Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 14 (2.4.1872)
- Date
- 1872-04-02
- Page
- Seite 273 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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m sondern auch die Geistlichen sollen 'ganz in ihrer bisherigen Position: MiVen und däs Gefttz nür die Möglichkeitgeb'en, widerspenstige Geistliche-, die man nur unter' den' katholischen zu finden glaubte, von' der Schulaufsicht zu entfernen. Andrerseits sind die Conservativen weit davon entfernt, die Machtfülle der preußischen Regierung beschränken zu wollen und ihr eine Waffe gegen die Ultramontanen vorzuenthalten. Aber sie sahen die Kirche angegriffen, das Privilegium 'derselben in Gefahr beseitigt zu werden, sie fürchteten, daß der Liberalismus die Kirche aus der Schulte gänzlich verdrängen werde; und hierin erblickten sie einen größeren Schaden, als der ist, welchen ultramontane Schulaufseher dem'Staate zufügen könnten. Sie verfochten also nur das kirchliche Princip, welchem sie in' diesem' Falle das bloße politische Interesse nachstellten, während das Ministerium nichts ' als das politische Interesse im Auge hatte und von'einem' Angriffe auf das kirchliche Princip seinerseits nichts wissen wollte. Deshalb auch die große Verwunderung des preußischen Ministeriums Wer die Opposition der evangelischen Geistlichen und der conservativen Abgeordneten und Herren; deshalb auch' trotz der geringen Majorität keine Auflösung des Abgeordnetenhaus es, keinPairsschub, sondern nur ein augenblickliches Manoeuvre, um das Gesetz im Herrenhause durchzubringen. Die Conservaüven bleiben daher in beiden Häusern in ihrem po-' Mischen Uebergewicht, und das kirchliche System ist in Preußen principiell nicht geändert. Der weitere Fortgang der Dinge wird dies kund thu-n. Dennoch schlage auch ich den Vortheil nicht allzu gering an, der stets aus dem Präjudiz fließt, und den die Macht der Verhältnisse mit der Zeit immer' erweitert. Es ist einmal eine Opposition zwischen der Regierung und den konservativen vorhanden gewesen; es ist einmal die Kirche dem politischen Interesse unterlegen; es ist einmal die Parität aller Confessionen von der Regierung nachdrücklich betont worden alles dies macht zwar noch keine principielleAenverüng aus /^giebt' aber für die Entwickelung. der Verhältnisse wesentliche Momente ab, aus denen unter günstigen Umstanden' mit der Zeit; entschiedenes hcrvorgehen kann. Ich glaube, daß' es'nicht, unnütz ist, die Dinge also in ihrer einfachen' und realen Bedeutung anzusehen. „Wenn einerseits imter den obwaltenden Umständet die Ernennung TxüÄe'S''.zürn -ordMH^HrDff^ '-ÄtÄflüßder 'Sltttation, als' W'GchM vorwärts' angesehen' werden kann, sobeweist die Verhandlung über die > schneidemühler' Petition-'die ganze UneNtschievttlheit; die I völlige Unklarheit, die Verwirrung, die ebew äuf diesem! Gebiete herrscht und durch'dem-Vetzndeüm KäMpf! viel-! mehr gefördert wordenist Die feindselige RichAng-! gegen die vollständige Gleichstellung der JUdeN "und aller Confessionen ist gewichen; aberdas negative! ist noch lange nicht zum positiven-geworden, und darum \ das Schwanken auf allen- Seiten. Am 17. bV fflk j feiert die „Gesellschaft der Freunde" ihren 80. Stif- \ tungstag (1792 von Joseph Mendelssohn und seinen! Freunden gegründet). — Die Vorbereitungen' zur! Eröffnung der Hochschule für die Wissenschaft deS Iw-! denthums schreiten rüstig fort. Bereits ist eiN! räumiges Loeat für die Vorlesungengewonnen, und' das Lehrercollegium hat sich constituirt: [ Solingen, 9. März. Unsere Stadt feiebte gestern^ seinen Ehrentag: die Einweihung der von dem Bau- Zweifler Schmidt in Köln in romanischem Stile er- \ bauten monumentalen Synagoge, zu deren Herstellung: - außer den Mitgliedern unserer kleinen israelitischen j Gemeinde auch die der' christlichen reichlich beGestimert j haben. Um 2 Uhr Nachmittags bewegte' sich durch die t beflaggten Straßen der Festzug, an dem sichdie'Hd- \ noratioren der Stadt, Deputirte und Gäste aus dev l Rheinprovinz und Westphalen betheiligten; Tausende; von Zuschauern bildeten Spalier. Dev königliche LaUdrath Melbeck,' der sichgroße' Verdienste um den Bau! erworben hat, sprach nach den am ihn gerichtdt^ - Dankesworten seitens/ des- SynagvgenvorstaNdeSbei'; der Ueberreichung des Schlüssels' herrliche Wvrtv' VE i Siege des deutschen Fleißes und religiösen' SinneSj . und gedachte dabei der Einigung Deutschlands VurP unfern glorreichen, alle Confessionen schirmenden Hel- - j denkaM Nachdem unter Chorgesang' und' Insttü^ \ mentalbegleitung das Rituale seinen Abschlußfand,'; hieltder Rabbiner' Vr- Schwarz die' Weiherede:' üKr' j des Lebens Werth'durchs GMes^Wmt urid dvs Lebens!Weihe Mch-'ver Menschen'Dhat. j Ans Elsaß-Lothringenj 8; März^ Die Umtriebe«' i für den Grafen Ehambord - seitens des katholisch^ j Klerus sindin FräMeich; wie ist der neuest deutschem; Provinz, ganz' unglaublich/ Er benutzt! - hiirM^ Ms/' was im Herzen- W^VöKes/)r0P für die katholisch^! Kirche-' -übfi-' 14*