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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-08-12 · Heft 32 (12.8.1910) · p. Seite 384

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 32 (12.8.1910)
Date
1910-08-12
Page
Seite 384 (sequence 12)
Language
German
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Ein solches Heft, richtiger ein stattlicher Band, in Folioformat von etwa 150 Seiten liegt mir vor. Reichlich ein Drittel des Raumes wird von Annoncen eingenommen; ein außerordentlich zahlreicher Bilderschmuck wird beigegeben. Die meisten, wenn nicht alle Artikel, sind mit Bildern der Verfasser geschmückt. Entsprechend dem Datum wird vielfach meines Vaters gedacht, so in einem Leitartikel von G. E. Hirsch, sowie in den Berichten über die zu New York veranstaltete Feier und an vielen anderen Stätten. Berichte über Wohltätigkeitsanstalten, Gemeinden, neue Erfindungen, Künstler und Kunstwerke, Bestrebungen der Frauen wechseln mit historischen und literar-historischen Arbeiten. Auch dieser Extranummer sind kurze Artikel, Korrespondenzen aus verschiedenen Ländern beigegeben. Der stattliche Band erweckt ein Gefühl der Bewunderung und — des Neides. Denn welches jüdische Blatt in Europa hat es schon unternommen, eine solch prächtige, innerlich und äußerlich gediegene Nummer herauszugeben. „Amerika, Du hast es besser." L. G. * — Philo-Judaeus of Alexandria. By Norman Bentwich, sometime Scholar of Trinity College, Cambridge. Philadelphia 1910. Ein Buch, das aus doppelten Gründen lesenswert ist, seiner Ausführlichkeit sowohl als auch der trefflichen Darstellung wegen. Der Verfasser verseht den Leser zu allererst nach Alexandrien, macht ihn mit der dort lebenden Gola bekannt, und führt ihn dann den äußeren und inneren Zusammenhang zwischen der kultivierten Welt und dieser Metropole vor. Das Milieu, aus dem Philo heraus geboren ward, ist der Maßstab, mit dem man die Werke dieses großen Bibelexegeten und Philosophen messen und studieren muß. In überaus anziehender Weise wird dann die Stellung Philos zur Thora als Gesetz und zur Theologie im allgemeinen geschildert. Zwei besonderen Abschnitten ist auch seine Philosophie und sein Verhalten zur jüdischen Tradition gewidmet. Mit einem Ueberblick über den Einfluß seiner Persönlichkeit auf die Umgebung und seiner Werke auf alle Zukunft schließt dieses Werk ab. Der Verfasser hat es aber nicht nur für notwendig gefunden, eine ausführliche Biographie, sondern auch einen bis ins einzelste eingehenden Index seiner Arbeit beizusügen, was jeder literarisch gebildete Leser — und für solche werden ja gelehrte Bücher geschrieben — mit großer Befriedigung begrüßen muß. In den Werken aller deutsch-jüdischen Theologen fehlen solche Anhänge. - S. 0. 4 — Mitteilungen zur jüdischen Völkerkunde. Herausgegeben von Dr. Max Grunwald. 13. Jahrgang. 3. Heft. Wien 1910. Inhalt: M. Grunwald. Das Josefspiel. S. Weissenberg —M.Grunwald Josef und seine Brüder. I. Wellesz, Volksmedizinisches aus dem jüdischen Mittelalter. V. Wachstein, In übrig. N. Weldler. Kinderreime aus Galizien. — Bücherschau. — Berichtigungen von I. Löw und W. Bacher. — Beilage: M. Grunwald, Die Familie Arnstein. Höchst interessant ist die Transkription eines alten Josefspiels in gereimten jüdisch-deutschen Versen. Besondere Poesie kann man ihm nicht nachrühmen, aber es ist ungemein charakteristisch. Es stammt wahrscheinlich aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts; der Herausgeber des Blattes, der selbst, sein bester Mitarbeiter ist, hat es mit einer lehrreichen Einleitung eingeführt. — Für mich noch interessanter war der Anhang über die Familie Arnstein, in dem aus Stägemanns und Varnhagens Berichten die Notizen über die berühmte Fanny Arnstein sehr gut zusammengestellt sind. (Die Notizen in Friedrich v. Gentz' Briefen, auf die demnächst in diesen Blättern hingewiesen werden soll, konnten noch nicht benutzt werden.) Von Grunwald wird die von der jüdischen Gemeinde veranstaltete Trauerfeier (1818) genau beschrieben und das Testament des Verstorbenen nebst anderen für jene Zeit, namentlich für die Geschichte der Wiener Gemeinde interessanten Aktenstücken mitgeteilt. Das eigentliche Testament stammt schon aus dem Jahre 1798, es wurden aber Zusätze bis zum Jahre 1815 hinzugefügt. (Seite 13 Zeile 12 von unten muß es 1803 oder 1813 statt 1830 heißen.) Mcherkinlauk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Jews College London, Publication No. 2. The Jews in Babylonia in the time of Ezra and Nehemiah according to Babylonian inscriptions by Samuel Daiches, ph. dr., lectürer in biblical exegesis and talmudics at the Jews College. 1910. Aus Israels Lehrhallen, Band 3. Kleine Midraschim zur jüdischen Eschatologie und Apokalystik, zum erstenmal übersetzt und durch religionsgeschichtliche Exkurse erläutert von Aug. Wünsche, Leipzig, I. Pfeiffer. 6.20 Mark, gebunden 7.20 Mark. Dasselbe, Band 4. Kleine Midraschim zur jüdischen Ethik Buchstaben- und Zahlen-Symbolik. 7.80 Mark, gebunden 8.80 Mark. Dasselbe, Band 5, erste Hälfte: Der Midrasch Samuel. Zum erstenmal nach der Buberschen Textausgabe ins Deutsche übersetzt. 4.40 Mark. Dasselbe, Band 5, zweite Hälfte: Kleine Midraschim: Neue Pesikta und Midrasch Tadsche. Zum erstenmal ins Deutsche übersetzt. Leipzig, 1910. Eduard Pfeiffer. 4.00 Mark. Sch. Ochser, Studien zur Kritik der Mischna. Zugleich als Vorarbeit zu einer Konkordanz der Mischna. Sonder-Abdruck aus: „Zeitschrift für Assyriologie", Band 24, Straßbnrg 1910. 22. Jahresbericht des Landesvereins zur Erziehung israelitischer Waisen im Großherzogtum Baden, 1909. Philippsburg. Druck von Karl Lob. 1310. XVII. Jahresbericht der israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien für das Schuljahr 1909/10. Voran geht: Antoninus und Rabbi von Professor Dr. Samuel Krauß. Wien, Israelitische Theologische Lehranstalt, 1910. Ist das alles? Eine Antwort auf die Kritiker und Nichtkritiker meines Buches: „Das Judentum am Scheidewege." Von Tr. Max Joseph, Rabbiner in Stolp i. P. 1910. Verlag „Jüdische Rundschau". Berlin 1910. Werther, der Jude. Roman von Ludwig Jacobowski. Sechste Auflage. Berlin. Verlag Berlin-Wien, 3 Mark, gebunden 4.00 Mark. Sprechsaal. Wir erhalten folgende Zuschrift: ^L estatten Sie, geehrter Herr Redakteur, einem langjährigen Leser vD und Freunde Ihrer Zeitung, eine Bitte: Vermeiden Sie die vielen Fremdworte in diesem Blatte oder fügen Sie, wenn nun einmal diese nicht zu vermeiden sind, wenigstens eine Uebersetzung bei. Ihre Leser werden wohl kaum sämtlich wissen, was ein „Apologet" ist. Aber „Schntzredner" (Verteidiger) wäre ihnen verständlich. ^u Seite 343, Spalte 2, Zeile 4 erhalten wir mehrere Zuschriften- O Herr M. Cohn in Glogau schreibt: „Sollte mit dem Wort „dulden" in dem Goetheschen Verse nicht die Art und Weise bezeichnet werden, in der sich die toleranzverlogene Duldung bei den betreffenden Konfessionsrepräsentanten darlegt, denn das Wort „dudeln" dürfte Goethe doch nur in humoristisch oder satirisch gehaltenen Dichtungen zuzutrauen sein." Aehnlich äußert sich Herr M. Kuschner, Berlin: Es solle heißen: „so übt der christliche Schwärmex christliche Duldsamkeit". ^^on dem Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Rhbotycze KJ (Galizien) erhalten wir einen Aufruf, 'der zu Spenden für die unglückliche, durch einen schweren Brand arg geschädigte Gemeinde auffordert. Die Not scheint sehr groß zu sein, wohltätige Glaubensgenossen seien hiermit zur Linderung der schweren Heimsuchung dringend aufgesordert. Druck und Verlag von Rudolf Mösse in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion:'Max Bauchwitz in Berlin

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