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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-03-04 · Heft 10 (4.3.1862) · p. Seite 116

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 10 (4.3.1862)
Date
1862-03-04
Page
Seite 116 (sequence 8)
Language
German
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116 Frankfurt a. d. Oder, 23. Februar. (Privatmittz3- Der Chassidismus in Berl i n.: 5 Ihre Zeitung ,; welche auf . alle. bedeutenden. Erscheinungen im Judenthumerachtet, hat auch unlängst auf die Gefahr aufmerksam « gemacht, welche der Civilisation -durch den. Chassidismus droht, - und Ihr. Hamburger Correfpondent (s. No. 8) hat Recht, wenn er sagt:- »Wir sind nicht ganzsicher, daß, nichts heute odermorgen irgend ein Baalschemlein in gewissen deutschen. Regionen seine Muckergemeinde finden kann." - Um so mehr ist es Pflicht der Presse, Pflicht jedes Gebildeten,;-den ersten Versuchen entgegenzutreten; -weshalb der Unterzeichnete nicht unterlassen hat, in . der Voss. Ztg. (No. 3 8 d. I.) einen solchen . nach Gebühr zu! beleuchten und sich durch einen erhaltenen Mord-Drohbrief nicht abschrecken: läßt . auchin - dieser - vielgelesenen -Zeitung zu warnen: - In Berlin hat nämlich, Herri B. L..:. sich zum . Werkzeug -des Chassidismus hergegeben und versendet«an Gemeinden behufs geeigneter Anbringung im Gotteshause; -Sammelbüchsen nebst einem . Bleche, auf welchem, steht:; 01 b wsn: 'nb nan: dä) *>V mya Wir warnen - alle - Synagogen- Vorstände vor der Annahme -dieser Büchse, deren,. Tendenz mit dem; Wundermanne unsere: Religion entehrt. .Mögen sie im Geiste des neunzehnten Jahrhunderts,' der -Intelligenz und des reinen Judenthums/- welchesMenschenvergötterung und Todtenanbetung verbietet, das Berliner Ansinnen zurückweifen , wenn ahnen die- Ehre und das Wohl.ihrer Gemeinde am Herzen liegt. Zur Annahme von Geldernfür Palästina giebt es in ansehnlichen Gemeinden von Alters her Büchsen und -welche das- Geld via Amsterdam rc. befördern: - Was hat hiermit das Sammeln für einen Wundermann zu thun? Wozu diese Schmarotzerpflanze am gesunden Baume? Wie viel will Herr B.. L. den Armen Palästinas zuwenden und wie viel dem Baal,- dem. Aberglauben-: mit Reb -Meier Baal Neß? Oder ist - es kein Aberglaube, wenn Einfälttge, Ungebildete sich einreden, eine, bloße Spende für den Baal Neß helfe gegen alle Krankheiten, verschaffe Gestohlenes wieder u. dgl. m. Wenn das der todte Reb Meier-Baal Neß.kann, warum sollen die lebenden Heiligen,- die chassidischen Rebbes nichtnoch mehr können? •> Heißt - es doch' in der Bibel: w3N -i« ''N nbb, ana,Vf;.: Außerdem hat mir ein angesehener^ jüdischer Gelchrter, welcher die Verhältnisse Palästinas nus -langjähriger Anschauung genau kennt, versichert, es werde mit: den für R. M. Baal Neß gesammelten Geldern arger Mißbrauch getrieben. Wie? ich höre, hat der Vorstand. Berlins ,, wo' man jetzt Mendelssohn und Messing «feiert, die Annahme der Wunderbüchse abgelehnt. Sollten kleinere Gemeinden sie aus Gutmüthigkeit bereits angenommen haben, so würden sie nur dann gerechten Tadel verdienen-' wenn sie länger in der Synagoge bliebe. Wer ist Reb Meier Baal Neß? Lewysohns „Klänge' aus! dem'Morgenlänbe" (Posen, 1859) verweisen auf AHM Sarah j 8. Was fand ich dort? Nicht viel mehr, als daß Reb Meier weit klüger war, als seine - heutigen Anbeter, und daß er sicher seinGrab verheimlicht haben würde iniwVvrrbw ib, wenn er, wie Mose Rabbenu, im Geiste die heutigen ' Chassid schaute's und ihren Helden, Herrn B. L. geschaut hätte.. ■ In wessen Herzen aber wahre Liebe für Palästina glüht, der ■ findet die Gelegenheit, jenem heiligen Lande zu helfen, nicht nur in den bisherigen Wegen, sondern auch - in der Unterstützung des Colonisations- Vereins für Palästina (zu Frankfurt a. d. Over), dessen segensreichen Bestrebungen sich bereits eine bedeutende Anzahl Gemeinden angeschlossen hat', welcher stets bereit istjedem Mitgliede über Einnahme und Ausgabe gewünschte Auskunft zu ertheilen, und dessen Berechtigung vor Religion und Vernunft die so eben von Herrn Rabbiner Hirsch Kalischer herausgegebene, von drei hochbeäihmten Rabbinern mit glänzenden rvniriöM versehene Broschüre tpä naWn in überzeugender Weise darthut. Dieselbe enthält unter Anderm auch' den Briefwechsel des Verfassers mitdem sel. Oberrabbiner R: Akiba Eger und andern Koryphäen des Judenthüms, und ist' nebst Programm und Statutengrundlage man bN1!«?^ y-ict viiv'''' gegen portofteie Einsendung von mindestens 10 Sgr. durch Unterzeichneten zu habend! vr. H. L'orje, geschästsführendes Comite- Mitglied des Colonisations-Vereins für Palästina. . Pr. Stargard, 11. Februar. sr«* v 0 c 0 g. In der Nacht vom 30. zum 31. Januar er. .1'/» Uhr r L32D.7 rih pto'b verstarb. der Rabbiner unseres Synagogenbezirks, Herr H.-Lesser, -nbrL-*2*7 m».

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