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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-10-15 · Heft 42 (15.10.1913) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 42 (15.10.1913)
Date
1913-10-15
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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Mehrausgabe von 9614 Mark, ferner' ' der 'Rechnungsabschluß^ der W a i s e n £ o m m i f s i v n und der Rechnungsabschluß der B a,ukommission. — Die mit Ende des Jahres ausscheidenden Mitglieder der FriedHossko m m i s s i o n , die Herren Willibald Loewenthal, Martin Loose, Isidor Feibel, 'Siegfried Jacobsohn, Karl Loeser und Dr. H. Rosenthal, werden wiedergewählt. — Zur Schaffung eines Attenraumes in dem Bureau der Friedhosskommissivu werden 242,35 Mark, für die Anschaffung zweier Thorarollen, die bereits gekauft sind, nachträglich 550 Mark, zur Erneuerung des Hospflasters im ersten Verwaltungsgebäude 1500 Mark, dem „Religiösen Verein jüdischer Glaubensgenossen zu Steglitz" zur Veranstaltung eines Jugendgottesdienstes am Bersöhnungstage nachträglich 150 Mark bewilligt. Der Antrag, auch den Konfirmanden in den Synagogen der subventionierten Gemeinden Geschenkbücher überreichen zu lassen, wird angenommen. Dem Israelitischen Religionsverein Agudath Achim in P n u k.o >v wird n u r für daslau sende Jahr eine Subvention von 4000 Mark bewilligt, da auf Anregung von Herrn Lewinski dem Plane nähergetreten werden soll, die h ü b s ch e S y n a g o g e des Waisenhauses in Pankow als Geineindesynagoge zu verwenden. Jnsolgedessen wird auf Antrag Blas chke die Subvention nur auf das Jahr 1913/14 bewilligt. — An Stelle des Herrn Justizrats Dr. V e i t S i m v n wird in den Ausschuß III und in die Kommission zur Auswahl von Ehrenbeamten Herr Sch l o ch a u er , in die Gemischte Deputation zur Beratung der Revision des .Gemeindestatuts Herr Willibald L v e w e n t ha l gewählt. — Für die Stelle eines S a m m e l v o r nr u n d e s wird Herr Rechtsanwalt Dr. L a m m gewählt uiid zugleich zum Mitgliede der Waisenkonnnission ernannt. — Schließlich gelangten noch die Vorlagen betreffend das Testament der Eheleute Emil und Anna Friedberg, geb. Böhm, sowie des.Vermächtnisses des Professors Dr. Georg Böhm-Freiburg in Höhe von 3000 Mark zur Annahme. Endlich stimmte -die Versammlung einmütig dem zu, daß zur Gewährung einer Unterstützung von je 100 Mark an 27 weitere Veteranen der Betrag von .2700 Mark bewilligt werde. Damit schloß die Sitzung. Berlin, 13. Oktober. Der Verein für jüdische G e s ch i ch.t e und Li t e r a t u r (E. V.) versendet dieser Tage das Verzeichnis der Vorträge für das Winterhalbjahr 1913/14. Donnerstag, 30. Oktober. 1913: Professor D. H e r m a n n L. Strack, Berlin: Die Bibel, der Talmud und die Tiere. Donnerstag, 13. November 1913: Archivar Dr. Eugen. Tänbler, Berlin: Der Antisemitismus im Altertum. Dienstag, 25. November 1913: Professor Dr. Ernst Sellin, Kiel: lieber den Fortgang der Ausgrabungen in Palästina, Donnerstag, 11. Dezember 1913: Rabbiner Dr. I. L e wik v w itz , Berlin: Monismus und Judentum. 1. Populärwissenschaftlicher Vortrag: Donnerstag, 8. Januar-1914: Kantor der Synagoge Fasaueustraße Magnus Davidsohn. Berlin: Die Melodien und Gesänge des jüdischen Gottesdienstes. Mit Erläu- . terungen am KläWer und durch Gesang. Donnerstag, 22. Januar 1914: Direktor I. Low e n b e r g , Hamburg: Vorlesung: Aus eigenen Dichtungen. Donnerstag, 5, Februar 1914: Professor Dr. Moritz Sobernheim, Berlin: Streifzüge durch Syrien mit Lichtbildern. Donnerstag, 19. Februar 1914: 2. Populär-wissenschaftlicher Vortrag: Vorlesung der Frau I r e n c T r i e s ch : Aus der Bibel. Donnerstag. 5. März 1914: Rabbiner Dr. Werner, Müychen: Elia Wilna und Akiba Eger. Donnerstag, 19. Ntärz 1914: Professor Dr. G. Klein, Stockholm: Die jüdischen Quellen der Theologie des Paulus. Die Vorträge finden sämtlich im Oberlichtsaal der Philharmonie statt und beginnen pünktlich um $X> Uhr.; Berlin, 10. Oktober. Am 23. v. M. beging Herr Rentier Louis Jonas, Wilmersdorf, mit seiner Gattin seinen Silberhochzeitstag. Herr Jonas hat sich auf dem Gebiet werktätiger Menschenliebe mannigfache Verdienste erworben. Ein eifriges Mitglied der Bne Brithlvge, hat er während einer Reihe von Jahren namentlich iui Ausschuß für Arbeitsnachweis eine unermüdliche Tätigkeit entfaltet. Seit ungefähr zwei Jahren steht er auch an der Spitze des Vorstandes der „Hilfskasse für israelitische Kantoren und, Kultusbeamte" und waltet seines Amtes als Vorsitzender. dieses Vereins mit großer Hingäbe, nach besten Kräften bemüht, die häufig nicht beneidenswerte Lage im Amte ergrauter Kultusbeamten erträgl'chcr zu gestalten, das leider nicht seltene Elend ihrer Witwen und Waisen zumildern. Um. allen Ovationen zu entgehen, weilte, das Ehepaar an seinem Jnbeltage fern von feinem Heim. Trotzdem ließ es sich der Lor'staud der erwähnten '„Hilfskasse" nicht nehmen, dem Silberjubelpaar seine Glückwünsche nachträglich darzubringen. Der Vorstand, .bestehend aus den Herren Bankier Seckel, Hauptkantoren derhiesigen jüdischen. Gemeinden.As ch,,-D a v-i d s o hm,. K a l i s ch e r . Klein, Neustadt und S a ch e r, sowie dem Oberkantor der Gelueinde Adaß jißroel, D u b o w s k ierschien .am 28.. v. M. in der Behausung des Herrn Jonas. Der zweite-Vorsitzende der „Hilsskasse", Hnuptkantor L. Kälischer, hob in, einer Ansprache an das Jubelpaar die Verdienste des Herrn Jonas um das Gedeihen des Vereins hervor, beglückwünschte Herrn und Frau Jonas und überreichte namens des Kassenvorstandes zwei Kristallschalen. Herr Jonas dankte in warmen Worten für die erwiesene Ehrung und betonte in seiner Erwiderung, das; er für den Kultusbeamtenstand jederzeit ein lebhaftes Interesse gehegt habe und ihm daher seine Tätigkeit als Vorsitzender der „Hilsskasse" ganz besondere Freude bereite. Nach dem feierlichen Akt fand ein Frühstück statt, bei welchem Herr Hauptkantor Davidsohn ans das Silberpaar toastete. Man blieb noch längere Zeit in angeregter Unterhaltung beisammen, wobei die festliche Stimmung durch Liedervorträge der Kantoren imb nicht zuletzt des gesangs- und musikkundigen Jubilars wesentlich erhöht wurde. Möge dem verehrten Paar ein noch recht langes, gottgesegnetes Erdenwallen beschiedeu sein' 8. IT Hoherrsalza, 10. Oktober. Eine ehrenvolle Auszeichnung wurde auf der 2. Posenschen Provinzial-Obst- und Gartenbau-Ausstellung in Bromberg dein Schulgarten des hiesigen jüdischen Wolsfsohnschen Waisenhauses, Anstalt zur Förderung der Bodenbearbeitung, des Handwerks , und der Hauswirtschaft, zuteil. Für ausgestellte, im Schulgarten gezogene frische und gedörrte Obstsorten sowie im Haushalt eingekochte Früchte, besonders für Weingelee, bereitet ans nicht ausgereiften Weintrauben, wurde die silberne Ausstellungsmedaille sovie die bronzene der Landwirtschastskammer der Provinz Posen Zugesprochen. — Se. Exzellenz der Herr Oberpräsident der Provinz Posen hat dem langjährigen verdienstvollen Leiter der hiesigen freiwilligen Feuerwehr, dem Kaufmann Sally Kayser, aus Anlaß seines 25jährigen Jubiläums als Feuerwehrmann in Anerkennung seiner großen Verdienste uw das Feuerlöschwesen unserer Stadt den Titel als Branddirektor verliehen. Der Stadtverordnete, Kaufmann Leo Davidsohn hat infolge Wegzuges nach Berlin -fein Mandat als Stadtverordneter niedergelegt und dem Magistrat hiesiger Stadt für gemeinnützige Zwecke den Betrag von 1000 Mark gespendet; eine gleiche Summe, ebenfalls 1000 Mark, hat Herr- D. der Hohensalzaer jüdischen Gemeinde für wohltätige Zwecke überwiesen. m. Hamburg, 9. Oktober. In der letzten Sitzung des Repräsentantenkollegiums der Deutsch-Israelitischen Gemeinde wurde der Antrag des Gemeindevorstandes auf Ankauf der beiden Schulhäuser Kohlhösen 19/20 aus Gemeindemitteln einstimmig genehmigt. Durch diesen Beschluß dürfte das schon seit langer Zeit bestehende Projekt auf Verlegung der Gemeindesynagoge Kohlhösen bald verwirklicht werden. Der Verkauf des großen Platzes der Gemeindesynagoge scheiterte bisher stets daran, daß die beiden Schülhäuser, die die Synagoge Kohlhöfen zu beiden Seiten flankieren, eine etwaige Ausnutzung des großen Terrains, unmöglich machten. Da durch den jetzigen Ankauf der Schulgebäude-der ganze Komplex Eigentum der Gemeinde geworden ist, und infolge der veränderten Wohnnngsverhältnisse schon lange eine Verlegung der Synagoge eine Notwendigkeit geworden ist, so dürsten sich die Gemeindekollegien in absehbarer Zeit mit einem derartigen Antrag beschäftigen. Das Hauptgebäude der Talmud-Thora-Realschule, Kohlhösen 20, wurde am 25. Oktober 1857 seiner' Bestimmung übergeben, während das Nebengebäude (Kohlhösen 19), eine Schenkung des Herrn Sally Lew isohn, im November 1872 eingeweiht wurde. Im Dezember 1911 erfolgte bekanntlich die Uebersiedelung der Schule in das neue Hein; am Grindelhos. ' e/5> Bielefeld, 9. Oktober. Aus dem in Bielefeld abgehaltenen ch r i st, l i ch - s o z i a l e n Pa rteita g wurden Loblieder auf die Erfolge der Partei angestimmt. Sie konnten aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, daß eine politische Organisation, deren winzige parlamentarische Vertretung nur von Zentrums Gnaden existiert, kaum noch den Namen einer Partei verdient. Und wenn der Generalsekretär Rüsfer au üas Wort des alten Bodelschwrngh an den Kronprinzen Friedrich Wilhelm: „Wenn die Fahne, die Stöcker aufgepslanzt hat, heruutergeholt wird, dann sinkt auch die Fahnedes Hohenzollernhauses!" - erinnerte, so weiß man, daß diese

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