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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-12-17 · Heft 51 (17.12.1897) · p. Seite 606

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 51 (17.12.1897)
Date
1897-12-17
Page
Seite 606 (sequence 6)
Language
German
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606 durch Unterkunft, Speisung und Kleidung nicht weiter ' beansprucht; 2 hat die Kommission, weil sie sich nicht für zuständig hielt, abgewiesen; 2 wurde die Fürsorge als aussichtslos entzogen, nachdem sie eine Zeit 3 lang mit Unterkunft und Speisung unterstützt waren. Von den ver-, bleibenden 48 wurden 6 ihrer Familie wieder zugeführt. Zu bemerken r ist, daß die Aussöhnung der nächsten Verwandten in den meisten Fällen^ die größte Schwierigkeit verursacht. Insbesondere sind gerade die Eltern viel schwerer zu bewegen, sich der bestraften Kinder wieder anzunehmen, als jeder Fremde; 11 wurden nach außerhalb befördert, / 4 erhielten nur Darlehen zur Anschaffung von Maaren, 1 nur eine Geldunterstützung, 1 (eine Arbeiterin) erhielt eine Nähmaschine und wurde durch Miethe unterstützt. Die verbleibenden 26 Haben säst sämmtlich Beschäftigung erhalten nämlich 24, und zwar 13 durch die Kommission, während sich 11 nach erhaltener Unterstützung durch die Kommission selbst Stellungen verschafft haben. Es erhielten Beschäftigung: 6 ehemalige kaufmännische Angestellte'' wieder als solche, 1 ehemaliger Kommis als Schreibmaschinenschreiber/' 2 ehemalige Kommis als Arbeiter, 1 ehemaliger Schildermacher als / Buchhalter, 9, und zwar je 1 früherer Cigarrenmacher, Lederarbeiter,-. Buchdrucker, Maler, Schuhmacher, Schlächter, Arbeiter, eine Sängerin,, eine Näherin, in ihrem früheren Berus, 1 früherer Konditor als Kellner,, 4, und zwar je 1 Wäschezuschneider, Metallschleifer- Posamentier,,; Hausdiener, als Arbeiter. Bon diesen 24 haben 2 die ihnen verschafften Stellungen nichts angetreten, 4 haben dieselben bald wieder aufgegeben. Von den 60 ent-, lassenen Strafgefangenen erhielten 23 Schlafstellen und Speisemarken, und zwar für im Ganzen 400 Tage, so daß auf den Pflegling durchs ' schnittlich 17 bis 18 Tage entfallen. 5 Pfleglinge erhielten volle Pension, darunter einer auf 3 Monate; 2 erhielten nur Speisemarken, 18 wurden mit Kleidung unterstützt, 3 durch Beschaffung von Handwerkszeug, 4 durch Einlösungverpfändeter Sachen; 5 erhielten von der Kommision' neben anderer Unterstützung Darlehen, einem wurde 'ein Darlehn vom 300 Mark anderweit verschafft, 6 erhielten außer anderem auch eine Geld-' Unterstützung. Was die Fürsorge für die Familien der Jnhaftirten betrifft^, so wurden dieselben, theils von der Fürsorge-Kommission selbst, theils^ auf deren Veranlassung von der Armen-Kommission, mit Geld unterstützt.^- Einer Ehefrau eines Jnhaftirten wurde eine Maschine zum Nähen von . Shlipsen verschafft. Eine andere wurde auf Veranlassung der Kommission zur Wiederherstellung ihrer Erwerbsfähigkeit im jüdischen Krankenhaus^ behandelt. Die im vorigen Bericht erwähnte Ehefrau eines Jnhaftirten, der eine Arbeitsstube für Damenschneiderei eingerichtet wurde, setzt ihre, Thätigkeit auch nach der Entlassung ihres Mannes mit gutem Erfolge fort. ->O<- Bie Chanukah - Hymne. §^^nsere Leser erinnern sich wohl noch der Aufforderung, die . ^>1^ Herr Rechtsanwalt Dr. Meyer in Hannover im vorigen ^-Af) Jahre in unserem Blatte ergehen ließ, die beste Ueber-' tragnng des „Maos Zur Jeschuossi" betreffend. In Folge dieser Auf- ' forderling sind uns nun das folgende Schreiben mit den fünf liebersetznngen von Herrn Dr. Meyer, außerdem aber noch die daran sich> schließenden Uebertragungen direkt zugegangen. r Hannover, 28. Novembers Verehrter Herr Dr.! Meine Anregung vom 12. Dezember 1896 in Nr. 51 Ihrer?; »geschätzten Zeitung, betreffend eine sangbare Weise des Chanukah-' liedes, hat überraschende Beachtung gefunden. Bon den verschiedensten - Seiten wurden mir gedruckte oder geschriebene Texte eingesandt,, welche, sangbar nach der Melodie und dem Rhythmus des alten Triumphliedes Moaus Zur, den weitgehendsten Ansprüchen nach einer volksthümlichen und für Kinder leicht faßlichen Uebertragung genügen.' Gestatten Sie mir, den Herren, welche meiner Bitte so freundliche r Beachtung schenkten, namentlich den Herren Rabbinern DDr. Rahmer^ und Lazarus, Herren Leonhard Sachs in Berlin, L. Dann in Frankfurt a. M. und I. Levisohn, Düsseldorf, auf diesem Wege meinen verbindlichsten Dank auszüdrücken. Ich glaube, daß Sie sich ein Verdienst erwerben würden), falls Sie die einzelnen Uebertragungen zusammenstellen und dem größeren Publikum bekannt geben würden. In Frage kommen vornehmlich folgende Uebertragungen: 1. von Dr. Michael Sachs in Berlin, 2. von Dr. Leopold Stein in Frankfurt a. M. 3. von Rektor Horwitz in Berlin (letztere Uebertragung ist in einem Düsseldorfer Abdruck um 1 Vers von einem mir nicht bekannten Autor vermehrt.) 4. Eine vierte Uebertragung von dem Karlsruher Oberrath Willstädter (siehe Memorir- und Gesangbuch von B. Straßburger, Stuttgart bei Levy u. Müller). 5. Eine fünfte Uebertragung von Herrn Dr. Nordheimer in Schwetz verdient, obwohl sie sich selbst nur metrische Uebersetzung betitelt, gleichfalls vollständigen Abdruck. Ich glaube, mich jeder Kritik über die einzelnen Uebertragungen enthalten zu dürfen. Der Wunsch, den Kindern, welche des Hebräischen noch nicht mächtig sind, eine sangbare, leicht faßliche Uebersetzung des altehrwürdigen Liedes zu bieten, wird hier in einer jeden Geschmack befriedigenden Weise erfüllt. Soll eine Kritik geübt werden, welche der Uebertragungen den Vorzug verdient, so müßte diese von einem Berufeneren ausgehen. Mit mir werden viele Leser es freudig und dankbar begrüßen, daß diese schönen, uns bis dahin unbekannten Uebertragungen durch Ihre Zusammenstellung, für welche ich alles Material anschließe, zum geistigen Eigenthum weiterer Kreise werden. Genehmigen Sie den Ausdruck meiner vorzüglichen Ergebenheit. Dr. S. Meyer, Rechtsanwalt. Chanukah-Lied. von Dr. Michael Sachs, Berlin. Du mein Schild, Hort meiner Macht! Schön ist's. Dir den Dank zu singen. Bau' mein Heiligthum in Pracht, Daß den Dank wir dort Dir bringen.. Wenn den Feind, der trotzig bellt, Einst Dein Arm zerschmetternd fällt. Dann wird hell im Jubelklang Freudig lauter Lobgesang Für die Tempelweih' Dir klingen. Leidesfülle einst mich tränkte, Kummer hat die Kraft gebrochen; Schwere Frohn mein Leben kränkte In des trotz'gen Wüthrichs Jochen. Aber Deine Hand voll Ruhm Löst Dein theures Eigenthum. Pharao und seine Brut Wie ein Stein sank in die Fluth : Weg spült sie das eitle Pochen. In den Tempel Er mich führt; Doch auch dort nicht fand ich Rast. Weil ich Götzenwahn erkürt, Mich des Drängers Rechte faßt; Gift'gen Trank Hab' ich gesogen. Da ins Elend ich gezogen. 1 Erst nach siebzig Jahren Haft. Löst mich Serubabels Kraft, Wendet von mir Babels Last. Dem, der hoch wie Tannen, ragt. Will Agag ans Leben dringen. Doch sein böser Sinn versagt. Und sich selber flocht er Schlingen, Und gebeugt wird trotz'ger Sinn^ Hoch erhebt sich Benjamin, Und Du löschest aus den Feind; Er mit seinem Stamm vereint -

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