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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-08-23 · Heft 34 (23.8.1912) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 34 (23.8.1912)
Date
1912-08-23
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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Haftäroth, 1 Stunde, Freitag 12-^1 Uhr? Herr Dr. B ä r o l Pentateuch, 2 Stunden, Mittwoch 9—11 Uhr. 2. Naschi zum Pentateuch, 2 Stunden, Mttwoch und Freitag 8—9 Uhr. 3. Mischna': Ausgewählte Traktate aus Ordnung Nesikin, 2 Stunden, Dienstag,6—7 Uhr nachmittags, Freitag 9—10 Uhr, Herr Dr.. W e y l: 1. Hebräische . Grammatik, 2 Stunden, Montag 5—7 Uhr. 2. Lektüre der Bücher Josua und Richter, 2-Stunden, Dienstag- 4—6 .Uhr: 3. Lektüre des Gebetbuchs, 2 Stunden, Donnerstag 5—7 Uhr. Alle Vorlesungen und Hebungen sind unentgeltlich. Die Eröffnung des Wintersemesters erfolgt-Dienstag, den 22. Oktober, 12 Uhr mittags. Als- Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie rite immatrikulierte Studierende der hiesigen Universität — und zwar, ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung an' den.Vorlesungen teilnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem derzeitigen Vorsitzenden des Lehrerkollegiums-Herrn Dr. Pahuda, am Dienstag, Mittwoch und Freitag 1—2 Uhr im Sprechzimmer der Lehranstalt, Berlin Artilleriestraße 14. .1 S. L. Hohensalza, 16. August. Am Montag den 12. d. M. feierte der hier in der Posener .Straße.. wohnhafte Rentier Moritz D o b r z y n s k i in voller Rüstigkeit und strahlender Frische seinen 90. Geburtstag. Die Beteiligung an der Feier war eine äußerst , große. Der Vorstand der Synagogengemeinde und das Repräsentantenkollegium, Vertreter von Vereinen und eine große Zahl von Gratulanten aus der Bürgerschaft waren erschienen, um dem hochlvürdigen und allgemein beliebten Jubilar-ihre Glückwünsche persönlich zu überbringen. Mittags 12 Uhr fand die offizielle Beglückwünschung in dessen Wohnung statt. Herr GemeinderabbnM Dr. Kohn feierte den greisen Jubilar in einer formvollendeten längeren . Ansprache als einen überaus großen Wohltäter, der im wahren ^Sinn des Wortes, die Armen unserer Stadt ohne Unterschied der Konfession mit Wohltaten überschüttet, er pries ferner seine große Frömmigkeit'und .musterhafte Nächstenliebe, die er den Armen gegenüber aüsübt. Im Namen der Synagogengemeinde überbrachte der erste Vorsitzende,' Stadtrat Salomonsvhn, in einer herzlichen Ansprache die Glückwünsche der Gemeinde unter Ueberreichung eines prächtigen Blumenarrangements als Angebinde. Von nah und sern*liesen zahlreiche Telegramme und Briese ein. Diese allgemeine Teilnahme erwies es zur Genüge,-in wie hohem Ansehen der verehrte Jubilar steht und welch ungeteilter Beliebtheit er sich hier wie außerhalb erfreut. Möge es Herrn Dobrzynski vergönnt sein, sich noch vieler glücklicher Lebensjahre zu erfreuen, und möge er in allem wie bisher auch ferner gesegnet fein. — Breslarr, 18. August. Am 16. d. M. feierte der Professor der Mathematiken unserer Universität, Geh. Regierungsrat Dr. Jakob Po san es seinen 70. Geburtstag. . Der Jubilar stammt aus Brody in Galizien. 1865 erwarb er in Breslau den Doktorgrad und begann auch hier fünf Jahrer später seine akademische Laufbahn als Privatdozent. 1873 wurde er außerordentlicher und-1876 ordentlicher Professor. Im Studienjahre 1903/04 war er Rektor der Breslauer Hochschule. Seit 1911 ist Rosanes von seiner akademischen Tätigkeit entbunden. Geheimer Negierungsrat Rosanes ist mütterlicherseits ein Enkel von R. Akiba Eger s. A. ' M. Hamburg, 16. August.- Herr Hermann Pren z l a u, ein bekannter Großindustrieller und angesehenes Mitglied unserer Gemeinde, ist nach schwerer Krankheit aus dem Leben geschieden. Der Verblichene, der nur ein Alter von 52 Jahren erreichte, war Inhaber der Panzer-Fahrradsabrik in Hamburg und München; er hat sich um die Entwicklung der Fahrradindustrie sowie auch um die Förderung des deutschen Radfahrsports vielfache Verdienste erworben und erfreute sich in weitesten Kreisen großer Achtung und Wertschätzung. Für die Institutionen der Gemeinde, namentlich für die Wohltätigkeitsvereine, bezeugte er ein reges Interesse und wird sein frühes Hinscheide-n allgemein bedauert. Zur Trauerseier hatten sich im Sterbehause Armgarnastraße ein große Anzahl Leidtragender eingefunden; außer den ^Verwandten und zahlreichen Freunden' auch viele Vertreter der Industrie und der Sportwelt. . Nachdem sich die Witwe und die Kinder um den mit kostbaren Palmen und Blumen geschmücktem Sarg geschart hatten, hielt Herr Prediger Dr. Leimd ö r fer die Trauerrede. Anknüpfend an ein Schriftwort schilderte der Redner den Lebensweg des Verblichenen, der aus den kleinsten Anfängen es durch Fleiß und Energie verstanden hatte, sich einen geachteten Namen in der Industrie zu erwerben, dessen Arbeitskraft unendlichlchien, bis er von einer tückischen Krankheit dahingerafft wurde. 'Der Dahingeschiedene.zeichnete sich durch seine: Bescheidenheit^ und Herzensgute aus, er war ein Wohltäter der Armen, die seinen so frühen Heimgang besonders schmerzlich empfinden werden. Nachdem, der Geistliche, mit tröstenden Worten andie Hinterbliebenen-und mit Gebet geschlossen hatte, setzte sich der lange Trauerzug, dem. sich zu- ' erst das technische und kaufmännische Personal der Firma änschloß, in Bewegung. - In der Friedhosskapelle in Ohlsdorf widmete Herr. Rabbiner Dr. Lvewenthal dem Verstorbenen noch ein tief enrpsundenes Abschiedswort. Nach dem Vortrag der üblichen Gebete, wurden dann die irdischen Ueberreste dem Schöße der Erde übergeben. — Um der großen Anzahl von Kindern, die in den Ferienkolonien kerne Ausnahme finden konnten, den Aufenthalt in der gesunden Natur-zu ermöglichen-' hat die Frauenvereinigung der zionistischen Ortsgruppe von Hamburg-Altona auch in diesem Jahre eine Tagesserienkolonie eingerichtet. Durch reiche Mittel, die teils aus dem Ueberschuß eines Kinderfestes, teils aus Sammlungen aufgebracht wurden, war es der Vereinigung uröglich, diesmal 50 Kinder in ihre.Kolonie aufzunehmen. Die Kinder versammeln sich morgens um 814 Uhr am Schlung, um mit Extrawagen' der Straßenbahn , nach Niendorf zu fahren. Nach eingenommenem Frühstück, das aus Eiern, Butterbrot und Milch besteht,' unternehmen die Kinder unter Leitung der Aussichtsdamen Spaziergänge in das Niendorser Gehölz und dessen Umgebung, wobei natürlich dem jugendlichen Spieltrieb die größte Freiheit gestattet wird. Um 1214 Uhr wird das Mittagessen in fröhlichster Stimmung eingenommen. Nach dem Mittagsmahl ist eine Zweistündige Ruhepause,. ' die von den Kindern im Garten unmittelbar.an der vom Komitee gemieteten großen Halle zugebracht wird. Um.3'Uhr gibt es Milch und . Brot, und nun geht es wieder zum fröhlichen Spiel und Tanz hinaus in den Wald, bis um 514 Uhr das Abendessen, bestehend aus.einer Vorspeise und Milch und Eiern als Nachspeise eingenommen wird. Viel ' zu früh für die Kleinen ertönt um 6j4 Uhr das Signal zum Ausbruch. Extrawagen der Straßenbahn befördern die jugendlichen Kolonisten nach der Absahrtstelle, wo sie von ihren Anverwandten in Empfang genommen oder von den Komiteemitgliedern nach ihrer Wohnung gebracht werden. Zweimal wöchentlich. werden unter Leitung einer bewährten Turnlehxerin Freiübungen, verbunden mit Fußball, Reifspiel usw. veranstaltet, wie auch sonst für genügende Abwechslung gesorgt wird. — Dnnnfchweig, 18. August. Zu. der Notiz in der vorigen Nummer über den alten jüdischen Friedhof in unserer Gemeinde sei noch folgendes mitgeteitt: Mehr als 100 Jahre hindurch ist aus diesem alten Friedhof begraben worden. 1794 wurde er angelegt, also zu einer Zeit, m der man in Deutschland, wesentlich beeinflußt durch die französische Revolution, erst den Anfang gemacht.hatte mit der geistigen und Politischen Befreiung der. Juden.. Deshalb mußte dieser Friedhof auch .viel weiter von. der. Stadt. entfernt sein als alle - übrigen. Damals war , er nur halb so groß wie heute. Zu seiner - jetzigen Größe erweitert .wurde er 1850, und im folgenden Jahre ward dann das Haus für den Friedhof swürter erbaut, wie eine . Tafel an diesem Gebäude -mitteilt. . Das auffallendste Grabmal des Friedhofes, der einen schönen Baumbestand, aufweift, ist das einzige vorhandene Mausoleum. Es ist die Ruhestätte einer Familie, deren Namen uns unbekannt ist. Für einen russischen Juden Aschkenasy, der von den Aerzten zur Heilung nach Deutschland geschickt wurde, aber dann nur noch.sast ein Jahr ,in Harzburg lebte, rst es erbaut. Der Verstorbene hat, da Hamburg keinen israelitischen Friedhof besitzt, den Wünsch gehabt, hier in Braunschweig begraben zu werden. Die meisten Grabsteine sind natürlich, erinnernd an die Gesetzestafeln, taselsörnug. Doch es findet sich aus dem Friedhof auch zum Beispiel eine abgebrochene Steinsäule, und in der nordöstlichen Ecke, in der in den letzten Jahren bestattet wurde, stehen auch J manche Obelisken.; — Frankfurt a.M., 16. August. Die Israelitische Volksschule in Frankfurt a. M. versendet den Jahresbericht für 1911. Derselbe konstatiert zunächst, daß die Leistungen der Schule auch im vergangenen Jahre die Anerkennung der Vorgesetzten Behörden gesunden haben. Ebenso wird mit Befriedigung darauf hingewiesen, daß eine ganze Anzahl von Kaufleuten bei Aufnahme von Lehrlingen bereitwilligst die Zöglinge dieser Schule berücksichtigen. Die Schule zählt 9 Klassen in sieben aufsteigenden Stufen. Die fünf unteren sind gemischte Klassen. Der sechste Jahrgang ist in Knaben- und Mädchenklafse geteilt. Jahrgänge 7 und 8 sind vereinigt und bilden, ebenfalls nach Geschlechtern getrennt, Parallelklassen für Knaben und Mädchen.

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