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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-04-02 · Heft 14 (2.4.1872) · p. Seite 274

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 14 (2.4.1872)
Date
1872-04-02
Page
Seite 274 (sequence 12)
Language
German
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eilt; indem er, dem beschränkten Volke, nicht Mein weis Mcht, daß, durch Heinxich Y. die päpstliche Herrschaft M Mm! Dtzder hergestellt, sonderndaß durchihn alle PrptestarrtM und^guden aus dem Lande. vertrieben Mden^würden.schreibt man der „Ist .doch dieser Tage bei Gericht angezeigt worden,, daß iN^Wtolr^Etischweiler eine Schulschwester. ein neunjähriges 7 israelitisches Mädchen, das in die katholische Schule ging, zwingen wollte, den katholischen Religionsunterricht zu besuchen, der Nöthigung hinzufügend, „es müsse,, wenn 'Heinrich V, wieder Herr sei, doch katholisch werden oder sammt seinen Aeltern auswandern". Und Jo gab m einem Dorfe Lothringens ein ultramontaner,Greffier^ einem, Israeliten, der einen Einttag inchas<Hemeinderegister, .verlangte, den Bescheid, er schreibe nichts für . Juden,; denn diese müßten jetzt doch bald auswandern oder sich taufen lassen, „wenn Heinrich,^ käme.". Oesterreichisch-ungarische Monarchie. < ^Wieu, 1.4. März. (Privatmitth.) Wien ist ruhig! Ich schicke , diesen Satz voraus zur Beruhigung aller, die da,:glauben, daß die Modifikationen, welche jüngst hier beim Gottesdienste durchgeführt wurden, die Gemeinden aufgeregt haben. Wie es sich nun herausftellt, .hat j bcrs Vorstand allerdings die Opposition überschätzt, .under hätte^. weiter gehen können, als er gegangenist.. Wie früher sind die Bethäuser der Gemeinde an Sabbathen gefüllt (an Wochentagen ist der Besuch der Gotteshäuser überhaupt ein spärlicher); keiner von denen, die einen Sitz in den beiden Gotteshäusern haben, hat ihn aufgegeben. Nichtsdestoweniger möchte ich nicht in derr Vorwurf einstimmen, den einer Ihrer hiesigen Correspondenten gegen den Vorstand erhoben hat, daß dieser, zu,diplomatisch vorgegangen sei. MaimonideszMeint,. daß der Äsasel eine Concession war, welche . MoseS; seinen. Zeitgenossen, die an, Götzendienst und Aberglauben gewöhnt waren, machte. Ich glaube daher, daß der Vorstand recht daran that, wenn er denjenigen,- .welche die . Gotteshäuser der Gemeinde besuchen rmdj/nach ihrer .Weise beten wollen, dieses gönnte. Ich glaube, es. ist , dadurch das Princip der Glaubens- und jGetvissensfreiheit am besten gewahrt; denn niemand.., soll das Recht - Haben zu ' sagen tvn iviBNä '2. wixd.-nrm von Blättern seiner Richtung, wie ich höre, als großer Redner re. gefeiert. Der verstorbene Schauspieler Nestroh sagte: „Ich heiße ihn Correggio: mir schadet es nichts und ihm macht es eine Freude." Die Gemeinde wurde jedoch bei dieser Gelegenheit einen Beamten los, der ihr wie ein Pfahl iw. Fleische steckte. Unwillkürlich erinnern wir uns einer Anekdote, die man von dem alten preßburger Rabbiner R. Moses Sofer erzählt. Während seiner Amtswirksamkeit zogen mehrere jüdische Familien aus Preßburg nach Pest. Dieses verdroß ihn. In einer Derascha erzählte er daher folgendes Maschal: Einst trennten sich mehrere Schafe von der Herde. Nach einiger Zeit traf die Herde die Schafe, welche Strike gemacht hatten, auf der Weide. Sie machte ihnen über ihren Abfall. Vorwürfe und insbesondere deshalb, weil sie sich doch nicht ihre Lage verbesserten, indem sie jetzt wie früher Gras fräßen. Hierauf bemerkten die Flüchtlinge: „Aber den „Halter" (den Hirten) sind wir los." — Wir sind jetzt auch diesen „Halter" los. Herr Spitzer mit denen, die sich um ihn schaaren, halten nun Conventikel. Sie wollen sich von der Hauptgeweinde lostrennen. Nun haben wir bisher für die Einheit der Gemeinde in Wort und Schrift gekämpft. Unter den gegebenen Verhältnissen gestehen wir jedoch aufrichtig, daß wir dies nur als Vortheil betrachten können. Was nicht zusammen gehört, soll auseinander gehen. Der Patriarch Abraham sprach zu Lot: -i-wn. Die wiener Gemeinde wird durch diese Trennung nichts verlieren. Unter der hiesigen orthodoxen Fraktion gibt es recht gute Menschen, aber nicht eine einzige hervorragende bedeutende Persönlichkeit. Weder ein Mann der Wissenschaft, fium nn, sei es auf jüdisch-theologischem oder aus einem andern wissenschaftlichen Gebiete, noch ein Mann, der in der Gesellschaft eine prononcirte Stellung einnimmt rc. befindet sich in ihrer Mitte. Es. wird ihr vielleicht nicht an Geldmitteln fehlen. Denn hier bekömmt man zu allem Geld, zum goldenen Kalbe und zum Heiligthume, und die Herren sind in der Beziehung nicht scrüpulös; sie nehmen das Geld, wo sie es bekommen. Sonst hieß es von gewissen Leuten, sie nehmen das Geld vom rista, diese Männer nehmen das Geld von der wenn es ihren Zwecken dient. Pest, 10. März. Herr vr. T obias Löw, Sohn, des Herrn Oberrabbiner L. Löw in Szegedin , - einer der hervorragendsten Mitarbeiter des „P. -Lloyd", ist,

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