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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-01-03 · Heft 1 (3.1.1913) · p. Seite 12

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 1 (3.1.1913)
Date
1913-01-03
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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is de Veränderung? Wir sin' reiche Leut'! . . . Was heißt, reich sein? Gittel, mir schwindelt. Kann ich mehr essen? Ich Hab' kein' Hunger! Kann ich mehr trinken? Kann ich mich drei Ellen in de Höh' recken un'n Gardesoldat wer'n? — Du sollst 'n schwarzseiden Kleid kriegen, Gittel! ... Aber wenn de nu schon 'n schwarzseiden Kleid hast! Einmal müssen wir doch alle in de Erd' wie der arme Phillips . . Mm.. Mm.. Nebbich! . . . Jn'n Stück Leinen komm'n wer, un'n bißchen Erde kriegen wer untern Kopf! — Was haben wer da von unser Geld? Kannste's mitnehmen? — Naarischkeiten, etwas muß dran sein, 'n Mann aus'n Ministerium lauft nischt rum itrt bringt Stuß unter de Leut' . . . Zweimalhunderttausend Taler! Zweimal tausend Hunderttalerscheine . . . achttausend Taler 's Jahr, ze vier Perzent . . . un ich wer' ä Narr sein nn 's ze vier Perzent anlegen — was sollt' ich da ansangen? — Sagen wer bloß 5 Perzent, das sin 10 00O Taler 's Jahr . . . IO 000 Tal-er, Gittel! Das sin dreißig Taler den Tag! — wenn schon! Dreißig Taler den Tag, was heißt das? Gittel, ich will der was sagen, wovon wer nich geredt häbBn, seit wer ganz kleine Kinder sin gewesen; mein Rücken is nich so richtig gerade wie bei andere Leut'. Naarischkeiten, nu trag ich 'n schon so viel Jahr', un Hab kein Wort drüber gered't. Aber: Könnt ich sor 7 Taler den Tag das Buckelche loswer'n un drei Taler behalten un'n junger Mann wer'n — oder sor drei Taler den Tag den Buckel loswer'n un 27 Taler behalten — denn könnt' ich dreißig Täler den Tag verstehen! Aber was sollen mer jetzt dreißig Taler den Tag? Der Buckel bleibt, un de 200 000 Taler kommen am End nischt, un man tut besser, gar nischt dran ze glauben . . . Wenn auch —; Naarischkeiten, der Mann aus 'n Ministerium kann de Leut nischt foppen! — Gittel, was nützt es, reich ze sein, wenn man kein Geld hat? Hier sitzen wer zwei reiche Leut! Kannst de mer's ansehen? Kann ich der's ansehen? Nebbich! Was will unser Herrgott damit? Will er uns beide Alten zu'n Narren halten? Nu: sagen wer, er will uns nischt zu'n Narren halten, aber er will, daß uns nichts fehlen soll aus unser alten Täg! Gelobt sei Gott! Gittel — ich wünscht, ich könnte heut nacht schlafen!" (Fortsetzung folgt.) Mcheremlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Monatsschrift für Geschichte nnd Wissenschaft des Judentums. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Dr. M. Braun. 56. Jahrgang. September—Oktober 1912. Das Recht der israelitischen Religionsgemeinschaften des Großherzogtums Baden von Dr. jur. Siegfried Wolfs. Aus: Freiburger Abhandlungen aus dem. Gebiete des öffentlichen Rechts. Heft XXII. Karlsruhe i. B. G. Braunsche Hofbuchdrnckcrei und Verlag 1913. Eine Wanderung durch das jüdische Altertum. Von Oberrabbiner Dr. N. Netter. Separatabdrnck aus der „Freien jüdischen Lehrerstimme". 1. Jahrgang. Nr. 6, 7 und 8. Im Selbstverläge des Verfassers. Metz 1912. Die Aufgabe des deutschen Zionismus von M. Ealvary. Sonderabdruck aus dem jüdischen Studenten. Monatsschrift des Bundes jüdischer Korporationen. 9. Jahrgang. Nr. 6. Bureau des B. I. C. Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens der israelitischen Realschule in Fürth i. B. 1862—1912. The Jewish Quarterly Review. Editcd by Cyrus Adler and S. Schechter. Vol. III. No. 2. Octobre 1912. History of the Jews in America. From tlie period of the disvovery of the new world to tlie present time. By Peter Wiernik. New York. The jewish press Publishing Company. 1912. Rabbiner Dr. Heppners jüdisch-literarischer Abreißkalender. 1913. diseovery of the new world to the present time. By Peter einer Karte. Leipzig. I. C. Hinrichssche Buchhandlung. 1912. . Grundzüge für die Ernährung von Zuckerkranken nebst praktischen Anweisungen für die Diabetesküche von Professor Dr. Albert Albu in Berlin. Carl Marhold-Verlagsbuchhandlnng. Halle a. S. 1912. Mitteilungen des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Jahrgang 3, Heft 11. Berlin, 1. November 1912. Liturgisches Liederbuch für den Gebrauch der Neligionsschnlen. Herausgegeben vom Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Berlin'. Berlin. Verlag von M. Poppelauer. 1912. . Hebräische Balladen von Else Lasker-Schüler. A. R. Meyer Verlag. 1913. Berlin-Wilmersdorf. Kwartalnik poswiecony Badaniu Przeszlosci Zydow w polsce. Rocznik I. Zeszyt 2. W. Warszawie 1912. Liberales Judentum. Monatsschrift für die religiösen Interessen des Judentums. Hernusgegeben von der Vereinigung für das liberale Judentum unter der Redaktion -von Dr. Caesar Seligmann, Rabbiner in Frankfurt a. M. 4. Jahrgang, Heft 9, 10, 11, September, Oktober, November 1912. Sprechssal. Berlin, den 30. Dezember 1912. Der gemeinsamen Kundgebung der „Jüdischen Gemeinde zu Berlin" und der „Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M." vom 1. Dezember d. I. wegen der Erklärungen der Rabbinerverbände haben sich außer den Gemeinden Köln und München noch die Vorstände der Israelitischen Religionsgemeinden in Osfenbach a. M., Darmstadt, Mainz, Würzburg, Landau i. Pfalz und Worms angeschlossen. Die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg hat, wie die Gemeinde Königsberg Pr., den Abschnitten 1, 2 und 3 der Erklärung Zugestimmt, zugleich jedoch für Abschnitt 4 die folgende redaktionell etwas geänderte Fassung beschlossen: „Wir tragen den verschiedenen in der Gemeinde bestehenden religiösen Richtungen Rechnung und werden jedem Vorgehen entgegentreten, das geeignet ist, die Autorität unserer Rabbiner zu beeinträchtigen." Die Erklärung in der Nürnberger Fassung haben auch Verwaltuug und Ausschuß der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg sowie Vorstand und Verwaltung der Gemeinde Bayreuth unterzeichnet. * Zu der von Herrn Rabbiner Dr. Vogelstein unter der Spitzmarke „Niedriger hängen" eingesandten Mitteilung erlaubt sich der Unterzeichnete „Verein Jüdischer Studenten" zu Königsberg i. Pr. folgendes zu erklären: Bereits in den Wintern 1909 und 1910 waren im Vereinshause des V. I. St. sog.' „jungjüdische Abende" von einem Komitee unter wesentlicher Mitarbeit von V. I. Stern veranstaltet worden. Es wurden dabei Gedichte von Morris Rosenseld, Buber u. a. jungjüdischen Dichtern rezitiert, Stücke aus Werken der jungjüdischen Prosaliteratur vorgelesen und einleitend kurze belehrende Vorträge gehalten. Die Veranstaltungen, zu denen auf offener.Postkarte eingeladen wurde, geschahen in voller Oessentlichkeit; sie waren stets auch von einigen Schülern und Schülerinnen besucht. Niemand hatte daran Anstoß genonnnen. Als im November d. I. der V. I. St. zu solchen jungjüdischen Abenden einlud, erhielt er jenes Schreiben von Herrn Rabbiner Dr. Vogelstein. Da Herr Dr. Vogelstein zu den schärfsten Gegnern unseres Vereins gehört und uns in der letzten Zeit besonders heftig bekämpft hat, da ferner dieses Schreiben des Herrn Dr. Vogelstein den in einem solchen Falle und von einer solche!: Stelle aus zunächst zu erwartenden freundlich beratenden Ton peinlich vermissen ließ, konnten wir nicht umhin, auch diesen Brief als einen erneuten Akt politischer Gegnerschaft aufzufassen. Das veranlaßte die äußere Form -unseres Schreibens, dessen sachlicher Inhalt unanfechtbar bleibt. Wenn Herr Dr. Bogelsteiu das Verhalten der Verbindung im K. C. „Friburgia" dem des V. I. St. gegenüberstellt, so ist sehr zu beachten, daß diese Verbindung sich im Gegensatz zu uns der Freundschaft und direkten Förderung des Herrn Dr. Vogelstein erfreut. Königsberg i. Pr., 20. Dezember 1912. . Der -Verein Jüdischer Studenten im B. I. C. I. >A.: Sigmar Ginsberg.

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