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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-01-18 · Heft 3 (18.1.1901) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 3 (18.1.1901)
Date
1901-01-18
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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65. Jahrgang. Nr. 3. DkV ^rrnrrndrbolk. r°mmr ^o>. Weikrge zur „Allgemeinen Zeitung des Iuöentyums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. 8. Berlin, 14. Januar. Der Gemeindevorstand hat in seiner letzten Sitzung dem Statut für die Gemeindebibliothek, wie es in der vorigen Nepräsentantenversammlung zum Beschluß erhoben wurde, nunmehr ebenfalls seine Genehmigung ertheilt. Für die Bibliothek ist auch bereits in der Oranieuburgerstr. 60/63, im Hause der North British Versicherungsgesellschaft, ein Heim gesunden worden. Die parterre belegenen Räumlichkeiten bestehen aus sechs großen, Hellen Zimmern und bieten somit gleichzeitig eine Wohnung für den Bibliothekar. Seitens der Repräsentanten, deren Genehmigung noch einznholen ist. dürste kaum gegen die Wahl dieser mitten im Viertel der meisten sonstigen Gemeindeinstitute belegenen Räume Einspruch erhoben werden. — Die nächste Nepräsentantensitzung ist aus Sonntag, den 27. Januar anberaumt worden. L2 Berlin, 13. Januar. Wie alljährlich veranstaltet auch in diesem Winter das Kuratorium der Lehranstalt für die Wissenschaft des Juden thums eine Reihe von Vorlesungen zum Besten des Stipendiensonds dieser Anstalt. Die Vorlesungen, welche im Saale der Gesellschaft der Freunde, Potsdamerstraße 9. Abends 8 Nhr gehalten werden, sind folgende: 1. Am 11. Januar: Herr Privatdozent Dr. Hugo Preuß „Die Erklärung der Menschenrechte". 2. Am 28. Januar: Herr Karl Emil Franzos „Aus meinen Schriften " 3. Am 4. Februar: Herr Privatdozent Dr. Georg Huth „Eine verschwundene Kultur irr Centralasien". (Mit Lichtbildern.) 4. Am 11. Febrnar: Herr Rabbiner Dr. L. B lu m euthal „Gabriel Rießer". 5. Am j 18. Februar: Herr Dozent Dr. M. Schreiner „Die religionsgeschichti liche Bedeutung Moses Maimüiii's". 6. Am 25. Februar: Herr Dr. i Michael Cohn „Die jüdische Bevölkerung Preußens am Ende des! 19. Jahrhunderts".! L2 Berlin, 15. Januar. Die jüdische Re form ge me in de veranstaltet aus Anlaß des zweihnndertjährigen Gedenktages der Errichtung des Königreichs Preußen am Sonntag, den 20. d. M., Vormittags 10 Uhr, einen feierlichen Gottesdienst. Die Festpredigt hält Herr Dr. Levin. ^2 Berlin, 15. Januar. Die „Mit thei tun gen vom Deutsch-Israelitischen G e m e i n d e b u n d e" bringen .in ihrer eben erschienenen Nr. 54 Nekrologe auf Samuel Kristeller, Moritz Marcuse und Hugo Rheinhold, durch deren Hillscheiden der Gemeindebnnd so große Verluste erlitten, serner eingehende Mittheilungell über Fürsorgeerziehung verwahrloster Kinder, der der Bund jetzt besondere Aufmerksamkeit zuwendet, über die jüdische Arbeiterkolonie nebst Asyl in Neu-Weißensee, die spätestens am 1. August d. I. eingerichtet sein wird, über die Wirksamkeit der Bezirks-, Provinzial- und Landesverbände, sowie verschiedene kleine Mittheilungen und Anzeigen. Die ganze Nummer ist sehr interessant und liefert von Neuem einen Beweis dafür, wie fleißig und zielbewußt im Gemeindebunde jetzt gearbeitet wird. Es wäre nur lebhaft zu wünschen, daß diese Erkenntniß in allen betheiligten Kreisen endlich zum Durchbruch käme. Dell „Mittheilungen" liegt diesmal eine aktenmäßige Darstellung über die Entstehung und den Zweck der Peusions-, Wittwell- und Waisenj kasse des Verbandes jüdischer Lehrervereine als besondere Broschüre bei. Berlin, 15. Januar. Gestern ist hier nach kürzen Leiden im 76. Lebensjahre der bekannte Redakteur der „Volkszeitung" Hermann Holdheim an den Folgen einer Influenza gestorben. Der Verblichene, der älteste Sohn des sel. Rabbiners Dr. Samuel Holdheim, hat der Redaktion der „Volks-Zeitung" seit dem Bestehen des Blattes augehört, nachdem er vorher schon in der Redaktion der „Urwähler-Zeitung" seit 1849 thätig gewesen war. Mit ihm ist einer der verdientesten Vorkämpfer des liberalen Gedankens dahingegangen. Hermann Holdheim, der sein ganzes Leben im Dienste der Presse rechtschaffen und eifrig zu wirken beflissen gewesen ist, zeichnete sich stets durch eine liberale und humane Gesinnung aus. Er war allgemein beliebt und angesehen. Ehre dem Alldenken des wackeren Gellossen! L2 Berlin, 10. Januar. Das Kuratorium der Peusions-, Witwen- und Waisenkasse des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche hielt am 30. v. M. im Büreau des Deutsch-Israelitischen Gellleindebundes eine Sitzung ab. Der geschästsführende Vorsitzende Herr Hallst eröffnete dieselbe um ICV4 Uhr mit Begrüßung der von auswärts erschienenen Mitglieder; es waren dies die Herren: Direktor Dr. Adler-Frankfurt a. M., Blumenfeld-Adelebsen, Steinhardt-Magdeburg; außerdem war als Gast das Mitglied des Verbandsvorstandes der jüdischen Lehrervereine Herr Bernhard-Tarnowitz anwesend. Nach Verlesung des Protokolls der vorigen Sitzung durch den Schriftführer und nach Annahme desselben durch die Versammlung trat man in die Tagesordnung ein. Im Namen der Subkommission, welcher die Aufgabe übertragen worden war. /Vorschläge für die Besetzung der Stelle des Vorsitzenden zu machen, referirte Dr. Flegel. Derselbe führte aus, daß die Subkommission der Meinung gewesen sei, au die Spitze einer Lehrerkasse müsse ein Angehöriger des Volksschullehrerstandes gestellt werden. Die Subkommission schlage demgemäß vor, Herrn Hanfs zum ersten Vorsitzenden zu wählen. Die Versammlung stimmte diesem Vorschlag bei. Nachdem Herr Haust sich zur Annahme des Amtes bereit erklärt hatte, legte Herr Professor Dr. Philippson sein Amt als zweiter Vorsitzender wegen Ueberlaslung mit anderen Arbeiten nieder. Auf Vorschlag des Herrn Direktor Dr. Adler wurde Herr Bankier Bamberger ersucht, das Amt eines zweiten Vorsitzenden zu übernehmen, und Dieser erklärte seine Bereitwilligkeit, seine Arbeitskraft dem Kuratorium auch in dieser Stellung zu widmen. Durch die Wahl des Herrn Haust zum Vorsitzenden wurde die Stelle des zweiten Schriftführers frei. Auf Vorschlag der Subkommission wurde Herr Lehrer Auerbach ins Kuratorium kooptirt und ihm die Stelle des zweiten Schriftführers übertragen. Den Vorstand bilden nunmehr folgende Herren: Herr Lehrer Hauff als erster Vorsitzender, Herr Bankier Bamberger als zweiter Vorsitzender, Herr Lehrer Dr. Fiegel als erster Schriftführer, Herr Lehrer Auerbach als zweiter Schriftführer. Herr Bankier Loewenberg als erster Schatzmeister, Herr Handelsrichter Lustig als zweiter Schatzmeister. — Herr Direktor Dr. Adler referirte alsdann über die als Manuskript gedruckte Broschüre: „Die Peusions-, Witwen- und Waisenkasse des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche. Eine kurze aktenmäßige Darstellung ihrer Entstehung und ihres Zweckes." Er gab den Inhalt der Broschüre an, welche zu dem Zwecke verfaßt sei, an der Hand der Akten eine kurze Geschichte der Entstehung zu geben und die Zwecke, die mit der Gründung der Kasse beabsichtigt seien, darzuthuu. Aus den Ausführungen des Referenten ging hervor, daß die Anklagen, die seitens des Vereins jüdischer Religionslehrer Ostpreußens gegen die Kasse erhoben waren, haltlos seien. Da die Verbreitung der Broschüre in Lehrerkreisen geeignet sei, falsche Vorstellungen über Wesen und Bedeutung der Kasse zu beseitigen, so beantrage er, die Broschüre im Namen des Kuratoriums herauszngebeu und in den iuteressirten Kreisen zu verbreitern Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen, nachdem noch einige Abänderungen im Text der Broschüre beschlossen waren. Die Broschüre soll allen Mitgliedern der zum Verbände gehörenden jüdischen Lehrervereine zngehen, außerdem vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebund in 800 Exemplaren den von diesem herausgegebenen Mittheilungen. die in der nächsten Zeit zur Versendung kommen, beigelegt werden. Der Vorsitzende wurde beauftragt, die Drucklegung der Broschüre baldigst zu bewirken. — Dann erfolgte eine freie Aussprache über die Mittel zur Verunehrung der Grundfonds. In Verfolg dieser Aussprache wurde der Vorstand beauftragt, unter Hinzuziehung der Herren Meyer und Haberland den Anregungen näher zu treten. Zum Schlüsse wurde dem Vorstand auheimgegeben, über die Aenderung des Z 19 der Statuten, betr. die Zusammensetzung des Kuratoriums,

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