Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 14 (2.4.1872)
- Date
- 1872-04-02
- Page
- Seite 275 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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zuw ' Oberstaatsanwaltssubstituten: Lei der pester k. Oberstaatsanwaltschaft ernannt worden. (Ung. jüd. W.) Frankreich. Paris, 18. März. Michel Levh, ein geborener Straßburger, Oberarzt im pariser Militärhospital Val de Grace, ist gestorben. Derselbe war seiner Zeit Oberarzt der französischen Krimarmee. Die ausgezeichneten Leistungen dieses Mannes waren wiederholt von der Regierung wie vom Heere anerkannt worden. Schweden. Norrköping, 18. März. (Privatmitth.) Die hiesige Zeitung bringt heute eine Nachricht, die auch für die Leser Ihrer Zeitung von Interesse sein wird. Bei der Akademie in Upsala hielt nämlich der christliche Candidat der Philosophie F. A. Fehrs, aus Stockholm gebürtig , zur Erhaltung des philosophischen Doctorgrades Mittwoch den 13. d. M. eine Disputation über den talmudifchen Tractat Sanhedrin Perek 1 (75 Seiten in 4), über welchen Abschnitt gehörig disputirt wurde. Zu den erwählten Opponenten gehörte primo loco der Rabbiner der mosaischen Gemeinde in Stockholm, vr. L. Lewysohn, ferner der von der Akademie dazu bestimmte berühmte Orientalist Professor Lindgren. Die hiesige Zeitung fügt noch hinzu: „Soweit es uns bekannt ist, war bisher noch niemals ein Theil des Talmuds Gegenstand einer akademischen Disputation, auch ist noch nie ein Rabbiner bei der hiesigen Akademie als Opponent ausgetreten." ri^nvq er;?, nsiifo AegyPten. - . Alexandrien, im Februar. Eigenthümlich ist es, daß hier bereits seit mehreren Jahren sich eine Trennung der Juden in zwei Gemeinden gebildet hat, ohne daß dazu andere als persönliche , nichtreligiöse Motive geführt hätten. Seit 1854 hat der Kaiser von Oestreich eine Art Protectorat über die Juden in Aegypten, und der hiesige östreichische Generalconsul Baron von Schreiner übt dieses Patronat in fteundlichster Weise aus. Mn hat sich, wie gesagt , noch eine andere Gemeinde gebildet, welche sich die „ägyptisch - israelitische Gemeinde" nennt, und an deren Spitze die Herren Menasse, Mondolfo u. s. w. stehen. Obgleich diese sich „ägyptische" nennt, sprach sie doch ebenfalls den östreichischen Schutz an. Baron von Schreiner hat ihr diesen versagt, falls sie nicht in einer Generalversammlung die Gründe ihrer Trennung vortrage und zum Ausgleich bringen lasse. Es versteht sich, daß diese Versammlung unter seinem Vorsitz stattfinden soll, und man hofft das. Beste davon. Donaufürstenthümer. Bonn, 13. März. Die „N. ft, Pr." berichtet: „Aus Rumänien wird uns unterm 28. Februar^geschrieben: Die seitens der Regierung nach Ismail beorderte Untersuchungscommission ist gestern bereits nach Bukarest zurückgekehrt. Nichtsdestoweniger ist die Lage eine unverändert trübe, und schließt die Wahrscheinlichkeit nicht im mindesten aus, daß es neuerdings zu einer Iudenhetze kommen könnte. Zu wiederholtenmalen Hatten sich die Commissäre mit Vorschlägen um Garnisonsverstärkung und Autorisation behufs exemplarischer Züchtigung der Excedenten an das Ministerium gewendet. Allein die Antwort der Regierung bewies, daß sie der ganzen Affaire keine große Bedeutung beizulegen wünsche, und es blieb daher den Commissären nichts übrig, als unverrichteter Sache nach Bukarest zurückzukehren , allerdings mit einem sorgfältig ausgearbeiteten, den wahren Sachverhalt kennzeichnenden Berichte, für den aber zweifelsohne in den Archiven des Ministeriums bereits ein Plätzchen gefunden sein dürfte."., Die „Rumänische Post" vom 4. März schreibt: „Die uns heute aus Ismail zugekommenen Nachrichten melden sehr wenig tröstliches. Der dortige Prüftet, welcher bei den vorgefallenen Schandthaten seine Hand ganz unzweideutig im Spiele hatte, befindet sich nach wie vor auf seinem Posten, man verweigert den Israeliten den Eintritt in ihre zerstörten Häuser und die Wiederherstellung derselben; geraubte Gegenstände werden auf offener Straße an die Meistbietenden verkauft,, oder vielmehr verschleudert. . Israeliten,. die sich außerhalb der Stadt blicken lassen,. werden bis; auf das.