Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 61 (1897)
- Issue
- Heft 51 (17.12.1897)
- Date
- 1897-12-17
- Page
- Seite 607 (sequence 7)
- Language
- German
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I All am Pfahle büßend hingen. Javan droht mit seinen Heeren In der Hasmonäer Zeit; Meine Thürme sie verheeren, Lautres Oel ward da entweiht. An des Oelcs Rest ein Zeichen Da geschah den Rosengleichen, Und es haben kund'ge Weise Dann zum Dank mit Liederpreise Acht der Tage drob geweiht. Deinen Arm voll Macht entblöße. Laß des Heiles Stunde nah'n! Walte strafend Du in Größe, Züchtige des Frevels Wahn! Lange säumt der Rettung Zeit, Ohne Ende währt das Leid; In der Trübsal finstre Nacht Scheuche Du die frevle Macht, Und die Retter halt' bereit! * Lestlied. Von Rabbiner Dr. Leop. Stein, Frankfurt a. M. (6ott! mein Licht, mein Schutz und Hort, Sei von mir erhoben! Dich, im Sturm mein Zufluchtsort, Dich will stets ich loben. -Was nützt rings ihr Toben, Schirmt mich Gott von oben? Nahet er, Feindesheer Ist wie Staub zerstoben. Seufzt' ich je in dunkler Nacht, Schmerzten meine Wunden, Mich mit Licht hat Gott bedacht Und mein Herz verbunden. Wie in trüben Stunden Wird ein Freund erfunden. War des Herrn Hilf' nie fern. Wenn mich Schmerz umwunden. Pharao traf seine Hand, Als mein Volk verzagte; Hamans stolze Größe schwand. Als vor Gott ich klagte. Wann ein Feind mich plagte. Niemand Trost mir sagte, Trost und Licht Fehlte nicht, So an Gott ich dachte. Einst auch in des Syrers Zeit Trat der Gott der Heere Meinem kleinen Heer zur Seit', Daß dem Feind es wehre. Für Gesetz und Lehre, Für des Herrn Altäre Floß mit Muth Heldenblut, Froh dem Herrn zur Ehre. Und durchglüht von heil'ger Flamm Und von Gott durchdrungen. Hat der Hasmonäer Stamm Hoch die Fahn' geschwungen. Da ward Ruhm errungen, Mächt'ger Feind bezwungen, Und voll Lust Aus der Brust Siegeslied gesungen. Bei geweihter Lichter Schein Froh im Tempel stellten Sich zum Dienste Gottes ein Fromme Priesterhelden. — O, Du Herr der Welten! Laß in unfern Zelten Stets wie heut' Licht und Freud' Deine Größe melden! * .. Chanukah-Lied. vom Rektor Horwitz, Berlin. Melodie: Moaus Zur. schirm und Schutz in Sturm und Graus, Dir erschall' ein Jubellied'; Schütz', o Herr, Dein heilig Haus, D'rin Dir Lob und Preis erblüht. Doch wenn einst verstummt der Feind, Dem Dein Volk ein Spott erscheint. Dann erschall' allüberall Der Sang, der uns, o Herr, vereint. Drangsal beugte mir das Haupt, Und die Frohn brach meine Kraft: Muth und Freiheit hat geraubt Mir dereinst Aegyptens Haft. Doch der Herr mit starker Macht Hat des heil'gen Schwur's gedacht;^ Der Tyrann mit Roß und Mann, Er sank hinab in Graus und Nacht. Heilig Land, Du nahmst uns auf. Doch nur kurz war uns're Rast; Dränger schaarten sich zu Haus, Strafend uns'res Abfalls Hast. Doch wie groß der Sünden Zahl, Nicht erlosch Dein Gnadenstrahl; Siebzig Jahr, und Dein Altar Erstand, o Herr, ein zweites Mal. Fällen wollt' den Gottesschaft Haman einst, der Tücke voll; Doch zum Fallstrick war die Kraft Und zur Schande ward sein Groll. Ewig lebt der Frommen Hort, Doch der Bösen Ruf verdorrt; Hab und Gut und Lebensgluth, Ein jäher Tod rafft alles fort. Jawan drängte an im Sturm Einst zur Hasmonäerzeit; Und es stürzten Mau'r und Thurm, Und Dein Tempel ward entweiht. Aber aus des Oeles.Rest Du Dein Haus erhellen läßt; Und zum Ruhm dem Heiligthum Währt ewig, Herr, das Weihefest. * Moaus Zur. von L. rvillstädter. 2TTeine§ Heiles fester Hort, Dir geziemet Lob und Preis. Weihst Du einst.den Tempelort, Werd' ich danken innig, heiß. Wenn auf Deines Wort's Geheiß Heil einst wird Jeschuruns Kreis, Dann weih' ich, wonniglich. Den Altar in frommer Weis'. Satt wurd' ich der Uebel Zahl, Meine Kraft vor Kummer schwand. Als ich litt manch' bitt're Qual In Aegyptens rohem Land; Doch mit seiner starken Hand Löste Gott das Sklavenband, Pharos Heer sank ins Meer Wie ein Stein bis auf den Sand. In den Tempel führt er mich, Doch nicht Ruh' ward mir bescheert. Ach, der Dränger nahte sich. Weil ich Götzen hoch verehrt; Wermuthskelch Hab' ich geleert. Fast gar ward ich ganz verheert. Aus Babel S'rubabal Brachte mich zum Heimathsherd. Tilgen hohe Tannenmacht, Strebte des Agogi Sohn; Doch nicht hat er es vollbracht. Und sein Stolz erlag zum Hohn. Jeminis Haupt erhielt die Krön', Elend trug der Feind davon. Kinderbrut, all' sein Gut Fand am Pfahle seinen Lohn. Syrer drangen wild hervor In der Hasmonäer Zeit Riffen nieder Mau'r und Thor, Hatten alles Oel entweiht; Doch durch Wunder ward befreit. Israel von schwerem Leid. Weiser Mund that dann kund: Ihr acht Freudentage seid. * Moaus Zur. Metrisch übersetzt von Dr. Rordheimer in Schwetz. (Zn singen nach der Melodie des hebräischen Originals.) ZTTeineS Heiles Macht und Hort, Dir gebühret Lobgesang, Baue mir ein Bethaus dort. Alsdann opfern wir Dir Dank, Wirst den Feind einst richten Und im Blutbad ihn vernichten. Dann vollend' des Tempels Weih' Ich mit einer Liederreih'. Der Leiden satt war mein Gemüth, In Kummer meine Kraft verblüht. Bitter mir das Leben macht Eglas schwere Sklavenmacht; Doch mit seiner mächi'gen Hand Führt' er Juda aus dem Land, Pharos Sproß, er sank nebst Heer, Steinen gleich, ins tiefe Meer. Er bringt mich an den heil'gen Ort, Es wird mir Ruhe auch nicht dort, Göttern dien' ich. da treibt mich Weithin fort der Wütherich. Des Taumels Wein Hab' ich geleert. Das Unglück siebzig Jahre währt'. Zu Ende war's in Babels Land, Da Serubabel Heil mit sandt'.