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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-09-09 · Heft 37 (9.9.1879) · p. Seite 581

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 37 (9.9.1879)
Date
1879-09-09
Page
Seite 581 (sequence 5)
Language
German
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581 zusammenzustellcn und einen anmuthigen Kranz daraus zu winden. Die Lectüre wird jedem Gebildeten, namentlich auch dem weiblichen Geschlechts, Zusagen und wir empfehlen sie deshalb allseits. — Israelitisches Gesangbuch für die Synagoge und die Neligionsschule. Nebst einem Anhänge hebräischer Chorgesänge. Herausgegeben von S. B l u m e n a u, Religionslehrer und Prediger in Bielefeld. Bielefeld im Selbstverlag, 1879. Wir heißen dieses Gesangbuch herzlich willkommen Es ist aus zwei Ansichten hervorgcgangen, die wir vollkommen theilen. Zuerst, daß das Synagogenlied nicht lang sein darf, sondern den religiösen Gedanken prägnant, aber in kurzer Form ausdrücken muß, weshalb der Berfasier vorzugsweise kürzere Lieder von drei und vier Versen ausgewählt hat. Alsdann, daß der einstimmige Gesang, womöglich unter Orgelbegleitung, die Regel sein müsse; mehrstimmige, besonders vierstimmige Gesänge aber nur als Einlagen bei feierlichen Anlässen zu bieten sind. Die Erfahrung lehrt, daß bei mehrstimmigen Gesängen die Gemeinde völlig unbetheiligt bleibt, und dies ist überhaupt der vorherrschende Mangel an den reformirten Gottesdiensten. Die zu diesem Gesangbuche in Autographie erschienene Melodicnsammlung enthält daher einstimmige Choralinelodien zu 2)1! Nunrmern, zwei- und dreistimmige zu 12 Nummern, vierstimmige zu 2)1 Nummern. Ter Verfasser hat diese Liedersammlung aus allen vorhandenen jüdischen Gesangbüchern geivählt und nach angemessenem Schema gegenständlich und systeniatisch geordnet, so daß man sich auf's Leichteste zurechtfinden kann. Auch für den Religionsunterricht ist die Sammltlng verwendbar, weil zu hervorragenden religiösen und sittlichen Lehren ein kurzes Lied auswendig lernen zu lassen, auf die kindliche Seele eine nachhaltige Wirkung übt. Die vorliegende Schrift ist demnach durchatls zweckentsprechend. — In Schaarschmidt's „Philosophischen Monatsheften" finden wir einen eben so gründlichen wie anziehenden Aufsatz: „Die Philo nische Ethik in ihren wesentlichsten Punkten, zusammengestellt von M. W vlff"tGothenburg)sS.3;jo - Auf keinem Gebiete der Philosophie konnte dem Alerandrinischen Denker die Vereinigung des Judenthums mit der griechischen Philosophie so gelingen, auf keinem so zu einem erhabenen und durchsichtigen Ziele geführt werden, als auf dem der Ethik. Denn in ihr liefen die einzelnen Strahlen der hellenischen Erkenntniß in das jüdische Princip des Göttlichen auf's Leichteste zu einem Lichtfoeus zusammen. Dies darzustellen, ist dem Verfasser durchweg gelungen, wobei dann dein Sachkundigen zugleich Vieles, was neuerdings dem Philo insinuirt worden, um ihn in allen Stücken zürn Vorläufer des Christenthums zu machen, z. B. die Erbsünde, von selbst in Wegfall kommt. — In zwei Abhandlungen hat der Rechtsanwalt Metz in Minden iGrätz' Monatsschrift) die Geschichte der Falaschas behandelt, und darüber eine Menge Stellen älterer Schriftsteller zusanunengestellt, welche in der jüngsten Zeit bei Besprechung des Gegenstandes unbeachtet geblieben. Er hat damit der weiteren Erforschung dieses hochinteressanten Gegenstandes ein sehr brauchbares Material geliefert. Freilich, die beiden Probleme bleiben auch noch jetzt ungelöst, das eine über den Ursprung der Falaschas, das andere, wie die Falaschas dazu kamen,-ihr ganzes religiöses und kirchliches Leben auf die christlich-äthiopische Ucbersetzung der biblischen Bücher zu bauen, ohne etwas von der christlichen Kirchenlehre anzunehmen, andererseits aber ohne alle Kenntniß des traditionellen Judenthums. Bei dein wahrhaft Verdienstlichen der Arbeit des Herrn Metz bleibt es doch der Zukunft Vorbehalten, in dieses geschichtliche Chaos einiges Licht zu bringen. — Die Willensfreiheit von Chasdai Kreskas. tFünfter Abschnitt des zweiten Tractates aus dessen „Gotteslicht".) Nach handschriftlichem Material revidirt, übersetzt und erläutert von Iw. Philipp Bloch, Rabbiner der israelitischen Brüdergemeinde zu Posen. München, Theodor Ackermann, 1879. Das vorliegende Schristchen ist eine Gratulaüonsschrift zur Feier des 25jährigen Bestehens des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau, und zwar mit gutem Rechte, da zu Breslau Kreskas aus der Vergessenheit, die ihn umhüllte, hervorgezogen worden. Er ist einer der reutcridsten jüdischen Religionsphilosophen und hat das Verdienst, die Fesseln der Aristotelischen Speculativn, welche durch die Schule des Maimonides die jüdische Religions- Philosophie umwanden, gebrochen zu haben, obschon cs ihm nicht ganz gelang, über den scholastischen Standpunkt seiner Zeit hinauszukvmmen. Wenn auch in vielen Handschriften verbreitet, hatte Kreskas' Hauptwerk T> v.K das Unglück, nur in sehr corrumpirter Gestalt in drei Ausgaben an's Licht zu treten. Es ist daher ein Verdienst der vorliegenden Schrift, einen möglichst verbesserten Text des Kapitels gegeben zu haben, welches sich der Verfasser als Gegenstand seiner Gratnlationsschrist ausgewählt hatte, nämlich über die Willensfreiheit, ein Kapitel, das von philosophischem wie theologischem Standpunkt eine besondere Wichtigkeit hat. Der Verfasser giebt eine sinngetreue Ucbersetzung neben dem Texte, sowie eine „Uebersicht und Erläuterung", welche die Ansichten unsres Religions- Philosophen in ein klares Licht stellt. — 'pnjn "Ci YwX p riw'2 p pnS die lliktuko llnttlirlrm des Ahron den Moscheh den Ascher und andere alte grammatischmasorethische Lehrstücke zur Feststellung eines richtigen Textes der hebräischen Bibel mit Benutzung zahlreicher alter Handschriften zum ersten Male vollständig herausgegeben von S. Bacr und H. L Strack. Leipzig, Verlag von L. Fernau, 1879. Herr S. Baer, der sich mn Herstellung eines eorrcctcn Bibeltextes schon so viele Verdienste erworben hat, veröffentlicht hier mit Hülse des Herrn Strack das wichtige grainmatischmassorethische Werk des Ahron ben Moscheh ben Ascher, von welchem bis jetzt nur einige Stücke gedruckt waren. Baer konnte sich zu dieser Ausgabe nur drei Quellen, besonders

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