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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-08-26 · Heft 35 (26.8.1879) · p. Seite 553

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 35 (26.8.1879)
Date
1879-08-26
Page
Seite 553 (sequence 9)
Language
German
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553 Trauung stattgefunden haben, ohne daß jedoch der katholische Bräutigam und die jüdische Braut convertirt hätten. Eine Schwester der letzteren hatte vor zwanzig Jahren einen Christen in Amerika geheirathet, es sind sonach in der betr. Familie zwei Fälle von Mischehen zu registriren. Obige Vorkommnisse sind Auswüchse unserer Zeit, die wir, gegenüber dem vielen Großen und Herrlichen, das sie in ihrem Schooße trägt, ertragen müssen. Das Judenthum hat schon größere Stürme überstanden und unbeirrt von solchen Kämpfen geht es seinen großen Entwicklungsgang durch die Geschichte der Menschheit. Es war nie auf die Zahl, sondern auf den Eifer und die Treue seiner Bekenner gebaut. Oesterreich-Ungarn. Aus Mähren, im Aug. (Privatmitth.) fB e m e rku n g en über die Wirksamkeit der isr. Allianzen. Vor mir liegt eine im Tempel der inneren Stadt zu Wien von Adolf Jellinek gehaltene „Rede zur Förderung der israelitischen Allianzen", betitelt C'-iäsn j'21). Der berühmte Prediger versteht cs vortrefflich, das schon häufig behandelte Thema an jene Gefühlsmomente anzuknüpfen, für die der jüdische Fest- und Fastenkalender die Zuhörer empfänglich macht. So hat er erst am vorjährigen Hüttenfeste Gelegenheit genonnnen, unter dem Bilde des Feststraußes den israelitischen Weltbund zu besprechen — die letzte Rede während der „drei Wochen" ist ein noch begeisterter Appell an die Herzen, der tritte, zur Unterstützung von Mann zu Mann anwirbt. Daran scheint cs in Wien zu fehlen. Freilich, die Zahl der wohlthätigen und gemeinnützigen Vereine — jüdischer, wie allgemeiner, und von den letzteren will sich ja der Jude am wenigsten ausschließen — zu denen man beizutragen sich verpflichtet sieht, wächst von Jahr zu Jahr, schwer lastet auch immer noch der Druck der ungünstigen Zeitverhältnisse auf der Bevölkerung — allein, es scheint denn doch, das; cs gerade' in Wien nicht schwer sein würde, noch eine erkleckliche Zahl von Mitgliedern für die Allianz anzuwerben. Auf die Höhe des Beitrags kommt es dabei nicht so sehr, als auf die Zahl der Mitglieder an. Ein derartiger Verein muß, soll er nach außen hin imponircn, auf die große Menge seiner Mitglieder Hinweisen können und sagen dürfen: Sehet, hinter uns steht die Elite der jüdischen Bevölkerung! Es ist wahr, heutzutage bewahrheitet sich auch in einem andern Sinne der Spruch unserer Alten: „Größer ist die Arbeit (nicht nur das Verdienst) des Urhebers einer Wohlthat, als des Wohlthäters selber", es giebt aber bei alledem noch Leute, die sich diesem dornenvollen Berufe unterziehen und sich von unfreundlichen Mienen oder gar abweislichen Reden nicht abschrecken lassen, für eine gute Sache Propaganda zu machen. Ein Zeitpunkt, wie der gegenwärtige, ist gerade geeignet, das Interesse für einen Verein wachzurufen, der es sich zur Aufgabe macht, das Schicksal unserer Brüder im Orient zu erleichtern. Ichbenutze diesen Anlaß zu einer weiteren Bemerkung, die gleichfalls nichts Anderes, als eine Anregung, nichts Allianz beizutreten, da die Entwicklung der Dinge im Orient weniger aber, als ein Tadel gelten will. Die Leiter der inzwischen noch sprechender die Rothwcndigkeit des Eingreifens j Allianzen sind die Letzten, die sich der Erkenntnis; von dem einer gemeinsamen Abwehr erwiesen hat. Von der düsteren! hohen Einflüsse der Presse auf die Entwicklung der politischen Folie der Erinnerung an den!>. Ab und das Ende unserer! Dinge in Europa verschließen. Diese mächtige Bundesgenosj.n nationalen Herrlichkeit hebt sich das erquickende Bild des engen I fonnic uns in dem principiell entscheidenden Kampfe um die Zusammenschlusses, der gemeinschaftlichen Vcrtheidigung unserer j Emancipation der rumänischen Juden die besten Dienste leisten, angeborenen Rechte in ergreifender Schilderung ab. Es ist j Ich kenne die localen Verhältnisse in Rumänien zu tvenig, als gar nicht zu zweifeln, das; solche Reden von bevorzugter Stelle. daß ich mir darüber ein Urtheil erlauben könnte, ob es, wenn an ein größeres Publicum geeignet sind, die Menge in äugen-; auch mit großen Opfern, möglich wäre, ein gelesenes und verblickliche Begeisterung zu versetzen, aber es handelt sich darum, j breitetes hauptstädtisches Journal in Bukarest oder Jassy zu die Funken, die eine derartige packende Beredtsamkeit aus-' gewinnen und cs für die Sache der Gleichberechtigung mit sprüht, nicht unnütze verpuffen zu lassen, sondern daran . ÖScfc^icf operiren zu lassen. Es ist auch fraglich, ob eine der- Ner taimd, das beständige Licht der thatkräftigen Mitwirkung zu entzünden. Und dazu bedarf es der individuellen Propaganda, ohne die den flammendsten rhetorischen Leistungen eine nur momentane Zündkraft eigen ist. Prediger, wie Iw. artige Agitation im Innern des Landes von Erfolg wäre. Dagegen ist es unstreitig, das; die große auswärtige Presse den Rumänen, wie sehr ihnen auch seit der Unabhäugigkeitserklärung der Kamm geschwollen, noch immer sehr Jellinek, verstehen es, den Boden empfänglich zu machen für imponirt. Wenn Times, Jndepeudance, Journal des Döbats, die Aussaat der Gefühle — will man Früchte ernten, so darf Kölnische Zeitung, Neue Freie Presse diesen aufgeblasenen man sich die Mühe nicht verdrießen lassen, jeden Einzelnen, Neurömern recht in's Gewissen reden, sie an ihre Freiheitsder etwas leisten kann, zu bearbeiten und das Facit der, renomnnstereien und liberalen Aspirationen erinnern, wohl auch augenblicklichen Aufwallung des Mitleids, des Brudersinnes, ein wenig mit diplomatischen Repressalien drohen, so verfehlen des gekränkten Nechtsgefühls zu ziehen, indem man zum Bei- * solche Aeußerungen bei diesen jüngsten Mitgliedern des euro- 1) Druck und Verlag von Jacob Schloßberg.! päischen Concerts noch inuner nicht ihre Wirkung — theilweise 35

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