Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 21 (17.5.1858)
- Date
- 1858-05-17
- Page
- Seite 291 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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LSI aus: der!Erve hervor^ Auch -wir besitze»«UN ein solcheS.-und unser Herr »Rabbiner ist Direktor und Lchrer zvA'ich und zwar unterrichtet derselbe Alles: Talmud, Latein,» Mathematik, .Homiletik rc. rc. Wir würden dieses.Streben mit Freuden, begrüßen, wenn es minder tendenziös wäre-.-. Es erschien so eben der Bericht und dieser zeigt mannigfache Blößen. Der Herr Rabbinergehört zur hochorthodore«! Richtung und die Rede, die darin »orkömmh ist in -vemiSmrte. Aber Ihr frommen Herren, wozu die politischen Denunciationen? Der Tert der Rede ist: bst ^bm ns '~i rs tn-1 shynn. Und wer sind die „Schonim"? — Die Reformer,. die.Illoyalen^: Die Herren haben nicht bloß den Schlüssel zum Himmel, so daß cs von ihrer Gnade abhängt, wen sie einlassen.und wen sie ausschließen wollen; sie sind auch die Richter der politischen Gesinnungen.. ZufälligeruWesse sind UNS einige Herren bekannt, die durch Adel und. Orden ausgezeichnet sind, die aber, nicht zu der.chochorthodoren Richtung gehören. .Vielleicht werden auch die Herren so gnädig sein, uns. armen Menschenkindern etwas Sauce von dem Leviathan zukommen zu lassen. , .In dem.Programm bezüglich des Lehrstoffes entwickelt der Herr Rabbiner folgende Ansichten: die Kenntniß der griechischen Sprache sei nicht dringend nothwendig, eben so wenig soll der Jünger Latein studirey, um etwa hernach eine horazische Ode. zu lesen. Es ist dieses sogar als verwerflich zu betrachten. Diese fremden Sprachen sollen erlernt werden, um die Fremdwörter im Midrasch zu erklären. Ehen so wenig sollen die Schüler Mathematik lernen, als zu dem Zwecke, diejenige.» Probleme zu lösen, die im Talmud auf diesem Gebiete Vorkommen, z. B. fvsss naiv. — Man braucht blos diese Sätze niederzuschreiben, um die Absurdität zu erkennen. Sie brauchen keines weiteren CommeniarS. . .. s:;; Tüsn rpp.i Der Herr Rabbiner bringt Zeugnisse von Christen bei, daß derselbe „der strengen O.rthodorie seines Glaubens angehöre." Ein solches. Zeugniß, glaube ich, .hätte R. Moses Sofer verschmäht. Das ist eine Errungenschaft der neuen Orthodoxie.— Doch genug! — - Fünfkirchen, 2. Mai< (Wpatmitth.) „Laut hohen Ministerial-Erlasses vom 26. Februar Zahl 22,291 wurde die israelitische Hauptschule hier zur Musterhauptschule erhoben." — Dies ist der Eingang eines Schriftstückes, welches dieser Tage vermittelst der k. I. ComitatSbehörde an die hiesige israelitische CultuSgxmeinde gelangte, und obwohl man dieser Nachricht schon seit vielen Monaten entgegensah, doch eine bedeutende innere Erregung verursachte. Und wahrlich! wenn eine junge Gemeinde in. so kurzem Zeiträume sich solcher Fortschritte in ihrem Schoße erfreuen kann, wie die hiesige, so ist das ein Zeichen der Richtigkeit beim Vorgehen ihrer Organisation, -s-7- : Den humanen und thatkräftigen k« k.> .Behörden wie dem gegenwärtigen löblichen Cultusvorstande gebührt für Durchführung dieses und anderer segensreicher Institute zu gleichen Theilen die Anerkennung aller Freunde wahren Fortschrittes. G...1. Dänemark» Kopenhagen, im April. fPrivatmitth.) Der hiesigen israelitischen Gemeinde und ihrem Geistlichen ist jüngst eine seltene Genugthuung zu Theil geworden, die wohl eine Erwähnung in Ihrem geschätzten Blatte verdient. Bei dem kürzlich hier an einem Sonntag Nachmittag ftattgesundenen kirchlichen Dankfeste zur Genesung unsres Königs fand nämlich auch in unsrer Synagoge eine entsprechende Feierlichkeit statt, die in Predigt und einigen hebräischen und dänischen Gesängen mit Instrumentalbegleitung bestand. Obgleich die Feier gleichzeitig in allen Kirchen vor sich ging, war die Synagoge doch .sowohl von christlichen als jüdischen Besuchern überfüllt. Der Eindruck der ganzen Feier auf alle Anwesenden war ein überaus erhebender. Ganz besonders aber bewährte Herr Dr. Wolff, der am selben Tage außerdem noch zwei Reden am Grabe und bei einer Trauung gehalten, bei dieser Gelegenheit wiederum aufs Glänzendste seine seltene Meisterschaft als Casualredner. Die öffentlichen Blätter konnten auch nicht umhin, eine lobende Anerkennung auszusprechen. Während sie nämlich die Feier sämmtlicher Kirchen einer Kritik unterwarfen und über die Taktlosigkeit mehrerer Geistlichen eine scharfe Rüge aussprachen, gaben sie der Synagoge das ausdrückliche Zeugniß, daß in ihr die angeordncte Feier in würdigerer und. ansprechenderer Weise begangen worden, als in den meisten Kirchen. Die an Psalm 103. sich anschließende Predigt ist auf Kosten eines freigebigen Gemeindemitgliedes zum Besten des allgemeinen Krankenhauses im Druck erschienen. E S ist 21**