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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-09-09 · Heft 37 (9.9.1879) · p. Seite 582

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 37 (9.9.1879)
Date
1879-09-09
Page
Seite 582 (sequence 6)
Language
German
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582 einen Kopenhagens Codex verschaffen, bis Strack, der längere' Zeit in Petersburg und zu Tschufutkale verweilte, aus den von Firkowitsch zusammengebrachten Handschriften ein reiches Material zu Gebote hatte. Sie verbanden sich daher zu dieser! Edition und rührt die gründliche Einleitung von Strack, bic! Herstellung des Textes mit den Erläuterungen von Baer her. Auch konnte sowohl der Name des Verfassers, als auch seine Heimath, nämlich Liberias, und seine Lebenszeit, nämlich in der ersten Hälfte des zehnten Jahrhunderts, bestimmt werden; denn im Jahre 1)80 war er schon gestorben, im Jahre 805 hat sein Vater einen Bibclcodex vollendet und endlich bekämpfte schon Taadia sgest. 042) eine Ansicht des ben Ascher. Es wird nicht minder der Beweis geführt, das; ben Ascher nicht, wie Pinsker und Grätz behaupteten, ein Karäer, sondern, wie schon David Oppenheim richtig bemerkt, ein Nabbanite gewesen, der ganz auf talmudischem Standpunkte stand. Ein Anhang enthält Mafforastücke, die von allgemeinerem Interesse sind. Es genügt dies, um die Sachkundigen auf den Werth dieses Buches hinzuweisen. — Auch von dem Hamburger „Israelitischen Kalender" von Ai. L. Samson ist für das Jahr 5(5-10 eine ansprechende Austzabe erschienen. Sie enthält u. A. ein interessantes Stück aus der „Handclsgeschichte der Juden des Alterthums" von Iw. L. Herzfeld, ein alphabetarisches Verzeichniß aller jüdischen Hotels und Restaurationen u. s. w. — Gailingen, im August. (Entgegnung.) Herr I)r. Kayserling in Pest hat meine „Geschichte der Juden am Bodensee" in Nr. 2!) d. Bl. einer Besprechung unterzogen, die mich zu einer kurzen Entgegnung veranlaßt. Ich schicke voraus, daß ich, wie schon S. VI. meiner Schrift bemerkt, den weitaus größten Theil der gedruckten Quellen mir von auswärts beschaffen mußte. Die betr. Bücher mußte ich schnell durchlesen und, nachdem ich das für mich Wissenswerthe excerpirt hatte,' wieder zurücksenden. Daß bei einer solchen mühevollen Thätigkeit dein Anfänger in historischen Arbeiten zuweilen ein menschliches Versehen oder Vergessen zustößt, wird jeder billig Denkende begreifen. Ebenso wird hoffentlich auch jeder unparteiische Kritiker meiner Schrift mir Wohl nicht leicht einen; Borwurf daraus machen, wenn ich nicht alle gedruckten Ur-' künden gekannt und nicht alle handschriftlichen aufzustöbern wußte. Ich habe ungefähr 20 hdsch. Chroniken und gegen "<>0 hdsch. Pergament- und Papierurkunden für diesen ersten * Theil meiner Arbeit von Anfang bis zum Ende durchgelesen; ich habe eine Unmasse gedruckter Quellenschriften benutzt und dieselben auch möglichst genau und gewissenhaft angegeben. Aun zur Kritik selbst. Der in meiner Schrift S. 143 mitgetheilten Urkunde liegt eine wörtliche Abschrift des im Cantons-Archiv zu Schaff- Hausen befindlichen Originals zu Grunde und nicht ein Abdruck der von Kirchhoser in hochdeutscher Sprache veröffentlichten Urkunde. Zur Urkunde S. 125 wurde die Angabe der Quelle vergessen; aus Chniel's Uegesta Ruperti, wie der Herr Recensent behauptet, ist dieselbe nicht; meine Quelle ist mir nicht mehr genau im Gedächtniß. Eine Vergleichung mit dem Abdruck in Jahrg. 1841 dieser Zeitung dürfte ergeben, daß dort nicht „wenige Druckfehler", sondern eine große Zahl sinnentstellender Fehler sich vorfindet. Die S. 30 mitgetheilten Thatsachen habe ich gleichfalls aus den Originalurkunden gezogen. Die S. 85 aus dem alten Stadtbuch gebrachte Mittheilung habe ich nicht aus Ulrich, sondern ebenfalls aus dem Original (ich habe ssogar die Seitenzahl des Originals bezeichnet, was Ulrich nicht thut, ein Umstand, welcher vielleicht das „Mißtrauen" des Herrn Recensenten „verscheuchen" könnte); trotzdem habe ich ebendaselbst auch Ulrich citirt, da,. wo ich ihn und nicht das Original benutzt habe. Auch die von mir angeführte Mangold'sche Chronik habe ich mir mit besonderer Mühe zu verschaffen gesucht und das leibhaftige Manuskript benutzt, wenn Herr Kayserling es mir glauben will (<.-5. S. 28 ein Citat aus Mangold, das Wohl der Herr Necensent vergeblich bei Ulrich sucht). Die „Geschichte der Juden in Schaffhausen" (Frankel's Monatsschrift 18(55) habe ich Wohl gekannt, allein diese Arbeit erschien mir denn doch als eine zu wenig bedeutende Quelle, um nach auf sie zu berufen. Ich habe nicht diese Arbeit, sondern die von mir S. 57 verzeichnet Quelle benutzt. Necensent hat aus der gleichen Quelle geschöpft; Harder und Ulrich sind überhaupt die einzigen Quellen, die er benutzt. Welchen Zweck hätte es demnach gehabt, wenn ich die sekundäre Quelle genannt hätte, die absolut gar nichts Neues enthält? Was der Herr Necensent verschweigt, ist der Umstand, daß ich einzelne Nachrichten, die Harder anführt, berichtige, sowie, daß ich Ergänzungen zur Geschichte der Inden in Schaffhausen bringe, die Harder (also auch Kayserling) nicht anführt. Note 54 z. B. dürfte den Recensenten überzeugen, daß ich die Mühe nicht gescheut habe, die Originalquelle aufzusuchen. Waldkircher's Schaffhauser Chronik habe ich im Original durchgelesen und Verschiedenes daraus berichtet (< f‘. S. 75, 7(5, 141). Ich habe sogar Hardcr's hdsch. Nachlaß in Sch. verglichen, um zu sehen, ob er Alles benutzt hat, was zur Sache gehört (vgl. S. 50). Den Schadloshaltungsbrief, auf den der Herr Necensent mich aufmerksam macht, habe ich in der That nicht gekannt; ob er aber, selbst im Falle, daß ich ihn zu Gesicht bekommen hätte, mir der Erwähnung Werth geschienen hätte, ist eine Frage, über die ich nachträglich nicht entscheiden will, um Herrn I)r. Kayserling's „Mißtrauen" nicht zu provociren. Den Schaffhauser Jndcneid, welchen Necensent in Aarau entdeckt hat, habe ich nicht gesehen. Dagegen mag es für Herrn Kayserling ebenfalls „überraschend" sein, wenn ich ihm mittheile, daß diese Formel eine bekannte ist und in damaliger Zeit uns vielfach begegnet. Das Dießenhofer Stadtbuch ver- ' zeichnet tvortgetreu dieselbe Fonnet. Damit Herr 0r. Kayserling

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