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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-08-23 · Heft 34 (23.8.1912) · p. Seite 408

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 34 (23.8.1912)
Date
1912-08-23
Page
Seite 408 (sequence 12)
Language
German
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„Ich weiß es nicht so genau. Aber wenn es zu viele sind, behält der Onkel solche, die er schon kennt. Der Löwy Wittelshöfer war hier und der Herr Max." „Herr Max — das ist wohl ein junger Mann, wE man nur seinen Vornamen sagt?" „Nein. Ich weiß nur nicht, wie er sonst heißt. Er lebt immer so in der Gegend und hilft aus. Er versteht etwas von Altertümern. Der Onkel sagt,-er kommt immer nur nach Fürth herein, weil er sich gern ein Paar.Tage in der Stadt aushält." Herr von Rosenkreutz wurde nachdenklich. Eigentlich kann ihn der Herr Max doch nicht interessieren, dachte Rebekka. Herr Max war eine höchst banale-Erscheinung; er hatte nichts vom Pilger, der durch die Lande zog, er besaß nichts vom Schicksälsvollen des Heimatlosen, Herr Max stand jenseit jedes .Ungewöhnlichen. Die Tante Sabine kam ins Zimmer. Sie war rasch gegangen und „schnaufte" noch ein wenig, wofür sie sich vielmals entschuldigte. „Es tut mir leid", sagte Herr von Rosenkreutz, „aber ich konnte nicht Zeit vergehen lassen. Sie wissen, daß ich am Mittag vor Ihrem Osterfest nach Erlangen gefahren bin und heute zurückgekehrt. Sie sagten mir, es würde niemand in mein Zimmer kommen, ich konnte es nicht abschließen, da am Vormittag noch nicht aufgeräumt war. Hat nun unterdessen das Zimmer jemand Fremdes betreten?" Fräulein Sabine Elkan besaß einen-raschen und guten Verstand. Sie sagte: „Ich will mich besinnen, einen Augenblicks Herr Baron --Nein", fuhr sie nach einer kleinen Pause fort, „ich weiß es ganz genau. Wir hatten im Hause viel zu. tun — es war auch kein Fremder da, dieses ist sicher. Ich selbst habe in der Dämmerung das Zimmer abgeschlossen, nachdem die Magd aufgeräumt. Ich habe mich auch versichert, daß die Kommode, der Schreibtisch und der Schrank von Ihnen abgeschlossen waren. . Der Zimmerschlüssel ist bei uns..'gewesen. Rebekka hat ihn erst heute der Magd gegeben, damit sie frisches Wasser ins Schlafzimmer bringen konnte." (Fortsetzung folgt.) Litersrilchr Mitteilungen. — B it ch der Lieder von H. H e i n e. Facsimileneudruck der ersten Ausgabe, veranstaltet im Jahre 1912 vom Verlage Oesterheld Co.. Berlin W 15. Damit die Leser nicht meiner:, daß ich' hier ein vor 85 Jahren erschienenes Buch anzeige, sei gleich zu Anfang bemerkt, daß es sich um einen Neudruck handelt. Da alles, was Heine angeht, die Leser dieser Blätter interessiert, so sei dieser Neudruck erwähnt und bestens empfohlen. Es ist ein Faesimileueudrnck der ersten Ausgabe, veranstaltet im Jahre 1912 vom Berlage Oesterheld & Co., Berlin W 15, in einer in der Maschine numerierten Ausgabe von 500 Exemplaren Ta die Originalausgabe sehr selten und teuer ist — sie wird nicht häufig in Katalogen und dann mit einem Preise von 75 Mark augeboten —- so sei diese Wiederholung der ältesten Ausgabe, die ganz genau der eäilio princeps entspricht, den Liebhabern alter Bücher rvärrnftens empfohlen. Das Buch der Lieder enthält bekanntlich folgende Abteilungen: „Junge Leiden", „Lyrisches Intermezzo", „Die . Heimkehr", „Tie Nordsee", also die frischesten, anmutigsten Lieder des unvergleichlichen Poeten. L. G. *■ — Die H y g i e n e d e r I u d e n, i m A n s ch I. u ß a n die „I n t e r n a t i o n a l e Hygiene- An s st e l l u n g, D r e s d e n 19 11". Hrausgegeben von Dr. Max Grunwald. Verlag der Historischen Abteilung der „Internationalen Hygiene-Ausstellung, Dresden 1911", Dresdeu-N., Großenhainer Straße 9. Ein Sammelwerk von großer Vielseitigkeit: Hygiene des Talmnds, der Bibel iii jüdischen Sprichwörtern, tut Schulchan Aruch werden behandelt; was Maimonides darüber gesagt, was im 17. und 18. Jahrhündert dafür geschehen, ist, wird lichtvoll auseinandergesetzt; mit besonderem Interesse wird, die Statistik verfolgt. Auch' die. jüdische Turnbeweguug wird, freilich sehr kurz, dargelegt. Sehr lehrreich ist der Aufsatz von Max Fleischer: die Wasserversorgung im allen Jerusalem. Der ausführlichste Aufsatz ist der von B. Baneth: „Das jüdische Ritualgesetz in hygienischer Beleuchtung" (Das Schächten, die Speisegesetze, die Fleischnahrung, die Milchnahrung, die Minnignährung, das Händewäschen, Aufstehen, Kleidung, Rasieren,. die Sexualhygiene, Vorschriften über die Ehe). Der Herausgeber selbst hat vielerlei beigesteuert: „Vorwort", „Zur Einführung", „Nachtrag zur Beerdigungssrage". In einem Anhänge, der besonders paginiert ist, wird in sehr übersichtlicher Weise die Wohlfahrtspflege bei den Juden beleuchtet. Ich muß es anderen überlassen, auf die einzelnen, in diesem wichtigen Quellenwerke behandelten Fragen einzugehen. Für den Nichtfachmann stellt dieses Sammelwerk eine Leistung dar, für die dem fleißigen und umsichtigen Herausgeber der Dank aller Freunde jüdischen Lebens dargebracht werden muß. Denn diese Studiert haben nicht nur einen hohen wissenschaftlichen Wert, sondern gewähren auch treffliche Winke für das Leben. L. G. ■Sfr ' — D i e jüdische Gemeinde von Elephantine und i h r e B ez i eh u u g en zum Alten T e st a m e n t. Von Dr. Phil. Anton Jirku. VII. Serie, II. Heft. Biblische. Zeit- und Streitfragen zur Aufklärung der Gebildeten. Herausgegeben von D. Friedrich Kropatschek. 1912. Verlag von E. Runge in Groß-Lichterfelde- Berlin. Es handelt sich in dieser kleinen Schrift um eine populäre Darstellung der epochemachenden Forschungen und Veröffentlichungen Eduard Sachaus. Zwei Aktenstücke werden in deutscher Uebersetzung gegeben, nämlich: „Der Brief der jüdischen Gemeinde zu Elephantine, betreffend die Zerstörung des Tempels" und die „Antwort des Persischen Statthalters an die Juden von Elephantine". Unter den einzelnen kleinen Abhandlungen hebe ich die hervor, welche den „Gottesglauben der jüdischen Genteinde zu Elephantine" zum Gegenstände hat. Da Sachaus Forschungen doch nur eben einem kleinen Kreise wissenschaftlich Gebildeter zugänglich sind, so ist es sehr rtützlich, daß weitere Kreise.in populärer Art darüber unterrichtet werden.. Spre-Mal. K ü st r i n - N., 16. August 1912. Sehr geehrte Redaktion! 42 Jahre lese ich die „Allg. Zeitung des Judentums". Ich habe sie gelesen, als das Format noch kleiner und ohne Hülle war! ich habe sie gelesen, als in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Grätz ein Wunderrabbi auftauchte, und ich werde sie mit G. H. bis ans-Lebensende lesen! Der Artikel „Zur Reprüsentantensitzung" in der letzten Nummer kam noch zur rechten Zeit! er mußte kommen, um allen denen, die den vergiftenden Hauch der Heuchelei aus den Reihen der ehrsüchtigen Vorsteher und sogenannten Orthodoxen noch nicht begriffen haben, die Augen zu öffnen! Nun empfiehlt der Verfasser des Artikels, und mit Recht, das pro memoria, von Dr. Abr. Geiger aus den vierziger Jahren, des vorigen Jahrhunderts zu lesen. Wer kennt aber jetzt, nachdem inzwischen zwei Generationen heimgegangen sind, diese Schrift und wer liest sie! Ich gestatte mir deshalb, einen Vorschlag zu unterbreiten, den ich in Form einer Bitte kleiden möchte. Vielleicht wird der Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde auf tue große Bedeutung dieser Schrift aufmerksam gemacht und veranlaßt, eine neue, größere Auflage erscheinen und verbreiten zu lassen! Der Inhalt dieser herrlichen Schrift ist es wert, um besonders in unseren Tagen gelesen zu werden, damit diejenigen, die mit Herz und Seele an unserer großen geschichtlichen Vergangenheit hängen, von neuem erfahren und auch der Jugend Mitteilen, daß nur die Religion des Geistes zur Verherrlichung unseres Glaubens und Ausbreitung des Ansehens nach außen hin segensreich wirken könne! In aller Hochachtung K.'. Haase, Religionslehrer. ' ' - tffLr

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