Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1892)
- Date
- 1892-02-12
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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9 ohne Arbeit; doch sind die bisher zu diesem Zweck zugeflossenen Mittel noch sehr mäßige. Zum Besten der Gratis-Speisung dieser Aermsten findet am Sonnabend den 20. Februar er. in den glänzend dekorirten Räumen der Philharmonie ein großartiges Wohlthätigkeitsfest heiterer 'Art statt, zu welchem Einlaßkarten ä 2 Mark bei Herrn Hermann Abraham, Alte Jacob-Straße 57 59, zu haben sind. -a- Breslau, 7. Februar. Aus dem soeben erschienenen 38. Jahresbericht des Seminars theile ich Ihnen mit, daß demselben zwei wissenschaftliche Arbeiten vorangehen. Die erstere: Dms Sikarikon-Gesetz von Prof. Tr. H. Gr ätz s. A. ist leider unvollständig geblieben; die zweite: Tabelle zur Berechnung des Eintritts der Nacht für alle Jahre des laufenden Jahrhunderts und für alle Orte zwischen dem 47. und 55. nördlichen Breitengrade, in Abständen von zehn zu zehn Tagen, entworfen von Dr. B. Zuckermann s. A. Die Schrift schließt sich au die von dein verstorbenen Verfasser im Anschluß an den Jahresbericht 1890 veröffentlichte 'Arbeit: „Die astronomischen Grundlagen der tabellarischen Beigaben zu den jüdischen Kalendern" an und hat bereits zum Theil durch Dr. SM. Brann, Lehrer am hiesigen jüdisch-theologischen Seminar, in dem voll ihm herausgegebenen „Jüdischen Volts- und Haus-Kalender für 18!>2," S. 21—24, Berwerthung gefunden. Ganz besonders erwähnenswerth ist die Berichtigung, welche der Verfasser S. 22, Anm. 8 giebt und in welcher er hervorhebt, daß sich in allen „Derech —hachajim-Gebetbüchern „der sinnentstellende Druckfehler eingeschlichen hat, der auch schon in einige.Kalender Eingang gefunden habe, daß nämlich die am Sabbathrüsttage stattsindende Zeitzugabe DSDID) "icht 87 (F, sondern 1\.2 Minute betrage. — Der von Tr. D. Nosin verfaßte Jahresbericht theilt ferner, nach Erwähnung des Heimganges von Pros. Grätz und Doktor Zuckermann s. A., rnit, daß in die erledigte Stelle des Ersteren Herr Rabbiner Dr. Marens Braun in Pleß, berufen worden sei. Dr. B., am 9. Juli 1849 als Sohn des Rabbiners in Rawitsch, jetzt in Schneidemühl, geboren nnb Zögling der 'Anstalt, wendete sich nach Erlangung der l'ju-ultas dorendi, bes. für Geschichte und Geographie in Prima, mit besonderer Vorliebe und anerkanntem Erfolge der jüdischen Geschichtsforschung und Kalenderkunde zu. — Im Laufe des Sommersemesters unterzog sich der Rabbiner der Synagogengemeinde Herr Tr. Rosenthal auf Ersuchen des Kuratoriums der Vertretung des durch Unwohlsein vorübergehend behinderten Seminarrabb. Dr. Lewy. — Das Seminar zählt gegenwärtig 44 aktive Zuhörer. — Eine Reihe von legatorischen Stiftungen, wie Beiträge von Gemeinden nnb Einzelpcrft neu, sind der Anstalt auch im vergangenen Jahre zugeflossen. Auch die Seminar- Bibliothek hat durch viele Schenkungen und Ankäufe einen Zuwachs erhalten. (Die Leitung derselben ist in Folge des Ablebens des Dr. Zuckermann auf Dr. Brann übergegangen, dem zwei Hörer des Seminars als Assistenten zur Seite stehen). — Um den Verein Liwjath-Cheu, dessen Aufgabe es ist, unbemittelte Hörer in gar sinniger Weise vor dringender Roth zu schützen, haben sich besonders die Herren Rabbiner Dr. W. Münz in Gleiwitz, Rabb. Dr. Schwarz in .Karlsruhe (Baden), Rabb. Dr. Guttmann in .Kulm (W.-Pr.) verdient gemacht. Ferner ist zu erwähnen, daß die hiesige Lessingloge zum 'Alldenken an den sel. Rabbiner Dr. Joel eine Joel-Stiftung für bedürftige Hörer der jüdischen Theologie ins Leben gerufen, derell Zinsen in diesem Jahre zum ersten Male den: Liwjath-Chen-Verein überwiesen worden finb. „Mögen (mit Rücksicht auf die großen an den Verein gestellten Anforderungenedle Menschenfreunde und insbesondere die ans dem Seminar hcrvorgegangenen Rabbiner, die die unentbehrliche Wirksamkeit des geräuschlos und segensreich schaffenden Vereins in unmittelbarer Nähe erkannt haben, nach Kräften dahin wirkeil, daß die Mittel ilyn reicher zufließeu llnd neue Mitglieder ihm gewollnen werden!" HD Kolberg, im Februar. Tie erstell Tage des neuen Jahres brachten wie innner auch dieses Mal pünktlich den Bericht des jüdisch eil Kur Hospitals in .Kolberg über dessen Verwaltung im Jahre 1891. Bekanntlich hat diese 'Anstalt die Bestimmung, nlittellose Patientzu, die einer See-, Sool- oder Badekur bedürftig silld, ohne jedes Entgelt in ihre Räume auszunehmen, zu verpflegen imd if)nen sämmtliehe Kurmittel nach 'Ailleituilg des dirigirenden 'Arztes zu T 'eil werden zu laffen. Seit achtzehn Jahren verfolgt die Verwaltung dieses Ziel mit ebensoviel Kraft als Geschicklichkeit, lmd die Bemühlulgen derselben in: Dierrste der Llrmenllild Krankenpflege verdieuell um so größere 'Anerkennung, als sie nicht in der Lage ist, aus ben reichlich znfltestenden Quellen bereiter Mittel! zu schöpfen, sondern bei einem trotz günstiger Entwickelung immerhin! llvch recht fleinen Grundkapital mit vier Fünfteln der Unterhaltnngs kosten auf die öffentliche und freie Wohlthätigkeit edler Menschenfreunde angewiesell ist. Im verflossenen Jahre hatten sich 124 Pfleglinge der Wohlthaten der Anstalt zu erfreuen, die sämmtlichen Ländern, bez. Provinzen unseres Vaterlandes, zum überwiegerrd größten Theil aber der Residenz Berlin angehörten; unter ihnen befanden sich 47 kränkliche, in ihrer Entwickelung zurückgebliebene Kinder, die theils auf Antrag von Privatpersonen, zum größten Theil auf Antrag von öffentlichen Krankenhäusern, Schulen, Waisenerziehungsanstalten und Vereinen oder Ferien-! kolonien die Wohlthat des Hauses ganz unentgeltlich empfingen. — Die! Einnahmell schließen mit 15,118.94 Mk., die Ausgaben mit 9383.00 Mk.! - Die Zahl der ordentlichen Mitglieder beträgt 701 und die Höhe j ihrer Jahresbeiträge beträgt 0150.50 Mk. Das Kapital des Grund-! vermögells hat sich um 8900 Mk. vermehrt und beträgt am Schlüsse des Jahres 52,700 Mk. Das schuldenfreie Grundstück und Inventar repräsentirt einen Buchwerth von 58,887 Mk., so daß das Grundvermögen überhaupt die Höhe von 106,087 Mk. erreicht hat. Der Bericht zählt alsdann 5 Stiftungen, 8 Vermächtnisse und 24 „immerwährende Mitglieder" auf, von welchen letzteren Herr Rudolf Mosse, Bulin, Gustav Loewenberg, Berlin, der verstorbene Stadtrath I. Gold färb in; Preußisch-Stargard, Herr Siegfried Jacoby, Berlin, die verstorbene Frau Jda Pintu s, Berlin, der verstorbene Geh. Konunerzien-Rath Meyer Cohn, Berlin, und Herr Martin Simon, Berlin, das Recht der immerwährenden Mitgliedschaft im verflossenen Jahre erworben haben. Die Erwerbung dieses Rechts erfolgt durch Einzahlung voll milldestells 800 Mk. zum Grundkapital der Anstalt. — Wohl dürfen Vorstand und Kilratorillln mit Genugthuung und Befriedigung auf die Erfolge ihrer 'Arbeit im Dienste der Armenunb Krankenpflege zurückblicken: aber der Blick iil die nächste Zukunft versetzt die Verwaltung delmoch in einige Sorge. — 'Allch wir vereinigen mit der Verwaltung dieser segensreich wirkenden Heilanstalt mrsere nuirmfte Bitte, es an reichen Unterstützulli gell auch ill Zukunft nicht fehlen zu lassen: denn das „Jüdische Kurhospital" in Kolberg gehört zu den hem liebsten Blüthen an dem Baume meilschenfrelmdlicher Bestrebungell. G) Grätz (Provinz Posen-, im Januar. Am Sabbath, 29. Januar v. I., verschied der in weiten Kreisen bekannte Rabbiner Gabriel Hirsch Lew in ilu 84. Lebensjahr. Derselbe war zu Grätz geboren, war Schüler des Rabbi Akiba Eger und sungirte seit 40 Jahren in größeren Geiileindeu Deutschlands als Rabbiner, zuletzt verwaltete er nach dein! Hinicheiden des Rabbiners Elias Guttmacher Hierselbst als dessen Nachj folger circa 18 Jahre das Amt eines Rabbiners und erwarb sich die! Liebe und das Vertrauen Aller, die mit ihm zu verkehren Gelegenheit! hatten. Seines hohen 'Alters wegen zog er sich vor mehreren Jahren von feiner Amtsthätigkeit zurück. Wie sehr der Verstorbene ill feiner Vaterstadt Grätz geehrt und beliebt war, bewies der imposante Leichenzug. Herr Rabbiner Dr. Fried mann Hierselbst hielt am Grabe des Tahillgeschiedenen eine ergreifende Rede. K. Bremen, im Januar. Es hat sich auch in unserer Stadt ein ans Ehristen und Juden bestehendes Komitee gebildet, das in einem durch die Tagesblütter veröffentlichten Anfrllf die schweren Drangsale, die unverschuldet über die Juden in Rußland hereingebrochen sind, das Erbarineil für die Unglücklichen allrnft und Alle, die menschlich fühlen, bittet, ihm ihre Gaben bald lllld reichlich zukommen zu laffen. Zur Entgegennahme von Spenden erklären sich nachfolgende Komiteeinitglieder bereit, deren Namen wir hier wiedergeben als einen Beweis des menschenfreundlichen, toleranten Geistes, der in einer Bürgerschaft herrscht, die vor noch nicht langer Zeit feinen Juden in ihrer Mitte dnldete; Ater. Abraham, Heinr. Ahrens, Gottsr. Bergfeld, F. L. Biermann, Syndikus Dr. Boisseter, Rechtsanwalt Dr. Buff, Professor Eonst. Bulle, Heinr. Elausseu, Rechtsaluvalt Dr. Eohn, Schuldirektor Debbe, j Dr. ilu-.I. Degener, Dr. A. Feldlllann, Justus Finger, Emil Filger,! Wm. Frahm, 'Aug. Griffel, Wm. Haas, Rechtsanwalt .Hildebrand,! Theodor G. Hofsmann, A. Lammers, Prediger M. Lewinger, Herj mann Melchers, Philipp Meyer, Syndikus Dr. Nebelthau, Heinrich Nenberger, Johs. Ordemann, E. Osten, Erster Staatsanwalt F. . Rapp, Pastor Schenkel, Pastor Schluttig, Pastor Schwalb, Notar Aug.! Tebelmann. \c a l o m o i ' wsteher. | e er al U r hiesigt offen Wo Iankadref ■na Beisei li kn'teil dt ,n r das I Iil.rrb hier othschi Zahlreicher i!lbifcl)CU J! nvie tun Verdienst i nt> war teil — i I nd Verl Aach 42 j i ui gen Ä ^^rp erlicht >er schrif 'einem ge^ "erden ih * El s? eschlosser Der T torumissi i ichtern eird die ann jedt ' .'erden, erücksicht sruudleh erlangt, erlangen * 4 it alle '4 Gaben sö s schon mnung, neifter i tonfessio emeinde Ritbürcy 8erhältn .rannten > '.hmung >1. ' .roßer 4 cger in: alt. rÄ Im gang' nynpati T ementf | '>et heilig ainterbl ad inner md viel« 'pferberc grben d Rabbine Verblicht sprach n :v a l d nr