zutreffend. Er hatte seiner Rede das „Hallel"-Gebet unterlegt: „Oeffnet mir die Pforten des Heiles, da ziehe ich ein, danke dem Herrn. Dies ist die Pforte des Ewigen, die Gerechten ziehen hinein. Ewiger steh' uns bei! schenk Wohlgelingen!" Auch für diesen neuen Gottesbau erbat er Glück, Heil und Segen. Der Kantor der neuen Synagoge sang hebräisch die Sabbathbenediktionen, welchen er ein Gebet für den im Frühjahr verstorbenen Herrn Salomon Fränkel, dessen Lebensideal diese Synagoge gewesen, solgen ließ. Auch betete er sür das russische Herrscherhaus. Die ersten drei Hammerschläge zum Grundstein des Tempels that dann Rabbiner Law, ihm folgten als Vertreter der rnssichen Behörde: Landrath Link und Gendarmerie- Rittmeister Gretschuer ans Wilkowischken und Bürgermeister Berdowsky-Kibarty, dann Lehrer Goldmann, die Vorstands- und andere Mitglieder der neuen Syuagogengemeinde. Die erhebende Feier war zahlreich — auch von Andersgläubigen — besucht. Lp. Ans der Provinz Posen, im August. Der frühere Lehrer der israelitischen Volksschule in Witkowo ist neulich in Berlin gestorben. — Zum Hilfsprediger und Religionstehrer der Gemeinde Schneidemühl ist der Nabbinatskandidat Dr. Grzymisch aus Breslau gewählt worden. — In Naschkow ist der Kaufmann Jacob Zerkowski gestorben. Derselbe gehörte über 20 Jahre der dortigen Stadtvertretung an. — Der Kaufmann Bernstein aus Newyork hat gelegentlich seines Besuches in der Heimathgemeinde Obersitzko dieser zn baulichen Zwecken für das Gotteshaus 1000 Mark gespendet. — Das Kaufmann D. B. Cohnsche Ehepaar in Posen feierte kürzlich das Fest der goldenen Hochzeit. — Der Kreisarzt Dr. Nubensohn in Grätz ist zum Medizinalrath ernannt worden. — Zu Schulvorstehern der jüdischen Schulgemeinde in Samter sind neulich die Kaufleute Joseph Holländer, I. Kollenscher und Adolf Kauf gewählt worden. Zu Schulrepräsentanten wurden die Herren Bäckermeister Louis Wagner, Max Berg und L. Holländer gewählt.— Der langjährige Korporationsvorsteher in Meseritz, Leopold Kupfer, ist neulich gestorben. — Die israelitische Schule in Santomischel ist wegen zu geringer Kinderzahl aufgelöst, und die Schulgemeinde mit der evangelischen daselbst vereinigt worden. Dem Lehrer Speyer ist die Verwaltung der jüdischen Lehrerstetle in Jntroschin übertragen worden. — Der Lehrer Goldberg an der aus gleichen Gründen aufgelösten jüdischen Volksschule zu Xionz ist an die jüdische Volksschule zu Kurnik versetzt werden. — Die Negierung zu Posen hat den Beschluß des Synagogenvorstandes zu

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