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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-11-10 · Heft 45 (10.11.1911) · p. Seite 540

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 45 (10.11.1911)
Date
1911-11-10
Page
Seite 540 (sequence 12)
Language
German
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gezeigt. Das Märchen-Singspiel ist für Gesang mit Violin-, Cellouni? .Klavierbegleitung komponiert. Im Vorspiel verwendet der Autor mit großem musikalischen Geschickzwei alte shnagogale Melodien, und zwar die allgemein bekannte Llosus rur-'und die Leb'ns sessim- Melodie:- Letztere ist dem Naumburgschen Werk entnommen, der^ Text ist für LcKädbos Cbsnulla bestimmt. ' Nach dem Vorspiel singt im ersten Auftritt Hanna, unter, Begleitung, eine liebliche Melodie. . Im zweiten Austritt erscheint Ruth und singt „Nun bist du wieder da, mein trautes Chanuka" mit einer prägnanten, reizvollen Melodie, die die freudige Chanuka-Stimmung musikalisch charakterisiert. In demselben Auftritt bringt der Komponist ein Duett zwischen Hanna nnd Ruth in Kanonform. Hier lernen wir Herrn Fabisch als Meister in der Beherrschung des Kontrapunktes vorteilhast kennen. Ganz originell ist die Bearbeitung der Mcaus eur-Melodie — durch Noten Verlängerung — zu einem Walzer bei den Worten „Du; Chanuka, sollst mahnen mich an den Mut der Ahnen, daß sich, in mir erneue' der Väter Glaubenstreue". Nach dieser heiter und graziös gehaltenen Melodie folgt unter farbenprächtiger Begleitung eine in Moll von Ruth und.dem Chor gesungene, die die Ankunft des Propheten Elia verkündet. Es folgt das Anzünden derChanukalichter durch Elia mit dem üblichen Lroebaus, in der Benutzung der ütoavs rur- und der Seb'ne ssssim-Melodie. Alsdann wird vom Chor das bekannte Noaus 2vr gesungen. Nach dem Anzünden der Chanukalichter segnet Elia die auf der Bühne Anwesenden. „So geb/ der Herr euch seinen Segen." Hierbei benutzt Fabisch in äußerst geschickter Weise die Melodie be§ „Duehnens“ bei der Totenfeier. Im letzten Bild verivendet der Komponist noch einmal die Naumburgsche 8eb»ns 86S8im-Melodie und variiert dieselbe, bis der. Vorhang fällt, mit musikalisch Meisterhaftem Geschick. Der Chanuka-Zauber von Fabisch ist leicht ausführbar, weil die darin enthalteneu Gesänge sehr melodiös sind. Sowohl jüdische Literaturvereine, wie auch jüdische Familien, in denen Musik ge? pflegt wird, werden dem Komponisten Heinrich Fabisch für sein neues Opus „Chanuka-Zauber" Dank zollen. Königlicher Musikdirektor A. Friedmann-Berlin, y && ■!; Lüchrreinlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt., Zionismus oder Liberalismus, Atheismus oder Religion. Von Dr. Felix Goldmann, Oppeln. Frankfurt a. M. 1911. Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Heft,10. Oktober. , . Im Deutschen Reich. Zeitschrift des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Nr., 9 und 10. September und Oktober 1911. V Mitteilungen des Israelitischen Landes-Lehrervereins in Böhmern Zusammengestellt von Rabbiner M. Freund, Bvdenbach. 7. Jahrg. Heft 10. , '• K.-C.-Blättcr. 2. Jahrgang Nr. 1. Oktober 1911. Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. 1. Jahrgang Nr. 10. . Der Staatsbürger. Halbmonatsschrist für politische Bildung. Herausgegeben von Dr. Hanns Dorn. Nr. 17 bis 19. September und Oktober 1911. Liberales Judentum. N^onatsschrift für die religiösen Interessen des Judentums. Herausgegeben von der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland. Tr. Caesar Seligmann, Rabbiner in Frankfurt a. M. Heft 8 und 9. Jahrgang 3. 1911. Kistoire äs 1a ll.iUsra.turs judso-allsmanäs par U.?iuös voelsür äs 1'umvsr8its äs?aris. A.vse uns prska.es äs-Cbarlss Quäler?rök. ü lg. Lorbonns. karid, äouvs Co. Editeurs. 1911. " Der Sabbat. Monatsblatt zur Förderung der SabbatheiliguNg im sozialen und wirtschaftlichen^Leben der Gegenwart. 11. Jahrgang. Nr. 7 und 8. Verlag: Israelitischer Stellenvermittlungs- und Versicherungsverein, Frankfurt a. M. Ueber die Todesursachen der beim Preußischen Beamtenverein von 1903 bis 1908 im Alter von 31 bis 50 Jahren verstorbenen Versichertem Separatabdruck aus Sexual-Probleme, Zeitschrift für Sexualwissenschaft und Sexualpolitik. 7. Jahrgang. 6-. .Heft, 9. Heft. Septenrber 1911. ' Die Zeitschrift. Herausgegeben von Albert. Helms. Heft 24. 26. August 1911. Verlag Alfred Janßen, Hamburg. Berlin. Heft 50 Pf. 1Ü6 IswiZÜ ktsvlsw. Voll II, No. 9, September 1911. Price 1/6 net. London, Qeo. Routledge & Sons ld. ' Sonderabdruck, Pädagogische Jahresschau über das Volksschulwesen im Jahre 1910. Verlag von B. G. Teubner- Leipzig und Berlin. - > Dr. All Poppelauers Berliner Volkskalender für Israeliten auf das Jahr 5672 (1912);' Mit literarischen Notizen und einem Gedenkblatt versehen. . 52. Jahrgang. Berlin 1911, Verlag von M. Poppelauer, Buchhandlung. SMchsaÄ. Herrn Geheimen Negierungsrat Professor Dr. Ludwig Geiger, Schriftleiter der „Allgemeinen Zeitung des Judentums",' Berli n. Sehr geehrter Herr! 4^<^ir sind erstaunt, daß Sie in Nr. 41 Ihres geschätzten Blattes sich gegen „Die Lese" wenden, weil wir in der „Schalksecke" Fibelverse abgedruckt haben, die unter „I" die Zeilen enthalten: „Ter Jude schindet arme Leut', das Jägerhorn bringt große Beut'". Wir haben diese Fibelverse entnommen aus der Anthologie „Als der Großvater die Großmutter nahm", wo sie in'derselben Form stehen. Wir haben außerdem mit Absicht als Titel nicht „Fibelverse", sondern „Alte Fibelverse" gesetzt, und — der Beitrag steht unter „Schalksecke!" Düs sollte in unserem Sinne heißen: Seht euch hier einmal an, was man in früheren Zeiten den Kindern für Fibelverse beigebracht hat! Und wir glaubten, jeder, auch die Israeliten/ werden die Empfindung haben, das unsere Zeit gerechter und duldsamer geworden ist. Wir sehen allerdings ein, daß wir eine diesbezügliche Anmerkung hätten darunter setzen sollen, um jedes Mißverständnis von vornherein auszuschalten. Im übrigen sucht „Die Lese" ihren Stoff aus der Literatur der Gegenwart und der Vergangenheit in der weitherzigsten Art, frei von jeglichen politischen, religiösen - und moralischen Tendenzen; nur nach Gesichtspunkten, wie die beiliegenden Flugblätter sie aussprechen- Leider haben Sie in Ihrem geschätzten Blatt die guten, nnterstützungswürdigen Ziele der „Lese" bis jetzt nicht gewürdigt. Dagegen haben wir, als wir in einer der ersten Nummern der „Lese" (Nr. 3, 1910, Seite 46, 55, 57) Heine herausstellten, und von Professor Bartels deshalb angegriffen wurden,. Heine ganz energisch verteidigt, wie der Artikel „Eine komische Heinefeindschaft" (Nr.' 16 der „Lese" 19.10, Seite 3:5) zeigt. Auch sonst haben'wir keinerlei Unterschied gemacht in bezug auf die Konfession oder Abstammung der Dichter und sind nicht einmal auf derartige Gedanken gekommen- Soeben erhalten wir von der Israelitischen Erziehurrgsanstalt zu Ahlem einen Dankbrief über die ihr gestiftete Literatur, woraus Sie ersehen wollen, daß wir auch israelitische .Institute unterstützen. Ferner legen wir Ihnen Nr. 26 der „Lese" bei, woraus Sie ersehen können, daß in der engeren Leitung unserer Organisation alle Konfessionen vertreten sind. Wir dürfen annehmen, daß, wenn Sie die erwähnten Tatsachen gekannt hätten. Ihr. Urteil über „Die Lese" weniger einseitig gewesen wäre, und dürfen hoffen, daß Sie „Die Lese" nun nicht mehr weiter an den Pranger stellen, sondern auch die guten Eigenschaften der „Lese" in Ihrem geschätzten Blatt anerkennen werden. Wir stellen Ihnen anheim, diese Zeilen zu veröffentlichen und zeichnen V in hochachtungsvoller Begrüßung!; Redaktion der „Lese", : Georg Muschner. -

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