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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-08-26 · Heft 35 (26.8.1879) · p. Seite 554

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 35 (26.8.1879)
Date
1879-08-26
Page
Seite 554 (sequence 10)
Language
German
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554 steigt diesen eigentümlichen Demokraten doch noch die Schani-' Ausführung des neuen Schulgesetzes die gegenwärtig von der röthe in's Gesicht, theils dämmert die Furcht vor einstiger Stadt subsidirten israelitische sowie die protestantische Schule Ahndung bei ihnen auf. Leider wird unsere Sache gerade in völlig zu übernehmeil, wodurch zwar diese Schulen formell ihren der letzten kritischen Zeit von der großen Presse nicht in er-! confessionellen Charakter verlieren, die bisherigen Lehrer und wünschter Weise unterstützt.. Die Rundschreiben Campineano's! Lehrerinnen aber bcibehalten werden und thatsächlich nichts und Boeresco's, in denen so viel durchsichtiger Nacenhaß abgelagert ist, haben nicht allein überall in extenso Aufnahme geändert wird. Es wird in der bisher jüdischen, nunmehrigen Stadtschule jeden Tag eine Stunde jüdischer Religions- und gefunden, sondern wurden auch mit all' den lügenhaften, ein-. hebräischer Unterricht crthcilt. Die jüdischen Kinder der Vorander widersprechenden Anschuldigungen als baare Münze städte haben nicht mehr das Recht, die städtische Lehranstalt angenommen. Die Berliner Gegenschrift des Comitüs für die zu besuchen. Für sie tvird von der jüdischen Gemeinde ein Rechte der rumänischen Juden wurde wohl auch abgedruckt, , Specialunterricht am Sonntag Vormittag und Donnerstag aber ohne weitere Bemerkung, als eine Parteikundgebung. In , Nachmittag und zwar in dem Locale der asten Schule einge- Oesterreich hat sogar das angesehenste und verbreitetste Journal, richtet. So tvird allen Bedürfnissen genügt und die jüdische die „Neue Freie Presse", in der ^udenfrage seit einiger Zeit eine Schwenkung vollzogen, die wohl mit ihrer Parteistellung und ihrem Verhältnisse zur rumänischen Regierung zusammenhängt, immerhin aber der Sache des Rechts und der Freiheit nicht aufrichtig zum Ziele verhilft. Da gälte es, alle Kraft einzusetzeil, um die uns feindlichen Einflüsse zu überwinden und, sei es mit der sieghaften Macht des guten Rechts, sei es mit eben den Mitteln, die uns aus dem Felde schlugen, das verlorene Terrain wieder zu gewinnen. Eine methodische und geschickte Umsicht mit Ausdauer verbindende Agitation der europäischen Preffe vermag Wunder zu wirken. Dem Andringen der öffentlichen Meinung, die sie allmälig erzeugt, können selbst die eigensinnigsten Diplomaten im Reiche des Schein-Eonstitutionalismus für die Dauer nicht widerstehen. Gemeinde erspart die schweren Lasten, welche die Schule ihr verursachte. Bulgarien. Kmisttllltttwpei, 12. August. In dem Jnvestitur-Firman des Sultans für den Fürsten von Bulgarien wird derselbe besonders verpflichtet, zu wachen „über die Erhaltung der religiösen, politischen und bürgerlichen Rechte aller Einwohner, entsprechend dem Grundsätze einer wahren Gleichheit." — Griechenland. Frankreich. Paris, 7. Aug. (Arch. isr.) Das französische Kriegsministerium hat für die Armee von Paris auch einen israelitischen Seelsorger (AuinOnier) anzustellen besohlen. Das Consistorium hat den Rabbiner Lagard dazu gewählt und der Kriegsminister diese Wahl gutgeheißen. — Bekanntlich besteht in Frankreich kein Schulzwang und es ist daher begreiflich, daß die jüdischen Elementarschulen durch die häufige Abwesenheit ihrer Zöglinge leiden. Die Corniü's für die Schulen und für die Wohlthätigkeit haben daher beschlossen, um dieser Unordnung möglichst ein Ziel zu setzen, allen den Eltern jede Unterstützung zu entziehen, deren Kinder nicht regelmäßig die Schule besuchen. — Es ist interessant, zu erfahren, daß zu einem der Secretäre der für Herstellung einer Eisenbahn durch die Sahara erwählten Commission (von Algerien nach dem Sudan) Herr A'on Philippe, Ingenieur für den Brücken- und Wegebau 1. Claffe (ein Israelit) ernannt worden ist. Belgien. Brüssel, im August. (Privatmitth.) Auf den Antrag des Herrn Schöffen Buls hat der Magistrat beschlossen, in Athen, im Juli. Wir lesen im „Corier Israelit" über — m—m. eine Audienz, welche der Großrabbiner aus Corfu beim König von Griechenland hatte, wie folgt: Donnerstag den 17 2H. Juni, bald nach 6 Uhr Morgens, verkündete ein Trompetenstoß die Ankunft des Monarchen, und als wir uns dem gegenüberliegenden Balkon näherten, bemerkten wir an den Zimmern des königlichen Palais das Nationalbanner flattern. Gegen!) Uhr erhielten wir ein Schreiben von einem der königl. Adjutanten, welches uns mittheilte, daß Sc. Majestät uns gegen 4 Uhr Nachmittag, der Tag zu einer Privataudienz, erwarte. Ich legte mein schwarz-violettes Priesterkleid an und tvir begaben uns ins königliche Palais. Die Soldaten der Wache bezeigten uns die militärische Ehre und wir wurden von zwei dienstthuenden Adjutanten und vom königlichen Hos-Eeremonienmeister empfangen und in einen Wartesalon geleitet. Sr. Majestät, benachrichtigt von unserer Ankunft, ließen mich befragen, ob ich wünsche, allein empfangen zu werden, tvorauf ich ertviederte, wenn Sr. Majestät nichts dagegen habe, so hege ich kein Bedenken, von meinem Freunde, welcher mit mir von Corfu kam', begleitet zu werden. Wir wurden allsogleich, ohne jedwedes Cermoniell, in's Privatkabinet Sr. Majestät des König Georg's I. eingeführt, welcher uns mit.einem, holden Lächeln empfing und mit jener ihm eigenthümlich edelmüthigen Leutseligkeit uns entgegenkam. Kaum eingetreten, drückte Se. Majestät mir die Hand. Ich sprach

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